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In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus: Roman [Gebundene Ausgabe]

Peter Handke
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

20. April 1997
Der Apotheker von Taxham macht sich an einem dunklen Abend mit dem Auto zum Erdkellerrestaurant hinter dem Flughafen auf. Dort begegnet er einem ehemals berühmten Skifahrer und einem einst berühmten Dichter. Mit ihnen begibt er sich auf eine seltsame Fahrt jenseits der Grenze. Damit setzt die Geschichte des Apothekers ein. Warum trennt er sich in dem ausländischen Ort von seinen Gefährten? Warum setzt er sich der Steppe aus? Was will jene Frau, die den Apotheker verfolgt und die er seinerseits verfolgt? Diese Fragen umspielt der Roman und erzählt so eine immer wieder ans Wunderbare grenzende, zugleich zeitgemäße Abenteuer- und Liebesgeschichte.

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In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus: Roman + Die morawische Nacht: Erzählung
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 316 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (20. April 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518408801
  • ISBN-13: 978-3518408803
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 681.759 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Peter Handke wird am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht er das Gymnasium in Tanzenberg und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur im Jahr 1961 studiert er in Graz Jura. Im März 1966, Peter Handke hat sein Studium vor der letzten und abschließenden Prüfung abgebrochen, erscheint sein erster Roman Die Hornissen. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks Publikumsbeschimpfung in Frankfurt in der Regie von Claus Peymann.

Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfaßt, erinnert sei an: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1969), Der kurze Brief zum langen Abschied (1971), Die linkshändige Frau (1976), Langsame Heimkehr (1979), Die Lehre Sainet-Victoire (1981), Der Chinese des Schmerzes (1983), Die Wiederholung (1986), Mein Jahr in der Niemandsbucht (2004), Der Bildverlust (2002) sowie 2008 Die morawische Nacht.

Auf die Publikumsbeschimpfung folgt 1967, ebenfalls in Frankfurt uraufgeführt, Kaspar von hier spannt sich der Bogen weiter über Der Ritt über den Bodensee (1970), Die Unvernünftigen sterben aus (1973), Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum sonoren Land (1988), Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (1991), über den Untertagblues (2002) und Bis daß der Tag euch scheidet (2008) über das große Epos Immer noch Sturm, das im August 2011 bei den Salzburger Festspielen seine Uraufführung hatte und 2012 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet wurde, bis zum Sommerdialog Die schönen Tage von Aranjuez (2012).

Darüber hinaus hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen: Aus dem Griechischen Stücke von Aischylos, Sophokles und Euripides, aus dem Französischen Emmanuel Bove (unter anderem Meine Freunde), René Char und Francis Ponge, aus dem Amerikanischen Walker Percy.

Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt.

Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen (auch als Lyriker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur ist Peter Handke aufgetreten) erklärte er selbst 2007 mit den Worten: »Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.«


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gedanken zu Peter Handkes Roman 6. September 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Hanke beginnt seinen Roman mit einer ca. 70-seitigen Beschreibung des Salzburger Vorortes Taxham, einer "Zwickelwelt",die von der übrigen Welt gleichsam abgeschottet ist. Genauso haben sich ihre Bewohner voneinander isoliert. Der Apotheker, dessen Familienleben völlig zerstört ist, begibt sich, nachdem er im Wald durch einen Schlag auf den Kopf mit Stummheit geschlagen wurde, mit zwei mysteriösen Gefährten, einem Exsportler und einem Exdichter auf eine abenteuerliche Reise nach Spanien, die im Verlaufe der Zeit zu einer Suche nach sich selbst und seinem Platz im Leben wird.Dabei helfen ihm sowohl seine beiden Reisegefährten als auch die "Siegerin", zu der er im Verlaufe des Buches in Liebe entbrennt. Seine Steppenwanderung wird zur "Grenzerfahrung", die ihn aber letztendlich wieder einen Platz im Leben finden läßt. Dort vergibt ihm sein von ihm verstoßener Sohn: "Du hast mich nicht verstoßen, Vater.Ich bin es, der von dir gegangen ist, von sich aus." (S.263) und auch die "Siegerin" erscheint ihm und erklärt ihm , daß sie seine Hilfe benötigt. Damit ist sein Entwicklungsprozess abgeschlossen. Von dem fast eher unscheinbaren Apotheker am Anfang, den niemand auf der Straße erkennt hat er durch diese Reise wieder zu sich selbst gefunden. An den Ausgangspunkt zurückgekehrt, sind die Veränderungen sowohl äußerlich als auch innerlich spürbar. Zunächst wird er sofort au der Straße von einem Kind als Nachbar und Apotheker erkannt. Später bei seiner Arbeit und Unterhaltung mit dem Erzähler dann wird deutlich, daß sich auch sein Umgang mit anderen Menschen verändert hat. Er lebt jetzt nicht mehr nur für sich allein, sondern auch für andere: "Auch wenn er in seiner Arbeit allein blieb, war zu spüren, er tut sie für jemanden, für andere. Und diese abwesenden anderen waren alle seine Angehörigen." (S.299). Handkes Roman liest sich wie ein Abenteuerroman, eine Liebesgeschichte und ein Entwicklungsroman mit stark phantastischen Zügen. Immer wieder drängt sich der Eindruck auf, daß die Reise des Apothekers nur in seiner Einbildung stattfindet und auch seine Reisegefährten nur Teile seiner selbst sind, die sich im Verlaufe des Romans zu verselbständigen scheinen. Peter Handke ist es auf eindrucksvolle Weise gelungen, den Selbstfindungsprozess eines Menschen darzustellen, der sich in der heutigen Zeit verloren hatte. Leider ist der Sprachstil des Romanes anfangs stark gewöhnungsbedürftig durch den eigenartigen Satzbau und die ungewöhnliche Kommasetzung. Trotzdem denke ich, daß es sehr spannend war, diesen Roman zu lesen. Meiner Rezension lag folgende Buchausgabe zugrunde: Handke, Peter. In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus. Suhrkamp-Verlag, Frankfurt am Main 1997, 316 S. Über Antworten auf meine Rezension würde ich mich sehr freuen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Handkes Lieblingswort heißt "INNEHALTEN"! 5. Mai 2001
Format:Gebundene Ausgabe
Handke erzählt von einem Dorfapotheker, von dessen Reise in ein fantastisches Nirgendwo in einem entschwebten Nirgendwann, von einer Steppenwanderung mit verkehrtherum angezogenen Schuhen und von der ganz und gar unscheinbaren Wandlung dieses Apothekers am Ende.

Typisch für diesen Roman (und für Handkes Werk der letzten fünfzehn Jahre) ist, daß sich die Handlung meistens ohne irgendwelche Begründungen abspielt. Sie geht einfach so vor sich, überrascht den Leser anfangs vielleicht, aber wenn er sich daran gewöhnt hat, läßt er sich einfach treiben. (Wer gewohnt ist, immer zu fragen, warum zum Teufel der Apotheker zwei Wildfremde in sein Auto packt und damit über die Alpen fährt ohne irgendwelche sichtbaren Vorbereitungen oder warum er später tagelang durch die Steppe latscht, wird mit diesem Buch natürlich nicht viel anfangen können.) So gehören auch diverse Pilze und Erdgruben ebenso in die Erzählung wie Schläge, Mordversuche und ähnliche Brutalitäten (die dabei irgendwie natürlich und unbedeutend wirken), daß man nicht darüber nachdenken sollte, ob das jetzt langweilt ... Nachdenken ist das Falsche für dieses Buch. Nachfühlen ist angebrachter.

Entsprechend ist der literaturkritische Zugang mit Schubladen und Theorien sinnlos. Irgendwie steht Handke ganz für sich, mit seinen gelegentlichen sprachlichen Künstlichkeiten und ähnlichen Schwächen, über die man aber hinwegsehen kann. Die Faszination liegt im "Namenlosen", wie es das Lied des Apothekers am Schluß verkündet.

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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Roman vom Verschwinden aus der Zeit 6. September 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ganz ähnlich wie bei Botho Strauß, der ebenfalls die Doppeltheit von Alltags- und Medienverfallenheit einerseits und alltags- und medienflüchtiger Erlösungssehnsucht andererseits in literarisch ganz unterschiedlichen Texten jeweils neu arrangiert, so ist auch die spezielle Produktivität Handkes wohl nicht zuletzt dieser beständigen Dauerspannung zu verdanken. Auch der Apotheker von Taxham, der Held von Handkes Roman, ist so ein Reisender. Reisender deshalb, weil der Ort Taxham bei Salzburg einer dieser irdischen Unorte, denen man noch die Dantesche Hölle vorziehen möchte. Das Leben des Apothekers verläuft "in dem Dreieck zwischen dem Haus am Flußdamm, der Apotheke und dem Flughafen", wo er regelmäßig zu Abend ißt, "einmal mit seiner Frau, einmal mit seiner Geliebten". So geht der Mann auf eine wundersame Reise, verschwindet gleichsam aus der Zeit und erlebt Abenteuer, die einem Fantasy-Roman entspringen könnten, ordnet sein "normales" Leben neu an und wechselt aus der imaginären Geographie hinüber in die eines realen spanischen Zaragoza, kommt zurück nach Taxham, um seine unterbrochene Lektüre des Epos "Ivain oder der Löwenritter" fortzusetzen. (Erinnert irgendwie an eine aufgeblasene Fassung von Rosendorfers "Stephanie") Was bleibt ist die Frage nach dem, was uns Handke damit sagen möchte. Ist es ein Bildungsroman der auf die verwandelnde Macht der Literatur vertraut? Oder ein Buch über das Erzählen? Bis zum Schluß des Romans muß sich der Text gegen die Flüchtigkeit des eigenen Materials behaupten. Das ist befremdlich und das macht das Buch zu einem seltsamen Werk, das einen irgendwie verwirrt zurücklässt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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