Katherine Mansfield porträtiert in Ihren Geschichten geschickt verschiedene sich zufällig in einem deutschen Kurort befindliche Personen.
Dabei bedient sie sich überaus erfolgreich des Stilmittels der Satire, um Gesellschaftskritik zu üben und Klischees zu bestätigen oder ad absurdum zu führen.
Einfach macht es uns Katherine Mansfield dabei jedoch nicht, auch wenn man die uns angeborene Abneigung, eigene Fehler einzugestehen, erstmal wegläßt. Zu pointiert führt Sie uns unser "Deutschtum" vor die Augen, um ungerührt zu bleiben. Mit wenig Selbstironie begabte Hörer werden hier nichts zu lachen haben.
Alle anderen werden sich köstlichst amüsieren und sich vielleicht die Printausgabe zulegen, da dieses Hörbuch nur 6 Geschichten umfaßt.
Katherine Mansfields Schreibstil ist äußerst präzise, dabei aber hintergründig und schneidend scharf. So mancher Seitenhieb wirkt erst im Nachhall. So kann man nur empfehlen, gelegentlich die Pause-Taste zu betätigen, um das Gehörte gebührend sinken zu lassen. Nicht umsonst gehörte sie Virginia Woolfs literarischem Zirkel an, die genau wie Sie dafür bekannt war, mit Ihrer spitzen Zunge nicht hinter dem Berg zu halten.