*Gepriesen sei der Zufall. Er ist wenigstens nicht ungerecht.* (Ludwig Marcuse)
Ein solcher Zufall hat mich aufmerksam gemacht auf den aktuellen Kriminalroman von Irene Marcuse - "Tod einer alten Dame" ("The Death of an Amiable Child")
Zum Inhalt:
In einem Mietshaus im Norden Manhattans geschieht ein Mord. Die fünfjährige Adoptivtochter der Sozialarbeiterin Anita Servi findet eine Obdachlose, die gelegentlich in ihrem Hausflur Zuflucht suchte, leblos vor.
Anita widersetzt sich der routinierten Kälte der ermittelnden Behörden und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. Das *Grabmal eines liebenswerten Kindes* im Riverside Park bringt sie auf eine heiße Spur ...
Zur Autorin: Geboren 1953 / Enkelin des Philosophen Herbert Marcuse / lange Jahre als Sozialarbeiterin tätig / lebt auf Manhattans Upper West Side.
Fazit: Dieser Roman hat mich sehr beeindruckt! Die handelnden Personen sind einprägsam und ungemein Tief gezeichnet - an die Protagonistin Anita Servi erinnere ich mich auch noch lange nach Beendigung des Buches (und dieses kann man beileibe nicht von allen oder vielen Romanhelden behaupten).
Zudem ist er sehr spannend und *menschlich*.
Beim Aufschlagen des Buches sticht die Widmung ins Auge:
*Für alle alten Menschen* -
wie auch der Beginn des Romans:
"Als ob nicht jeder Montagmorgen an sich schon schlimm genug wäre. Dieser hier war der Montagmorgen nach dem Wechsel zur Sommerzeit im April - der Tag im Jahr, den ich am wenigsten leiden konnte. Ich verabscheute es, daß man mir eine Stunde stahl, und ich vergab erst, wenn man mir im Oktober diese eine Stunde zurückgab.*
Fazit II:
Unbedingt empfehlenswert !!
Gruß - Reinhard