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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Schreibratgeber mit gutem Rat und blühendem Blödsinn,
Von
Rezension bezieht sich auf: Wie man einen verdammt guten Kriminalroman schreibt: Von der Inspiration bis zum fertigen Manuskript: eine schrittweise Anleitung (Gebundene Ausgabe)
Frey ist unter den Schreibratgebern das, was Reich-Ranicki unter den Literaturkritikern. Die einen lieben, die anderen hassen ihn. Die einen befolgen auch noch das kleinste Komma seiner Ratschläge in der Hoffnung, es werde sie zur Veröffentlichung führen. Einige wenige schaffen das sogar.Die anderen nervt sein Dogmatismus, sein Showtalent - auch darin gleicht er MRR - und dass er die absurdesten Tatsachen zum Dogma erhebt. Sozusagen die unbefleckte Empfängnis beim Schreiben. Benedikt der XVI könnte neidisch werden. Jetzt hat Frey einen neuen Band vorgelegt: „Wie man einen verdammt guten Kriminalroman schreibt". Wie üblich beginnt das Buch mit einigen Showeinlagen. Schließlich kann man damit verdammt viel Aufmerksamkeit erreichen. Frey weiß genau, warum Menschen Krimis lesen. Weil sie eine Moral haben. Und deshalb muss der Mörder abgrundtief böse sein und der Held der Gipfel der Selbstlosigkeit. Auf keinen Fall darf der Leser Verständnis oder Mitleid mit dem Mörder empfinden. Puritaner wird das freuen. Die Welt als moralische Anstalt. Dass schon lange jede Menge Krimis gibt - auch und grade erfolgreiche -, die es anders machen, kümmert Frey nicht. Die Welt ist leider nicht so, wie Puritaner sie gerne hätten und Romane sind es schon gar nicht. Elizabeth George schildert in "Wort für Wort", wie sie einen Roman schreiben wollte, „über den Tod eines wirklich guten Menschen, der von einem wirklich guten Menschen ermordet wurde". Dass die George mangels Leser am Hungertuch nagt, wäre mir neu. Es gibt Leute, die ohne Plot losschreiben? Ach was, auch dafür hat Frey eine Erklärung. Die tun bloß so, um sich wichtig zu machen. Stephen King, Juli Zeh, Toni Hillerman und all die anderen sind eben Mitglieder einer geheimen Loge, einer Verschwörung. Immerhin eines neues farbiges Mitglied in der Riege der Verschwörungstheorien... Wer nicht auf Dogmen steht, wird das Buch bald wieder aus der Hand legen. Die anderen hängen gläubig an den Lippen - pardon, der Tastatur - des Meisters. Das ist schade. Denn nach der üblichen Schaumschlägerei am Anfang kommt er dann doch zur Sache, sprich zum Handwerk. Und davon versteht er einiges, auch wenn man es zunächst nicht vermuten würde. Was er zu Figuren und Figurenentwicklung sagt, hat Hand und Fuß und ich wünschte mir, so mancher Krimi-Autor (und so mancher Literat) würde das lesen. Vielleicht gäbe es dann ein paar Holzpuppen weniger, dafür aber mehr lebendige Menschen in Literatur und Krimi. Nach der Figurenentwicklung widmet er sich der Struktur und dem Plot. Auch hier erst mal wieder die obligate Verschwörung der Autoren, die nicht arbeiten, wie es Frey gerne hätte und dann kommt er zum wesentlichen. Seine Stufendiagramme helfen weiter und sein Tipp, nicht nur aufschreiben, was im Text passiert, sondern auch das, was dahinter sich im Off tut, ist sicher nicht falsch. Interessant, dass er sich wie viele amerikanische Schreibratgeber an der europäischen Klassik orientiert und Romane in fünf Akte einteilt. Der Rest ist ziemlich kurz, ein paar Ratschläge, die man überall zu hören bekommen, aber, wie bei Frey üblich, flott und locker formuliert. Fazit: Wenn man Freys Dogmen und die seines Mythengurus Vogler nicht zu ernst nimmt, ein durchaus brauchbares Buch. An Steins „Über das Schreiben" oder Georges „Wort für Wort" kommt es aber nicht heran. (C) Hans Peter Roentgen Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Eingeschränkt empfehlenswert,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wie man einen verdammt guten Kriminalroman schreibt: Von der Inspiration bis zum fertigen Manuskript: eine schrittweise Anleitung (Gebundene Ausgabe)
Der große Meister hat also mal wieder zugeschlagen und seine bahnbrechenden (?) Ideen darüber, wie ein "verdammt guter" Roman aussehen sollte, in einem weiteren Buch verwurstet. Wir sind gespannt auf "Wie man einen verdammt guten Liebesroman /ein verdammt gutes Gedicht / ein verdammt gutes Drehbuch / einen verdammt guten Jahresabschlussbericht schreibt".Also, meiner Meinung nach steht in diesem Buch nicht viel neues drin, vor allem dann nicht, wenn man "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" gelesen hat. Dasselbe in grün, nur auf Krimis gemünzt. Über dutzende Seiten nervt Frey mit einer erdachten Beispiel-Handlung für einen Krimi, den ich wahrscheinlich beim Lesen nach drei Seiten aus der Hand gelegt hätte. Der Rest sind Selbstzitate aus anderen James-Frey-Büchern oder weiteren Krimischreibratgebern. Jedes zweite Wort ist "verdammt gut". Mit dieser Cowboysprache (und auch auf diesem Niveau) teilt Frey die literarische Welt in gut und böse. Würden sich alle Krimiautoren an Freys Ratschläge halten, hätten wir einen einzigen Krimi-Einheitsbrei aus starken Helden, bösen Mördern und "verdammt" spannenden Plots. Weil: der verdammte Leser will es so. Ich habe generell immer Schwierigkeiten damit, wenn jemand, für dessen Romane sich keine Sau interessiert, sich auf einmal als der tolle Schreibguru profiliert. Auf der anderen Seite soll er ja einige gute Leute in seinen Workshops ausgebildet haben. Vielleicht stimmt es ja, dass viele künstlerische Lehrer selbst nur eher bescheidene Performer, dafür aber umso bessere Pädagogen waren. Für jemanden, der gern einen Krimi schreiben würde und keine Ahnung hat, wie er das machen soll, ist das Buch eingeschränkt empfehlenswert. Es gibt bessere Ratgeber, auch von erfahrenen Krimiautoren, die ihre Trickrezepte verraten (z.B. von Patricia Highsmith: "Suspense". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Amerikanischer (Alp-) Traum,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wie man einen verdammt guten Kriminalroman schreibt: Von der Inspiration bis zum fertigen Manuskript: eine schrittweise Anleitung (Gebundene Ausgabe)
Es ist die große Zeit der Ratgeberliteratur und besonders clevere Typen wie Frey kommen schnell darauf, dass man mit einem Ratgeber darüber, wie man Krimis schreibt mehr verdienen kann als mit einem Krimi selbst. Was Frey als einen verdammt guten Krimi bezeichnet, ist jedoch Konfektionsware. Er zeichnet einen sehr schmalen Weg, der über die fünf Stufen der klassischen Mythologie zum Erfolg führen soll. Um zu beweisen, dass das funktioniert, entwickelt er soz. live einen Krimi mit dem Titel "Mord in Montana", in dem ein fotografierender Jagdgegner für einen Mord den er nicht begangen hat hängen soll. Die Heldin ist dessen - nach krimineller Jugend zur hinduistischen Nonne mutierte - Schwester "Shakti". Besonders aufschlußreich ist deren Methode, sich vor dem Erfrierungstod im vereisten Lagerraum eines unterirdischen Stollens zu retten: sie läßt das Eis durch Meditation schmelzen und hat dabei noch eine Vision, die sie der Lösung des Falles näher bringt...(!)Wer wirklich ganz von vorne anfangen will, einen Krimi zu schreiben kann sich das Buch ruhig mal zu Gemüte führen, einige Hinweise im hinteren Teil zu "verdammt guter Prosa" sind sicherlich für Anfänger ganz hilfreich, den Rest aber bitte nicht ernst nehmen. Was Frey hier entwickelt ist hanebüchen, mit Scheuklappen eingeengt und allerhöchstens für einen amerikanischen Massengeschmack geeignet (wobei ich noch nicht glaube, dass es um die USA schon so schlimm bestellt ist). Jeder interessierte und engagierte Krimischreiber in spe wird von selbst auf bessere Ideen kommen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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