...in diesem Roman. Die beschriebene junge Frau, die wohl so Ende zwanzig sein soll, wirkt auf mich wie eine tief in der Midlife-Krise steckende Mittvierzigerin, von den Männern und dem Leben enttäuscht. Das Lebensgefühl einer jungen Frau der heutigen jungen Generation wird überhaupt nicht wiedergegeben, die Torschlusspanik vor der Hochzeit wirkt konstruiert und aufgesetzt. Mit den Figuren, vor allem der Hauptfigur, wird man überhaupt nicht warm, sie bleiben blutleer und abstrakt-distanziert. Der Schluss des Romans, die Rückkehr zu ihrem alten Leben, gleicht eher Resignation und Selbstaufgabe als dem freien Entschluss und der Hingabe zu wirklich tiefer Liebe. Der Vergleich eines Rezensenten mit einem Rosamunde-Pilcher-Roman ist insofern schief, als letzterer wenigestens Gefühle, Romantik, eben Kitsch und Schmalz rüberbringen, der sicher sehr schön geschriebene Erstling hier aber seltsam kalt und distanziert bleibt, so als wollte die Autorin uns ihre Gefühle verheimlichen. Warum sonst betont sie im Schlusswort, dass wir um Gottes Willen keinerlei Rückschlüsse auf ihre Autobiographie ziehen dürfen?