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Produktinformation
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Als ein Widergänger von Albert Camus Meursault begegnet uns Peter Stamms Anti-Held, so gut hatte er sich eingerichtet in seiner kleinen, ereignislosen Existenz: "Er war zugleich Statist und Zuschauer eines imaginären Films, ein Tourist, der seit bald zwanzig Jahren durch diese Stadt ging, ohne je ganz anzukommen. Er mochte diese Rolle, hatte nie etwas anderes gewollt." Durch die überstürzte Flucht aus dem alten Leben wird Andreas aber nun unweigerlich zum Akteur, der handeln muss. Mit Delphine an seiner Seite -- eine junge Kollegin, mit der er gerade eher lustlos eine Affäre begonnen hat -- reist er in sein Heimatdorf, zu einer Frau, in die er als junger Mann verliebt war. Ihm fehlte damals der Mut, sie heiratete einen seiner Freunde. Immer noch plagt ihn die Frage, ob sein Leben mit ihr nicht vielleicht ganz anders hätte verlaufen können.
An Peter Stamm scheiden sich bereits seit seinem Aufsehen erregenden Debütroman Agnes die Geschmäcker. Den einen ist das sprachlich und inhaltlich zu karg. Die anderen müssen feststellen, dass von den unscheinbaren Geschichten, und wie federleicht sie geschrieben sind, eine beträchtliche Faszination ausgeht. Auch An einem Tag wie diesen kann man kaum vor dem Ende aus der Hand legen, und gleichzeitig fragt man sich aber, wie dieser Schweizer Schriftsteller das eigentlich macht.
Der Schluss des Romans ist naturgemäß kein so glücklicher, wie es auf den ersten Blick scheint und auch der Klappentext suggeriert. Wie es mit Andreas Leben weitergeht bleibt offen, aber man ahnt, dass man nicht in ein neues Leben fliehen kann, dass einen das alte immer wieder einholen wird. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Knapper, aber aussagekräftiger Stil,
Rezension bezieht sich auf: An einem Tag wie diesem (Gebundene Ausgabe)
Für mich war "An einem Tag wie diesem" einer der eindruckvollsten und im positiven Sinne überraschendsten Romane 2006. Der lakonisch-knappe Schreibstil des Peter Stamm bildet einen wohltuenden Kontrast zu vielen andern Romanen und lässt der Handlung genug Raum zur Entfaltung, statt mit blumig-überbordenden Formulierungen den Inhalt zu ersticken. Auf mich hat dieser Erzählstil aber trotz seiner minimalistischen Art nie platt gewirkt - genau das Gegenteil ist der Fall: Durch jene Einfachheit der Sprache gewinnt das einzelne Wort wieder an Bedeutung und somit der gesamte Text an Aussagekraft. Liest man einige Passagen zum wiederholten Male, fällt einem oft erst die ganze Kraft eines Satzes auf. Und es gibt viele extrem starke Sätze in diesem Buch, das von der Liebe, der unbestimmten Bedrohung des Todes und der Leere der immer gleichen Routine erzählt. Ganz abgesehen von all den andern Faktoren, die ein gutes Buch ausmachen, erzeugt "An einem Tag wie diesem" beim Lesen eine angenehm-melancholische Grundstimmung, die sich durch den ganzen Roman zieht und ihm die richtige Atmosphäre verpassst. Ein sehr gelungenes Buch, auch wenn die kontroversen, weit auseinander gehenden Meinungen durchaus nachvollziehbar sind - denn ein simpler bis minimalistscher Sprachstil sagt nicht unbedingt jedem zu.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kein Wort zu viel,
Von
Rezension bezieht sich auf: An einem Tag wie diesem (Gebundene Ausgabe)
Alle bisherigen Rezensenten haben Recht! Warum?Die Sprache Peter Stamms ist kunstlos, ohne Schnörkel. Auffallend sind die kurzen Sätze. Subjekt, Prädikat, Objekt - wenig Nebensätze. Zwar lebt Peter Stamm in Winterthur im Kanton Zürich, man könnte aber meinen, er sei in einem der abgelegenen Täler in der Schweiz geboren (Emmenthal, Berner Oberland), weil die Bewohner eben jener Gegenden sich auch heute noch oft durch eine eher bedächtige Art, die sich eben auch in Sprache ausdrückt, auszeichnen. Man würde meinen, das sei öde, doch Stamm beweist, dass auch wortkarge Schweizer durchaus etwas zu sagen, zu schreiben haben. Die innere Befindlichkeit bzw. auch der Handlungsstrang lassen in der Tat an die Werke Albert Camus erinnern. Doch als dieser schrieb, wurde Stamm erst geboren. Dem Protagonisten Andreas ist alles gleich (gültig). Er ist haltlos, er hängt an nichts, nicht einmal an seinem Leben. Sein Verhältnis zu Frauen reduziert sich im Wesentlichen auf Sex. Er gebraucht sie, sie benutzen ihn. Thematisch passt dieses Buch, das vorgibt ein Roman zu sein, sich jedoch eher an der Grenze zur Erzählung bewegt, eher in die 70er und 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. Ich denke dabei auch an Uwe Timms "Heißer Sommer" (1974). So gesehen haben wir es mit einem "anachronistischen" Werk zu tun, das vermutlich vor allem jene Leser erreicht, die sich in den 70er Jahren zu Hause fühl(t)en und auch heute noch auf der Suche nach dem Sinn unserer Existenz sind. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die Leere eines ganzen Lebens,
Rezension bezieht sich auf: An einem Tag wie diesem (Gebundene Ausgabe)
Peter Stamm An einem Tag wie diesem S. FischerISBN 3100751256 Peter Stamm berichtet über den seltsam eintönigen, von nur wenigen Abwechslungen geprägten Alltag eines Gymnasiallehrers Schweizer Abstammung, der in Paris an einer Schule unterrichtet. Sein Leben ist ohne große Höhepunkte verlaufen. Er lebt alleine und hat keine Frau oder Kinder. Schon 18 Jahre geht das Leben so seinen Gang, als er plötzlich nach einer ernsthaften Untersuchung erfahren muss, dass er möglicherweise Lungenkrebs hat. Er macht sich auf die Reise in seine Vergangenheit und lässt verschiedene Phasen des Lebens noch einmal vor seinem inneren Auge passieren. Dazu gehört auch, dass er sich seiner wenigen Geliebten erinnert, einer intensiveren ersten Liebe ganz besonders. Er fährt in sein Heimatdorf, besucht seinen Bruder, trifft die erste und für ihn einzige große Liebe seines Lebens, eine Frau, die inzwischen in einer Familie mit Mann und Kindern lebt. Manuel, der Ehemann, war ein Jugendfreund von Andreas, dem Protagonisten dieser Erzählung. Das ganze Buch ist in einem sehr distanzierten und unterkühlten Ton gehalten. Die Sätze sind kurz und lakonisch. Liebesszenen wirken eher beobachtend kalt als leidenschaftlich. Gerade durch diese unterkühlte Erzählweise hat mich das Buch sehr angerührt. Ist es doch die zuspitzende Darstellung eines Lebensbildes, wie es häufig zu finden ist. Keine besonderen Ereignisse, ein tägliches Einerlei mit gelegentlichen Abwechslungen, keine Bindungen von Bedeutung, keine emotionalen Höhepunkte, Ehrgeiz oder sonst wie gearteten Besonderheiten. Am Ende bleibt der Eindruck eines Lebens, das in seiner Überflüssigkeit bedauernswert ist. Wer genügend Lebenserfahrung besitzt, wird wissen, dass es auch diese Art von Leben gibt, und wie traurig und vergeblich diese glück-und ereignislosen Leben sind. Peter Stamm ist gerade diese Form der Beschreibung gut gelungen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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