Zuerst muss gesagt werden, dass dieses Buch ziemlich schwer zu lesen ist, zumindest am anfang. Die Erzählperspektive schwankt ständig zwischen innerem Monolog, Erzählbericht aus der Vergangenheit und Gegenwart. Das ist manchmal etwas verwirrend. Hat man sich jedoch einmal eingelesen, ist es ein wunderbares, sehr poetisches Buch. Die Sprache, reich ein Elipsen, lässt sich wunderbar lesen und man staunt über manchen sehr gelungenen Ausdruck.
Vom Inhalt her, schwankt die Geschichte imemr zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Man erfährt sehr viel über das Alltagsleben in Mogadischu und dessen Bewohner. Man kann davon ausgehen, das Nurrudin Farah hier ein Gesellschaftsportrait Somalias geschaffen hat, als in dem Land noch Ordnung und Stabilität herrschte, ansatzweise zumindest. Der Leser erhält zudem einen sehr guten Einblick in Koshins Gedanken und kann sich sehr gut in die Figur hineinversetzten; allerdings braucht es ein wenig Bereitschaft, sich auf die fremde Kultur und damit auch fremde Denkweise, einzulassen.
Allerdings ist dieses Buch eher etwas für Menschen, die sehr belesen und allgemeingebildet sind, denn es verfügt über zahlreiche Anspielungen auf internationale klassische Literatur und Kunst. Auf die Antike und Literaturwissenschaft der Romanistik. Auch gewisse Kenntnisse der somalischen Geschichte werden vorrausgesetzt.
Auf jedenfall ein bedeutendes Werk der afrikanischen Literatur!