Der Globalisierung können wir heute schwer entgehen. Man reist in fremde Länder, kauft Kiwis aus Neuseeland und Spielsachen aus China, arbeitet womöglich für ausländische Unternehmen oder für heimische Unternehmen im Ausland, surft in Sekundenschnelle im Internet um die ganze Welt. Wir haben uns darauf eingestellt, dass unser Planet ein "globales Dorf" geworden ist.
Doch natürlich hat dieser Prozess auch gewaltige Schattenseiten. Hermann Sautter zeigt auch diese auf - und doch gelingt es ihm, nicht in Schwarzweißmalerei zu verfallen. Er stellt beide Seiten dar, zeigt, wie sich durch die internationale Vernetzung der Lebensstandard in manchen Ländern gehoben hat und wie auch bisher benachteiligte Staaten davon profitieren könnten.
Er beleuchtet das System der WTO (World Trade Organisation) mit den GATT-, GATS- und TRIPS-Abkommen sowie die Rolle des IWF (Internationaler Währungsfonds). Er gibt keine einfachen Pauschalantworten, sondern hinterfragt genauer, etwa beim Problem verloren gehender Arbeitsplätze: Was sind die wahren Ursachen - und wie könnte man gegensteuern? Und mit ein wenig gutem Willen aller Beteiligten, so mein Eindruck aus diesem Buch, könnte eine bessere Globalisierung wirklich gelingen.