Es ist erfreulich, daß es diesen Film endlich einmal in restaurierter Fassung gibt. In Deutschland mußte man sich ja immer mit verstümmelten Versionen begnügen.
Und die hier neu eingefügten Szenen machen den Film noch um einiges gewalttätiger und lassen auch nachvollziehen, was für ein Schock der Film für die damaligen Kinogänger gewesen sein muß.
Die DVD selbst ist nicht der ganz große Wurf, den man sich erhofft hatte, ist jedoch im Ganzen eine solide Leistung. Bild und Ton sind zwar nicht optimal, aber dies ist wohl eher darauf zurückzuführen, daß einfach kein besseres Material mehr zur Verfügung stand.
Auch die Synchronisation ist in Ordnung. Bei Leone-Filmen ist man ja einiges an Pfusch gewöhnt, hier aber ist kaum etwas zu bemäkeln. Seltsam ist zwar, daß der Totengräber einen österreichischen Akzent hat, jedoch war der Schauspieler selbst Österreicher und hat hier wahrscheinlich sich selbst synchronisiert.
Der Audiokommentar wird vom Leone-Biographen Frayling gesprochen und dessen Kommentare hatten mir bereits bei den anderen Leone-DVDs gut gefallen. Hier weiß er auch eine ganze Menge an Anekdoten über die Dreharbeiten und Hintergrundinformationen über die Schauspieler, inklusive der Nebendarsteller zu berichten, ebenso über die Nachgeschichte des Films. Wirklich gut.
Das Bonusmaterial ist nicht vollends überzeugend:
Beispielsweise sind die Erinnerungen Clint Eastwoods über den Film viel zu kurz. Er wird doch wohl mehr zu erzählen gehabt haben als diese läppischen fünf Minuten!
Auch die Erinnerungen dreier an dem Film Beteiligter sind gleichfalls zu kurz.
Schließlich hat dieser Film nicht nur das Western-Genre, sondern eigentlich das gesamte moderne Actionkino geprägt und da hätte man auch weit mehr an Hintergrundinformationen erwarten können!
Klasse ist allerdings die Ausgrabung jenes seltsamen Prologs, den ein amerikanischer Fernsehsender produziert und bei der TV-Ausstrahlung diesem Film vorangestellt hatte. Der Sender fand den Film damals zu unmoralisch und wollte ihn für das Publikum ethisch vertretbar machen. Sehr kurios!
Der Regisseur dieser Merkwürdigkeit kommt dann auch zu Wort, nimmt diese Sache allerdings auch nicht allzu ernst.
Insgesamt also eine respektable Veröffentlichung, die allerdings gut und gerne auch hätte besser sein können.