Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Für eine Erneuerung der Philosophie
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Für eine Erneuerung der Philosophie [Taschenbuch]

Hilary Putnam , Joachim Schulte


Erhältlich bei diesen Anbietern.



Hinweise und Aktionen

  • Tipp für Studenten
    Ein Jahr Prime kostenlos und einen 20% erhöhten Eintauschwert auf Trade-In erhalten alle Studenten die bei Amazon Student angemeldet sind.

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation


Mehr über den Autor

Hilary Putnam
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Hilary Putnam auf Amazon

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Weder Parawissenschaft noch Parapolitik

Hilary Putnams Erneuerung der Philosophie

Philosophen sagt man nach, sie stünden dem Leben fern. Trotzdem lernen sie dazu. Die «grossen Denker» sind oft nicht bei ihren Überzeugungen geblieben. So gibt es den «vorkritischen» und «kritischen» Kant. In unserem Jahrhundert war es Wittgenstein, der als jugendlicher Autor des «Tractatus» und reifer Kritiker seiner selbst in den «Philosophischen Untersuchungen» ein Beispiel für die Vernünftigkeit des Überzeugungswandels gegeben hat. Auch der amerikanische Philosoph Hilary Putnam hat sein philosophisches Credo gewechselt. Putnam II, der pragmatische Humanist, kritisiert heute Putnam I, den «szientistischen Funktionalisten».

Die Erneuerung der Philosophie, für die Putnam plädiert, ist auch eine Selbsterneuerung. Es wäre jedoch falsch, deutete man Putnams Gifford Lectures von 1990, die jetzt in der sehr guten Übersetzung von Joachim Schulte bei Reclam vorliegen, nur als Auseinandersetzung mit der eigenen intellektuellen Biographie. Auch wenn der Text anfangs selbstbezogen daherkommt, konzentriert er sich bald auf äussere Gegner: Jerry Fodor und Bernard Williams auf der Seite der szientistischen Philosophen, die eine analytische Metaphysik des absoluten Standpunktes vertreten, Jacques Derrida zusammen mit Nelson Goodman, die – andererseits – den Relativismus repräsentieren.

Tendenzen

Beide Richtungen begehen nach Putnam den Fehler, aus dem Mangel an einer überzeugenden Theorie der Wahrheit, der Vernunft und des Zeichenbezugs übertriebene Konsequenzen zu ziehen. Der «Absolutismus» irrt, indem er wissenschaftliche Phantasiegebilde, philosophische Science-fiction, produziert, in denen am Ende aller Forschung klar geworden sein soll, was Wahrheit und was Vernunft ist. Der «Dekonstruktivismus» geht fehl, wenn er aus der Unbegründetheit unserer intellektuellen Unternehmungen gleich ein Scheitern der westlichen Zivilisation, die angeblich «logozentristisch» war, ableitet und die Rede über Vernunft, Wahrheit und Zeichenbedeutung für obsolet erklärt: «Die Philosophie kann (. . .) weder Parawissenschaft noch Parapolitik sein.» Beide Tendenzen sind nach Putnam Symptome einer Krankheit: der Unfähigkeit, «die Welt und andere Menschen anzuerkennen, ohne dabei Garantien in Anspruch zu nehmen». Die Suche nach letzten Rechtfertigungen entspringt dem Bedürfnis nach einer garantierten Weltauffassung angesichts ständig gewandelter Erfahrung. Die dekonstruktivistische Verzweiflung ist das Leiden am Mangel solcher Garantien.

Zwar gehört nach Putnam die Entfremdung von Welt und Mitmenschen, die hinter diesen Positionen steht, zur Conditio humana, doch man muss lernen, mit ihr zu leben, ohne in philosophische Übertreibungen zu flüchten. Sieht man ein, dass unser Denken «weder auf Beweisen noch auf Vernunft beruht, sondern darauf, dass man sich auf etwas verlässt», dann verschwindet das Bedürfnis nach philosophischer Wissenschaftseschatologie oder dunkler Kulturdiagnostik. Das Denken, das Putnam empfiehlt, hört auf, wissenschaftliche Theorien zu antizipieren oder Programme der Bewertung des Abendlandes und seines vorherzusehenden Unterganges abzuliefern; es wird «Beobachtung und Kritik unserer Lebensform». Solches Philosophieren kann man nach Putnam von Wittgenstein und Dewey lernen. Denn Wittgenstein zeigt in seiner Religionsphilosophie, dass unbegründete Rede sehr wohl unser Leben organisiert, ohne irrational zu sein, ja dass wir manchmal (im Falle der religiösen Rede) sogar aufhören, sie zu verstehen, wenn wir nach Rechtfertigungen suchen. Und seit Dewey ist klar: Menschliche Probleme sind eher in einer demokratischen Kultur, in der nicht mehr eine Gruppe von Menschen den anderen sagt, was sie glauben und tun sollen, zu lösen als dort, wo Verwalter letzten Wissens andere am Denken hindern.

Ein Missverständnis

Putnam trägt seinen humanistisch-demokratischen Pragmatismus mit grosser Überzeugungskraft vor. Doch er missversteht dabei die metaphysische Tradition. Welche Probleme Menschen in demokratischen Kulturen zu lösen haben, liegt nicht auf der Hand. Welche Elemente ihrer Lebensform ihnen fremd geworden sind, ist meist unklar. Hier bedarf es der verfremdenden Spekulation, die unbeteiligt am Geschäft der Menschen ist; eines Blickes von aussen, um Zielvorstellungen und Entfremdungserscheinungen zu kritisieren. Die klassische Metaphysik beerbte den platonischen Sokrates, der mit merkwürdigen Reden den Athenern ihre Orientierungslosigkeit erst vor Augen führte. Selten dürfte es in der Tradition um die Endgültigkeit einer absolutistischen Wissenschaft gegangen sein, wie sie uns Williams am Beispiel des Descartes präsentiert. Putnam bläht in seiner Metaphysikkritik ebenso wie Derrida geistige Erscheinungen unserer Gegenwart zu Problemen der metaphysischen Tradition überhaupt auf. Für eine Erneuerung der Philosophie sollten wir uns abgewöhnen, die philosophische Tradition entweder als Ikonensammlung anzubeten oder als Geschichte des geistigen Verfalls zu verdammen. Dass vernünftige Philosophie auf die Intensität der historischen Sensation verzichten kann, demonstriert Putnam in diesem Buch auf beeindruckende Weise.

Michael Hampe

Pressestimmen

"Fröhlich ist dieses Buch (...). Die gute Stimmung verdankt sich der thematischen Fülle: Künstliche Intelligenz und natürliche Sprachen, Repräsentation und Bezugnahme, das Absolute und die Relativität, Dekonstruktion und Realismus, Demokratie und Kreativität - und wie das zusammenhängt. Dazu kommt die zärtliche Liebe zum Detail: mild, aber unerbittlich wird beim Gegendenker Satz nach Satz zerpflückt." -- Süddeutsche Zeitung

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten

 (Was ist das?)
Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
 

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

Noch keine Kundenrezensionen vorhanden.
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
2 Sterne
1 Sterne

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:









Das bedeutet, jeder Titel/Artikel muss zu Sachgebiet 1 UND zu Sachgebiet 2 UND... gehören.

Ihr Kommentar