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Der einarmige Pianist: Über Musik und das Gehirn
 
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Der einarmige Pianist: Über Musik und das Gehirn [Gebundene Ausgabe]

Oliver Sacks , Hainer Kober
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: rowohlt; Auflage: 8 (2. Juni 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498063766
  • ISBN-13: 978-3498063764
  • Originaltitel: Musicophilia. Tales of Music and the Brain
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 219.046 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Oliver W. Sacks
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

«Oliver Sacks Fallsammlungen sind zugleich komisch und traurig, oft spannend und verblüffend,manchmal poetisch und philosophisch.» (Die Zeit)

Kurzbeschreibung

Oliver Sacks ist berühmt für seine brillanten Geschichten, die uns tief in die Welt des menschlichen Geistes und Gehirns führen und unser Verständnis des menschlichen Wesens erweitert haben – und dies mit seiner einzigartigen Mischung aus empathischer Erzählkunst, wissenschaftlicher Gelehrsamkeit und dem Blick für das Kuriose. In seinem neuesten Buch erzählt Sacks von Menschen, die nach einer Hirnverletzung ihre Musikalität verlieren, und von anderen, die durch eine solche Verletzung erst Musikalität entwickeln, ja von Musik geradezu besessen sind. Sacks erweist sich wieder als Meister der Menschenbeschreibung und entdeckt an scheinbaren Defekten die besonderen Qualitäten der Menschen – wie beim einarmigen Pianisten Paul Wittgenstein, für den die großen Komponisten Benjamin Britten, Paul Hindemith, Richard Strauss und Maurice Ravel eigens Stücke für die linke Hand schrieben. Musik, so zeigt Sacks, hat die einzigartige Kraft, das Gehirn in ganz bemerkenswerter und komplexer Weise zu verändern, und wir Menschen sind eine musikalische Spezies – nicht nur eine sprachliche. Musik zieht uns unwiderstehlich in ihren Bann.

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88 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Papa schnäuzt sich in G-DUR", 21. Juni 2008
Von 
Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der einarmige Pianist: Über Musik und das Gehirn (Gebundene Ausgabe)
- Oliver Sacks berichtet über die ganz besondere Wirkung von Musik und was sie mit unserem Gehirn anstellt -

"Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf den Wochenmarkt und bemerken, dass die Bananen infolge einer vorübergehenden Störung Ihrer visuellen Verarbeitung alle orangefarben, der Kopfsalat gelb und die Äpfel lila aussehen.", schreibt der gebürtige Londoner und heute in New York lebende Neurologe und Schriftsteller in seinem Buch. Mit orangefarbenen Bananen könnte man sich wohl noch anfreunden, den gelben Salat würde man als welk abtun, aber lila Äpfel, das geht überhaupt nicht (reicht es doch schon, wenn man seinen Kindern das Nichtvorhandensein von lila Kühen in freier Natur erklären muss ;-).

Derartige Farbverwirrungen würde Ihnen also mehr als ungewöhnlich vorkommen, Sie gar erschrecken und einen Schauer des Missbehagens erzeugen. Warum erwähnt Oliver Sacks diese optischen Disharmonien? Er wählt den Vergleich, um dem Leser das Missempfinden von Menschen mit absolutem Gehör beim Hören eines vertrauten Musikstücks in einer falschen Tonart zu vermitteln. Absolutes Gehör? "Menschen mit absolutem Gehör können augenblicklich angeben, was für einen Ton sie hören. Dazu müssen Sie weder überlegen noch einen äußeren Vergleichsmaßstab heranziehen.", so der Autor. Beneidenswert, möchte man meinen. Doch in unserer mitunter lauten und "misstönenden" Welt scheint diese Gabe nicht immer von Vorteil zu sein.

Dieser besonderen Anlage ist eines von 29 Kapiteln in Oliver Sacks neuestem Werk gewidmet. Der Mediziner und Autor, der bereits einige publizistische Treffer landen konnte, nimmt den Leser auf eine überaus spannende und interessante Reise durch die neurologischen "Besonderheiten" unseres Gehirns mit. Töne, Klangfarben, melodische Figuren, Harmonien und Rhythmus - zusammengefasst unter dem einheitlichen Begriff Musik - bilden dabei den roten Faden.

Aus welchem Grund übt auf uns gerade Musik, egal ob wir nun besonders musikalisch sind oder jeden Ton schief singen, so eine große Macht aus? Weshalb kann sie uns derart beeinflussen, uns beruhigen, beleben, trösten, erregen, uns organisieren oder synchronisieren? Vor allem jedoch, warum hat sie solch großen therapeutischen Wert bei Patienten mit den verschiedensten neurologischen Befunden?

Sacks schreibt über Hirnwürmer und musikalische Halluzinationen. Er berichtet von Anfallsleidenden, Tourette-Patienten, Savants, Blinden, Amusischen und Alzheimer- oder Demenzkranken, die durch Musik bzw. eine gezielte Musiktherapie aus ihrer Apathie "aufgeweckt" wurden: zur Wachheit, wenn sie lethargisch waren, zu normalen Bewegungen, wenn sie erstarrt waren. Oder die seltene angeborene Erkrankung namens Williams-Syndrom, in der die betroffenen Menschen geistig völlig zurückgeblieben sind, aber eine außergewöhnliche musikalische Begabung offenbaren, in der sie mühelose jedes Musikstück bereits nach dem ersten Hören wiedergeben können.

Der 75-Jährige erzählt von Menschen, die nach einer Hirnverletzung ihre Musikalität verlieren und von anderen, die durch eine solche Verletzung erst Musikalität entwickeln.

Sacks ist sich sicher, dass neben dem Defekt auch fast immer ein Gewinn existiert, zumindest die Chance auf einen Gewinn.

Faszinierend, erhellend und ergreifend sind Oliver Sacks Fallbeispiele aus über vierzig Jahren Praxistätigkeit, die er überaus unterhaltsam darzubieten versteht, denn es gelingt ihm großartig, Literatur und Wissenschaft unter einen Hut zu bringen: er würzt seine detaillierten, von großem Fach- und Allgemeinwissen zeugenden "Geschichten" mit Sensibilität, Einfühlungsvermögen sowie seiner ausgezeichneten Beobachtungsgabe - eine wunderbar ganzheitliche Herangehensweise, die auch ihn selbst als Untersuchungsobjekt nicht ausschließt. Außerdem schwingt in jedem Kapitel seine eigene große Liebe zur Musik mit.

All dies macht dieses Buch - trotz gelegentlichen Einstreuens von Fachtermini und vielen tiefer erläuternden wissenschaftlichen Erklärungen, die jedoch mittels Fußnoten an den unteren Buchrand verbannt werden - locker und leicht zu lesen. Ein ausführliches Literaturverzeichnis im Anhang ergänzt den durchweg positiven Eindruck des Sachbuches, welches durch Hainer Kober flüssig und leger ins Deutsche übertragen wurde.

Fazit:

Einfühlsam, sensibel und klug schildert der 74-jährige Neurologe die geheimnisvollen Wechselwirkungen zwischen dem menschlichen Gehirn und dem manchmal krankmachenden, aber vor allem heilenden Einfluss der Musik anhand von verschiedenen Fallstudien aus seiner langjährigen Praxis.

Daher zeigen seine Geschichten vor allem, dass eigentlich noch viel mehr wissenschaftliche Aufmerksamkeit erforderlich ist. Denn die neurologische Untersuchung von Musik kann sich als grundlegend für das Verständnis und die Heilung des Gehirns als Ganzes erweisen.
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83 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Leser, die Erfolg mit Qualität verwechseln, 8. Juli 2008
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der einarmige Pianist: Über Musik und das Gehirn (Gebundene Ausgabe)
Am neuen Buch von Oliver Sacks herumzumäkeln fällt mir nicht leicht. Zumal mir der englische Neurologe und Bestsellerautor sympathisch ist. Aber nachdem ich einige Besprechungen in renommierten Zeitungen gelesen habe, beschleicht mich das Gefühl, man begegne dem neusten Buch allzu unkritisch. Vielleicht müssen wir kurz zurückblicken, wie Oliver Sacks zum Star seiner Zunft wurde. Von grosser Bedeutung war bestimmt, dass einige seiner Fallgeschichten von Harald Pinter als Vorlage für sein Theaterstück "A Kind of Alaska" aufgegriffen wurde. Aber das hätte für einen Durchbruch natürlich nicht gereicht. Los ging es erst so richtig mit dem Film "Awakenings" mit Robin Williams und Robert de Niro in den Hauptrollen. Und da sind natürlich noch die tollen Titel seiner Bücher. "Der Tag, an dem mein Bein fortging", "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte", "Eine Anthropologin auf dem Mars", "Die Insel der Farbenblinden" oder nun "Der einarmige Pianist".

Ob alle Käufer von Oliver Sacks' Bücher seine Fallgeschichten auch wirklich gelesen haben, bezweifle ich. Und wenn, dann ist ihnen weniger im Gedächtnis haften geblieben, als schön wäre. Zu dieser Einschätzung komme ich zumindest, wenn ich in meinem Bekanntenkreis das Thema anschneide. Aber wie dem auch sein, Oliver Sacks gebührt ganz ohne Zweifel das Verdienst, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die kleinen und grossen Dramen hirngeschädigter Menschen lenken zu können. Ginge es beim Bewerten von Büchern vorwiegend um Sympathie, wäre jeder Abzug unverständlich. Aber beim Lesen stelle ich mir auch Fragen wie: Wer soll und kann das Wesentliche verstehen? Könnte der Kern einer Geschichte auch einfacher und klarer erzählt werden? Stimmt die Mischung zwischen Unterhaltung und Information? Werden alte Beiträge lediglich neu verpackt? Stehen die Fallgeschichten tatsächlich unter den richtigen Kapitelüberschriften? Und wird bei der Übersetzung in eine andere Sprache genügend um die passenden Formulierungen gerungen? Zwar liegt bei der Lektüre kein Notenblatt neben dem Buch, auf dem ich meine Antworten in Zahlen ausdrücke, aber am Schluss bleibt eben doch ein Gesamteindruck. Und der ist bei diesem Buch offenbar weniger enthusiastisch als bei anderen Lesern. Bei mir blieb der Eindruck haften, Sacks oder der Verleger hätten nach einem Feld gesucht, das noch nicht so beackert ist und dann Fallgeschichten aneinandergereiht. Dass viele gar nicht wissen, dass dieses Feld nicht so brach liegt, wurde wohl ebenfalls ins Konzept einbezogen.

"Dies ist Literatur, wie sie nur wenige, Freud vielleicht und C.G. Jung, schreiben konnten." So steht es auf der Rückseite des Buchumschlags. Und das Zitat stammt nicht von irgendwem, sondern von einem Leser, der auf der Lohnliste der "Zeit" steht. Genau solche Einschätzungen sind es, die mich dazu veranlassen, die kritischen Punkte in den Vordergrund zu stellen. Denn mit Verlaub, wer behauptet, Sigmund Freud habe vielleicht ebenso gut wie Oliver Sacks geschrieben, kam wohl nur mit der Sekundärliteratur zu Freud in Kontakt. Oliver Sacks hat sicher die menschliche Grösse, sich seinen Patienten auch sprachlich mit Respekt und Würde zu nähern. Und vieles, was auf den Leser komisch oder humorig wirkt, liegt einfach in der Natur der Sache. Aber diese Sammlung interessanter Fallgeschichten als grosse Literatur zu bezeichnen, betrachte ich als unreflektiertes Geschwafel. Es sind Erlebnisse und Betrachtungen eines Neurologen, der das Glück hatte, weltbekannt zu werden. Und wer am Thema interessiert ist, erfährt viel über Musik und noch mehr über die Fragilität unseres Gehirns.

Mein Fazit: Die Bücher von Oliver Sacks sind inzwischen Selbstläufer geworden. Das dient zwar dem Anliegen, einer breiten Öffentlichkeit den Zugang zum Reich der Neurologie zu erleichtern, birgt aber die Gefahr, Autoren zu übersehen, die mindestens ebenso viel zu sagen haben. Und bei den besten unter ihnen könnte sogar Oliver Sacks noch etwas lernen, wenn es um anschauliche Bilder und das kunstvolle Verbinden verstreuter Einzelteile geht.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Das musikalische Gehirn: hochkomplex und anfällig für Pleiten, Pech und Pannen, 9. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Der einarmige Pianist: Über Musik und das Gehirn (Gebundene Ausgabe)
Das limbische System Erwachsener schüttet bei harmonischen Klängen Dopamin aus. Gott sei Dank nur für eine kurze Zeitspanne, denn sonst müssten die Werke Mozarts, Bachs und Co. rezeptpflichtig sein oder würden gar dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen. Denn Dopamin ist Teil des neuronalen Belohnungssystems, motiviert zum Erreichen dessen was der Menschheit das Überleben garantiert (Nahrung und Sex) und spielt eine große Rolle im Suchtverhalten. Wer Musik als "Droge" erfährt, liegt also gar nicht so falsch. Natürlich ist alles noch viel komplizierter. Und was komplex ist, ist anfällig für Pannen.

Um verstehen zu können, was im Kopf vorgeht, wenn wir Musik machen oder uns der Musik hingeben kann es nützlich sein Menschen zu studieren, die einen ungewöhnlichen Zugang zur Musik haben; oder gar keinen. Manche musste erst der Blitz treffen, bis sie sich für Musik begeistern konnten. Der Neurologe Oliver Sacks sammelt solche und andere ungewöhnliche Fälle: von Menschen, die nach einer Schädigung des Gehirns (darunter durch erwähnten Blitzschlag) plötzlich musikalisches Interesse und Begabung zeigen; von Menschen, die außerordentliche musikalische Talente haben, obwohl ihre normalen Gehirnfunktionen gestört sind; von solchen, denen jedes Gefühl für Musik oder Rhythmus fehlt oder denen es plötzlich abhanden gekommen ist. Und von (vielen) Menschen, die im hohen Alter mehr und mehr ihre Gehirnfunktionen verlieren und die nur noch über Musik zugänglich sind. Er erzählt von der heilsamen Kraft der Musik und von Berufsmusikern, die an fokaler Dystonie leiden (wird meist verheimlicht, weil es im orchestralen Konkurrenzkampf ungünstig ist, wenn sich einzelne Finger nicht mehr störungsfrei bewegen lassen; der Pianist Leon Fleisher ist ein berühmtes Beispiel; auch auf Grund der Art und Weise, wie er sich vorübergehend über eine einarmige Karriere wieder zum beidhändigen Repertoire zurückgekämpft hat). Oliver Sacks lässt neurowissenschaftliche Erkenntnisse ganz nebenher einfließen. Es gelingt ihm, die Arbeitsweise der genauen und umfassenden Beobachtung mit neuesten wissenschaftlichen Methoden zu vereinen. Man könnte auch sagen, er versetzt sich in die Menschen hinein und hört ihnen "wissend" zu.

Musik ist emotional und intellektuell. Sie bewegt nicht nur unsere Gefühle, sondern wir achten auch auf den formalen Aufbau einer Fuge. Andererseits werden wir von Ohrwürmern heimgesucht, die Oliver Sacks treffend "Hirnwürmer" nennt oder hören Musik, wo keine ist (musikalische Halluzinationen). All dies ist zwar schon etwas merkwürdig, ist aber noch im grünen Bereich - ganz normal. Grenzgängig ist die Entstehungsgeschichte des "Bolero". Typisch für den Bolero sind die vielen Wiederholungen und es fehlt ein formaler Aufbau (die Spannung wird durch die steigende Lautstärke erzeugt). Oliver Sacks erwähnt in diesem Zusammenhang einen Patienten, der nur noch in immer wiederholten Fragmenten sprach und ständig rhythmisch klopfte. Dieser Patient erfasste musikalische Muster, hatte aber für die Musik selber kein Gefühl mehr. Er litt an frontotemperaler Demenz, bei der vordere und seitliche Gehirnareale geschädigt sind. Oliver Sacks fiel auf, dass Maurice Ravel den Bolero komponiert hatte in einer Zeit, als eben diese Erkrankung bei ihm möglicherweise bereits begonnen hatte.

Manchmal ist Musik das letzte, was einem Menschen geblieben ist, oder worauf er anspricht: Sie fördert das "verlorene Selbst" von Alzheimer-Patienten zutage. Mit Hilfe der Musik werden erhaltengebliebene Gedanken und Erinnerungen, also ihr Selbst, hervorgelockt und so die Tage der Patienten bereichert. Selbst bei fortgeschrittener Demenz können musikalische Emotionen und musikalisches Gedächtnis noch erhalten sein, ja sich sogar noch steigern.

*Die Fallgeschichten sind faszinierend, die Fachterminologie muss man gegebenenfalls nachschlagen*

Musik ist uns Menschen vorbehalten, ist zutiefst menschlich (im Gegensatz zum Sex, da kann auch unser Hamster mitreden). Deshalb müsste, meine ich, das Thema des Buches einen jeden interessieren. Oliver Sacks ist es gelungen, faszinierende Fallgeschichten sensibel vorzustellen und zu verdeutlichen, was sie uns über unsere Musikalität sagen können. Einen Stern Abzug gibt es deshalb, weil Fachbegriffe und neurologische Zusammenhänge kaum erklärt werden, was für manch einem das Verständnis stellenweise erschweren könnte. Aber man kann ja zum Nachschlagen neurologischer Ausdrücke beispielsweise Hans Günter Gassens "Das Gehirn" bereit legen. Insgesamt aber, faszinierend - und locker einarmig zu lesen.
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