Wein aus eigenem Keller: Wolfgang Vogel
Beim Lesen ensteht sofort der Eindruck, dass der Autor nicht nur mit Leib und Seele Winzer ist, sondern echtes Interesse daran hat, dem Leser das Weinkeltern im eigenen Keller Schritt für Schritt näher zu bringen. Man erfährt nebenbei worin der Zweck des Weingesetzes liegt, an das man zwar als Hausweinbereiter nicht gebunden ist, aber dennoch beachten sollte, um einen guten Wein herzustellen. Spannend fand ich im einleitenden Kapitel auch den Hinweis, dass man nicht unbedingt so einen richtigen Gewölbekeller braucht, um eigenen Wein herzustellen, sondern, dass für die arbeitsaufwendigste Phase der Weinbereitung, die Vergärung der Früchte bis zum Abstich, jede Garage oder sogar ein Hochhauskeller geeignet ist, sofern die Räume gut belüftet werden können, Boden und Wände leicht zu reinigen sind, einen Wasseranschluss vorhanden ist und die Temperaturen zwischen 15 und 20° C liegen. Für die spätere Lagerung des Weins, wo er noch reift und sich ausbaut, sind die Ansprüche etwas höher, aber nach der Beschreibung sicherlich in vielen Häusern erfüllbar. Hilfreich empfand ich das ausführliche Vorstellen der nötigen Gerätschaften mit guten Tipps zu Vor- und Nachteilen der unterschiedlichen Ausführungen. Sehr informativ ist eine Tabelle, wo die wichtigsten Utensilien mit Preisangaben aufgelistet werden, da bestimmt jeder wissen möchte, was eine Grundausstattung kostet. Durch die verschiedenen Abbildungen der Geräte, wie Pressen- Typen, Gärbehälter, des Gärtrichters, einer Oechslewaage zur Bestimmung des Zuckergehaltes vom Most, bis hin zu einer bildlichen Darstellung von Weinflaschenformen, wird der absolute Laie sehr schön mit allen wichtigen Details vertraut gemacht. Ein Extrakapitel ist den deutschen Rebsorten gewidmet, wo der Leser sich bequem einen fachlichen Überblick über das mögliche Ausgangsmaterial für seinen eigenen Wein schaffen kann. Im Kapitel über die Weinbereitung wird man quasi an die Hand genommen und auf dem Weg von der Traube zum Wein geführt. Alles wird genaustens erklärt: was der Unterschied ist zwischen der Süßkelterung und der Maischegärung, warum man zu allen Früchten, die zu Wein vergoren werden sollen (ausser Trauben) Gärhefe zusetzen muss, wann und wieviel Schwefel zugegeben werden sollte, was naturreine Weine sind, was unter Schönung und Klärung verstanden wird und wie der Hobbywinzer diese Arbeitsschritte durchführen muss. Wer Fruchtweine liebt und vielleicht im Garten eigene Beeren hat, findet in diesem Buch einfache, aber professionelle Tipps, die zeigen, wie daraus schmackhafter Fruchtwein werden kann. Alles in allem ist dieses Buch für Einsteiger und erfahrene Hobbykellerwirte ein toller Ratgeber mit Fachbuchcharakter, der für einen super Preis zu haben ist.