Diesen Roman als Military SF zu bezeichnen, ist ein wenig weit hergeholt. Und Freunde von Ringo werden bestimmt keinen Spaß an diesem Roman haben - oder sollten zumindest erstmal ein paar Seiten probelesen.
Diese Serie und auch der vorliegende Band ist eben gerade kein typischer Military Roman. Klar, es geht auch hier um einen (bzw. mehrere) Krieg(e). Aber große Raumschlachten, Superwaffen und ähnliches wird man vergeblich suchen. Auch die dahinterstehende Technik wird eigentlich nirgends näher erklärt oder ist auch nur ansatzweise interessant. Man erfährt z.B. zwar, das ein Schiff von einer neueren Bauart ist, aber was dies tatsächlich bedeutet (ausser, das es größer ist), bleibt verborgen und ist für den Plot auch nicht wirklich von Interesse. Wozu sollte das auch von Interesse sein, wenn die Invasoren doch (fast) völlig ohne Waffengewalt ein Sonnensystem einnehmen können.
Tatsächlich findet der wirkliche Krieg auf der PSI Ebene statt und wer nichts für Telepathie, Zukunftsvisionen und ähnliches übrig hat, ist hier im falschen Buch.
Die Theorie der Lösung durch analoges Handeln, bereits im vorherigen Buch eingebracht wird fortgeführt. Zwar werden im vorliegenden Band hierdurch einige Fragestellungen gelöst, doch noch mehr ungereimtes tritt auf den Plan. Zuletzt verbuchen die Verbündeten ihren ersten, teuer erkauften, Sieg gegen die Invasoren, (nachdem es ihnen gelingt, die geistigen Kräfte der Invasoren zumindest zeitweilig zu neutralisieren) und hier kommt es dann auch zu einer Raumschlacht, die es vielleicht mit Phantasie ein wenig zu einem Military Roman macht - doch diese Schlacht mit Schlachten beispielsweise in Stile von Weber oder Ringo vergleichen zu wollen, ist abwegig. Was dem Roman aber - sofern man das vorher weiss und demzufolge ihn nicht mit falscher Erwartungshaltung liest - keinen Abbruch tut.