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Produktinformation
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Dreißig Jahre hat Schami an seinem Buch geschrieben, und dies merkt man ihm beileibe an -- und auch wieder nicht. Denn so weise und durchdacht komponiert es daherkommt, so sehr erscheint es doch aus einem, schnell heruntergeschriebenen Guss. So ist die Erzählung rund um Jasmin Schahin, die gegen den Willen der Familie einen Muslim heiratet, und um zwei Clans und deren Blutsfehde ein faszinierendes und verstörend fremdländisches Meisterwerk der Erzählliteratur von nahezu Shakespeareschen Ausmaßen geworden, dass auf viel zu wenigen Seiten eine ganze Welt entfaltet und die Schicksale einzelner Menschen raffiniert mit der Geschichte Syriens verknüpft. Da kann man bei der packenden Lektüre sogar noch eine Menge lernen. --Isa Gerck
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
60 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Olivenbäume und Antworten brauchen Zeit,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die dunkle Seite der Liebe (Gebundene Ausgabe)
„Glaubst du wirklich, dass unsere Liebe eine Chance hat?" fragt Farid seine Freundin Rana, in die er unsterblich verliebt ist - aber Rana gehört einer feindlichen Sippe an, den orthodoxen Schahins, ihr Clan liegt mit den katholischen Muschtaks von Farid in Blutfehde. Wenn ihre Familie von der Liebe erfährt, wird sie Rana umbringen, wie sie bereits ihre Tante umgebracht haben. Romeo und Julia sind in Damaskus allgegenwärtig.Von den Anfänge der Blutfehde zwischen den Muschtaks und den Schahins im abgelegenen Dorf Mala bis in die siebziger Jahre erstreckt sich der Erzählbogen, der Sippe kann sich niemand entziehen und erst recht nicht dem Verbot der Liebe. Selbst wer in die Großstadt Damaskus flieht, bleibt der Sippe verbunden, auch wenn er sie hasst. Jugendliche werden von den Eltern verheiratet, eine Heirat zwischen Verliebten sei nicht gut, lautet das Dogma. Und so kommen, wenn wundert's, zahlreiche Zwangsehen in dem Roman vor, Liebschaften gehen meist unglücklich aus. Kein Wunder, dass die Hälfte der arabischen Lieder von der unerfüllten Liebe singen, erstaunlich, dass das nicht nur für die Mohammedaner gilt, sondern für die Christen mindestens ebenso. Und zahlreiche Ehebrüche bevölkern das Buch, es wird gevögelt, dass die Schwarte kracht, nur nicht mit dem eigenen Ehemann und ich frage mich, ob da nicht auch kräftig übertrieben wird, vielleicht aus Rache gegen die Sippen, die die Liebe verhindern wollen? Im mittleren Drittel des Buches scheint es sich in Anekdoten, Szenen, Erzählungen aus und über Damaskus und Syrien zu verlieren, das Thema Liebe blitzt nur noch selten auf. Hier verschlang ich das Buch nicht mehr, eher war es so, dass ich es Szene für Szene langsam weiterlas, die Erzählung wird ruhig. Möglicherweise wird der ein oder andere Leser hier das Buch zur Seite legen wollen. Er sollte es nicht tun. Denn es ist die Ruhe vor dem Sturm, das Auge des Hurrikans. Am Schluss werden all die offenen Fäden wieder aufgenommen, die - scheinbar belanglosen - Anekdötchen von vorher gewinnen nun Bedeutung und das Buch wird zum Thriller, der Leser fiebert mit Rana und Farid mit, möchte, dass sie überleben, dass sie aus ihren Käfigen ausbrechen können und fürchtet, dass sie es nicht schaffen werden. Es ist auch ein politisches Buch, auch wenn der Autor es anders sieht. Díe Diktatoren, Geheimdienste, Kommunisten und Muslimbrüder bilden zwar oft nur den Hintergrund, aber dieser Hintergrund gehört dazu und ist durchaus unverzichtbarer Bestandteil der Geschichte. Ohne sie wäre dieser Roman völlig anders gelaufen. Der Roman hat eine vierzigjährige Entwicklung hinter sich. 1962 wurde eine junge Muslimin vor Rafik Schamis Augen und denen aller Nachbarn erschossen, weil sie einen christlichen Mann geheiratet hat. Man müsste einen Roman über alle Spielarten der verbotenen Liebe schreiben, dachte der Sechzehnjährige naiv. Das Vorhaben scheiterte kläglich. Jahre später erzählt ihm seine Mutter von einer Nachbarin, die eine Reise ihres Mannes nutzte, um die gesamte Wohnungseinrichtung zu verkaufen, ein zerrissenes Hochzeitsfoto ließ sie als einziges Andecken zurück und floh aus ihrer Ehe mit dem ungeliebten Mann. !986 schreibt der Autor die erste Fassung des Romans, aber bis die Geschichte wirklich steht, soll es noch über fünfzehn Jahre dauern. Auf jeden Fall ein Leseereignis, manchmal brutal tragisch, manchmal ebenso brutal schön, mit viel Liebe, ebenso viel Trauer und immer mit Witz geschrieben vermag Rafik Schami den Leser in das Leben in Syrien, seine Sippen, seine Berge, Wüsten und viele tausend Jahre alten Städte zu entführen. Zahlreiche Personen, die sich im Laufe der Geschichte verändern oder gleich bleiben, stellt der Autor uns vor, mal kurz, mal länger, oft tauchen Nebenpersonen unerwartet später wieder als Hauptfiguren auf, aber immer sind sie sorgfältig gezeichnet. Schami hat eine Liebeserklärung an seine Heimat geschrieben, aber keine, die blind gegen die Schattenseite ist. Fazit: Unbedingt lesen!
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58 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein grossartiger Roman,
Von Tobias Rühmann (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die dunkle Seite der Liebe (Gebundene Ausgabe)
"Miserabler Stil" - das ist ein Vorwurf, den einer der Hobbyrezensenten dem Roman von Schmai auf dieser Seite macht. Man kann getrost davon ausgehen, dass der Betreffende intellektuell etwas überfordert war, denn tatsächlich handelt es sich um einen der besten Romane deutscher Sprache, die in den letzten Jahren erschienen sind. Der Rezensent gründet den Vorwurf des miserablen Stils darauf, dass der Autor zu sehr abschweife und sich ablenken lasse und gipfelt in der Bemerkung, "Hanni und Nanni"-Bücher pflegten einen besseren Stil. Hierbei wird aber übersehen, dass Schami auf eine uralte arabische Erzähltradition zurückgreift, nämlich um einen roten Faden herum (und das ist Eindeutig die Lebensgeschichte Farids) kleine Geschichten zu erzählen. Schon 1001 Nacht basierte auf diesem Prinzip. Wo aber beispielsweise ein Thomas Mann in auf zwei Seiten ausgedehnten Sätzen davon berichtet, wie jemandem die Gabel herunterfällt, pflegt Schami eine klare Sprache, erzählt wunderbare, lustige, traurige Geschichten - kurzum, er tut etwas, was reflektionssüchtigen deutschen Autoren sonst völlig abhold ist. Und das ist wunderbar! Der Vorwurf des "miserablen Stils" zeigt aber, dass man schon bereit sein muss sich auf ein solches Lesevergnügen wirklich einzulassen. Wer tatsächlich der Meinung ist, "Hanni und Nanni"-Bücher seien literarisch hochwertiger, sollte lieber gleich zu Pixi-Büchern greifen
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mit fast 900 Seiten leider zu kurz,
Von Hamburgerin (Hamburg, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die dunkle Seite der Liebe (Gebundene Ausgabe)
Ich lese das Buch gerade. Zuerst habe ich es verschlungen, dann genossen und jetzt, kurz vor dem Ende, genehmige ich mir nur noch kleine Lesehäppchen aus Furcht, dass es zu schnell vorbei ist mit dem Lesevergnügen. So habe ich lange nicht mehr gelesen. Das Buch lässt den Leser eintauchen in die fremde Welt des Orients und zeigt ewige Themen wie Liebe gegen äußere Widerstände, die Unterschiede der Religionen und Idiologien und alle möglichen menschlichen Schwächen äußerst lebendig und bildhaft. Rafik Schami zeigt dabei soviel gelassenen Humor, dass ich mir fast sicher bin, dass er an einigen der Rezensionen auf dieser Seite bei Amazon sein reines Vergnügen hätte. Da wird doch tatsächlich erwägt, ob es sich bei dem Buch überhaupt um 'Hochliteratur' handelt.Wer seinen Bildungsanspruch mit deutscher Gründlichkeit und feierlichem Ernst verwirklicht sehen will, ist bei Schami sicherlich falsch. Wer aber neue Blickwinkel schätzt und orientalische Erzählkunst nicht schon deshalb der Niveaulosigkeit verdächtigt, weil sie fasziniert und prächtig unterhält,wird dieses Buch lieben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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