Der zweite Raupach Roman des Bamberger Autors, der seine Fälle in Köln spielen lässt, liegt wieder weit über dem Durchschnitt all dessen, was unter dem Label "Spannungslektüre" angeboten wird. Diesmal haben KHK Klemens Raupach und sein Team es mit drei Frauenmorden zu tun, die anfangs Beziehungstaten zu sein scheinen. Im Lauf der Geschichte rückt jedoch immer mehr das Motiv "Geld" in den Vordergrung. Der urprünglich verdächtigte Ehemann einer der Ermordeten verabschiedet sich langsam aber sicher aus dem Fokus der Ermittler, obwohl er schon ein recht schräger Typ ist, der noch dazu mit einem weiteren der Opfer in einer Liebesbeziehung stand, die er gerade erst unmittelbar vor der Bluttat gelöst hatte. Dazu kommt noch, dass er mit dem dritten Opfer durch eine Praxisgemeinschaft verbunden war.Wie sollte er da nicht in Verdacht geraten?
Der Fall nimmt dann aber doch einige überraschende Wendungen, bis es dem Raupach-Team gelingt, den/die wahre(n) Täter(in) zu überführen. Dabei spielt auch die Kölner Vergangenheit während der Nazi-Diktatur eine nicht unbedeutende Rolle.
Die Nebenhandlungsstränge, die das Gefühlsleben Raupachs und seiner Kolleginnen Heide und Photini ausleuchten, sind glaubhaft und sehr emotional. Mich persönlich hat die Beschreibung der Sterbebegleitung eines Jugendfreundes durch Raupach sehr ergriffen und letztendlich stärker berührt als die Auflösung der Morde. Der letzte Satzt des Romans, den ich hier nicht verraten möchte, hat mich zu Tränen gerührt und steht als Beweis für die außergewöhnliche Fähigkeit dieses Autors, menschliche Stärken und Schwächen auzuleuchten.