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5.0 von 5 Sternen
Krimi mit literarischem Mehrwert, 17. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Das dunkle Erbe: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Das dunkle ErbeBernhard Schwan hat eine Gattin, eine Geliebte und eine Geschäftspartnerin. Er hatte sie, um genau zu sein. Die drei Frauen werden nämlich nacheinander ermordet aufgefunden und der Kölner Arzt gerät ins Visier des Ermittlers Klemens Raupach. Ab diesem Punkt mehren sich für ihn und seine Kolleginnen Photini und Heide Rätsel und Verdächtige wie die Köpfe der Hydra: Wurden die Morde aus Leidenschaft verübt? Aus Geldgier? Oder aus religiösem Wahn? Welches Geheimnis birgt der Keller der Villa, in der Schwan seine Praxis hat? Wieso schnüffelt die US-amerikanische Journalistin Sharon im Umfeld des Arzts? Und welche Rolle spielen die Nazi-Devotionalien und die Expressionisten-Gemälde, die plötzlich auftauchen? Das dunkle Erbe" ist Thomas Kasturas zweiter Krimi um seinen kauzig-charmanten Ermittler Raupach und er ist noch um einiges avancierter als sein zu Recht viel gelobter Erstling Der vierte Mörder", der nach seinem Erscheinen auf den ersten Platz der KrimiWelt-Bestenliste gewählt wurde: Raupachs zweiter Fall ist noch eine Spur spannender und trickreicher konstruiert und das Personal hat sogar bis in die Nebenrollen" Ecken und Kanten, die es für den Leser unverwechselbar macht. Vor allem aber verfügt der Roman über einen literarischen Mehrwert, was zu Kasturas Markenzeichen zählt: Diesmal entfaltet er parallel zur Auflösung ein Kaleidoskop möglicher menschlicher Beziehungen mit dem Schwerpunkt Freundschaft. Vor allem Raupachs Begegnungen mit seinem sterbenden Jugendfreund Felix geben ein poetisches Requiem ab, das niemals peinlich berührt, dafür aber nachhaltig beschäftigt. Außerdem knistert es diesmal ordentlich zwischen dem nur vermeintlich spröden Kommissar und diversen Damen. Alle diese Zutaten - Spannung, Emotion und Romantik - plus subtil vermitteltes Geschichtswissen ergeben die ideale Mischung dieses Schmökers, der einen derart fesselt, dass man ihn am liebsten in einem Zug auslesen würde.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kastura ist ein Deutscher Krimiautor der Extraklasse, 12. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Das dunkle Erbe: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Der zweite Raupach Roman des Bamberger Autors, der seine Fälle in Köln spielen lässt, liegt wieder weit über dem Durchschnitt all dessen, was unter dem Label "Spannungslektüre" angeboten wird. Diesmal haben KHK Klemens Raupach und sein Team es mit drei Frauenmorden zu tun, die anfangs Beziehungstaten zu sein scheinen. Im Lauf der Geschichte rückt jedoch immer mehr das Motiv "Geld" in den Vordergrung. Der urprünglich verdächtigte Ehemann einer der Ermordeten verabschiedet sich langsam aber sicher aus dem Fokus der Ermittler, obwohl er schon ein recht schräger Typ ist, der noch dazu mit einem weiteren der Opfer in einer Liebesbeziehung stand, die er gerade erst unmittelbar vor der Bluttat gelöst hatte. Dazu kommt noch, dass er mit dem dritten Opfer durch eine Praxisgemeinschaft verbunden war.Wie sollte er da nicht in Verdacht geraten? Der Fall nimmt dann aber doch einige überraschende Wendungen, bis es dem Raupach-Team gelingt, den/die wahre(n) Täter(in) zu überführen. Dabei spielt auch die Kölner Vergangenheit während der Nazi-Diktatur eine nicht unbedeutende Rolle. Die Nebenhandlungsstränge, die das Gefühlsleben Raupachs und seiner Kolleginnen Heide und Photini ausleuchten, sind glaubhaft und sehr emotional. Mich persönlich hat die Beschreibung der Sterbebegleitung eines Jugendfreundes durch Raupach sehr ergriffen und letztendlich stärker berührt als die Auflösung der Morde. Der letzte Satzt des Romans, den ich hier nicht verraten möchte, hat mich zu Tränen gerührt und steht als Beweis für die außergewöhnliche Fähigkeit dieses Autors, menschliche Stärken und Schwächen auzuleuchten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tod und ein bisschen Liebe, 29. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Das dunkle Erbe: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Zwei Frauen wurden brutal ermordet, eine dritte ist spurlos verschwunden. Und alle Indizien deuten auf den von Schuldgefühlen zerquälten Arzt Bernhard Schwan als Täter. Doch dann kommen Kölner Hauptkommissar Klemens Raupach und seiner Assistentin Photini Zweifel. Warum schnüffelt die amerikanische Journalistin Sharon Springman in Köln herum? Wieso wird eine Ermittlerin nachts niedergeschlagen? Und welches düstere Geheimnis birgt jene Villa im Kölner Stadtteilt Marienburg? Langsam dämmert es Raupach und Photini, dass die Wurzeln des Falles weit in die Vergangenheit zurückreichen - in die Zeit von Nationalsozialismus und Judenverfolgung. Thomas Kasturas Krimi Das dunkle Erbe" ist der zweite Fall für das liebenswert-schrullige Ermittler-Duo. Wieder dient Köln als Schauplatz, wobei das Lokalkolorit diesmal eher im Hintergrund schimmert. Zwar verzichtet der Bamberger Autor auf atemlose Action wie im ersten Band "Der vierte Mörder" und setzt eher auf psychologisch motivierte Spannungsbögen und auf zeitlose Themen wie Freundschaft und Vergangenheitsbewältigung. Das Ergebnis liest sich aber nicht weniger packend. Was vielleicht auch daran liegt, dass es zwischen Raupach und Photini gehörig knistert. Wie die Liaison wohl weitergeht? Allein diese Frage macht schon Lust auf den nächsten Raupach-Krimi.
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