Kaum sind sie der Schule des Schreckens entronnen, schlittern die drei Baudelaire-Waisen auch schon in ihr nächstes Abenteuer. In einem unheimlich riesigen Penthouse in der Dunklen Allee Nr. 667 warten nämlich nicht nur die äußerst stylische, stets hinter dem neuesten Trend herjagende Esmé und ihr gutmütiger, aber wenig Kampfgeist besitzender, Ehemann Jerome Elend als neuer Vormund auf die drei, sondern auch ein Altbekannter in neuer Verkleidung, den die Baudelaires eigentlich nie wieder sehen wollten. Und so nimmt ein weiteres betrübliches Ereignis ungehindert seinen Lauf...
Auch "Die dunkle Allee", das mittlerweile 6. Abenteuer aus "Einer Reihe betrüblicher Ereignisse", überzeugt wie gewohnt mit einer äußerst sympathischen Mischung aus einer spannenden, von viel Fantasie durchwirkten Geschichte, einem großen Einfallsreichtum (etwa Baby Sunnys Trick, sich mithilfe der Beißkraft ihrer Zähne einen metertiefen Aufzugsschacht hochzuarbeiten) und einer wohl dosierten Prise Humor (etwa die dutzenden In und out Listen oder die zahlreichen Wortwitze). Der Cliffhanger vom letzten Band (wer sich nicht mehr erinnert: die Entführung der Quagmeir- Drillinge und die ominöse Botschaft "F.F.") wird zwar nicht ganz gelöst, aber dennoch entschieden weitergesponnen und dank neuer Charaktere, wie der überdrehten Esmé Elend, darf man auch im Folgeband "Das düstere Dorf" wieder auf so einiges hoffen. Wer bereits die ersten 5 Abenteuer der Baudelaire-Waisen verschlungen hat, der dürfte auch ' trotz (oder vielleicht gerade wegen) der bisweilen etwas sehr düster geratenen Atmosphäre ' an der "Dunklen Allee" seine helle Freude haben. Lediglich Neueinsteiger dürften aufgrund der zunehmenden Komplexität der Geschichte Probleme haben, bei dem Erzählten einen klaren Kopf zu bewahren und alle Zusammenhänge zu durchschauen, weswegen sie wenigstens die Vorgänger "Der schreckliche Anfang" und "Die Schule des Schreckens" gelesen haben sollten.