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duineser elegien. CD
 
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duineser elegien. CD [Audiobook] [Audio CD]

Rainer M. Rilke , Otto Clemens
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Duineser Elegien
OA 1923 Form Gedichtzyklus Epoche Moderne
Die Duineser Elegien zählen zu den gewagtesten, aber auch enigmatischsten Zyklen deutschsprachiger Lyrik, was dem Ziel ihres Verfassers Rainer Maria Rilke entspricht, weit über das konzentrierte Schauen und Wahrnehmen seiner früheren Gedichte hinaus eine grundlegende Sinngebung des Lebens durch die Dichtung zu leisten.
Entstehung: Nach den Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge konzentrierte sich Rilke auf die Arbeit an einem neuen Gedichtzyklus, in dem der Dichter nach der Bewältigung krisenhafter und negativer Lebenserfahrung einen neuen poetischen Zugang zur Welt zu finden hoffte. Im Januar 1912 begann Rilke als Gast seiner Mäzenin, der Fürstin Marie von Thurn und Taxis auf Schloss Duino an der Adria mit der Arbeit; Reisen, die ihn 1911 nach Ägypten und 1912/13 nach Spanien führten, lieferten Material für die Gestaltung der in den Elegien besungenen Landschaften. Die Lebenskrise durch die gescheiterte Liebe zu der Pianistin Magda von Hattingberg und der Erste Weltkrieg unterbrachen die Arbeit; erst als er auf Schloss Muzot sein neues Domizil und in Baladine Klossowska und Nanny Wunderly-Volkart hilfreiche Freundinnen gefunden hatte, gelang ihm die Vollendung der Duineser Elegien.
Struktur: Mit der Wahl der Gedichtform Elegie, wie er sie bei Friedrich Gottlieb R Klopstock und Friedrich R Hölderlin vorgeprägt fand, wählte Rilke ausdrücklich eine anspruchsvolle Gedichtform in hohem Ton; dabei tritt die metrische Bestimmung der Elegie (Gedicht in Distichen) zu Gunsten ihrer allgemeineren Bedeutung als Klagegesang zurück. Das Pathos des Leids und sein artistisch hoher Ausdruck begründen die besondere Eignung der Elegie für eine Poetik des Preisens und Rühmens, die sich auch den elementaren Erfahrungen des Schmerzes und des Todes nicht verschließt.
Die zehn Elegien sind in einer zyklischen Struktur angeordnet, die von der Klage zum Jubel führt: Die ersten Elegien beklagen die Unvollkommenheit, die Gefährdung und die Gebrochenheit des menschlichen Daseins, die siebte ringt sich zum Grundsatz durch: »Hiersein ist herrlich«, die letzte schließlich bekennt sich jubelnd zur Fülle des Daseins und der Annahme von Leid und Schmerz.
Inhalt: Dem hohen Ton der Elegien entsprechen die erhabenen Gestalten, von denen die Duineser Elegien singen: Es sind vor allem Engel – solche Wesen einer höheren Daseinsmacht, wie sie nach Angabe Rilkes etwa im ägyptischen Tal der Könige oder in den von Greco (1541–1614) gemalten Landschaften um Toledo und Ronda zu Hause sind. Sie werden zu der Instanz, vor der das lyrische Ich seinen Gesang anstimmt. Als Wesen außerhalb der zeitlichen Ordnung sind die Engel Exponenten einer jubelnden Bejahung, die zwischen Leben und Tod nicht unterscheidet. Daneben rühmen die Elegien junge Helden und junge Tote.
Zu den immer wieder von Rilke gepriesenen Gestalten gehören auch die großen Liebenden, die nach der Liebestheologie des Dichters »transitiv« lieben, d.h. aus dem Verzicht auf den Besitz des Liebenden ihre Größe beziehen. Die Fünfte Elegie, das Scharnier der zehn Elegien, beschwört die Seiltänzer in ihrer Spannung zwischen kunstgewerblicher Anpassung und artistischer Perfektion um ihrer selbst willen – sie sind in der Leere ihrer seelenlosen Geschicklichkeit, aber auch in ihrer Virtuosität und ernsten Beständigkeit Vertreter der modernen menschlichen und künstlerischen Existenz.
Wirkung: Wegen des Anspruchs, mit den Mitteln der Dichtung eine mythische Sinngebung des modernen Lebens leisten zu wollen, wurden die Duineser Elegien zum bewunderten Vorbild anderer, gleichfalls von einem ästhetischen Totalanspruch beseelter Lyriker wie W.H. R Auden und Stephen Spender (* 1909). In der Forschung dominierten lange die von der Philosophie Martin R Heideggers und des Existenzialismus geprägten fundamentalontologischen und daseinsanalytischen Deutungen. H. R. B. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

In den Duineser Elegien wandelt Rainer Maria Rilke die Sprache der Vernunft in eine legitime Sprache der Poesie, in deren Gleichnisse man eintreten kann, um Freiheit zu erfahren. Und Freiheit bedeutet immer auch Offensein für die Dimension der Zukunft – eine Zukunft auf die Rilkes ganzes Dichten bezogen war und in die sein Werk weit hineinreicht.
Nichts in diesen Elegien ist klein oder schwach gefühlt. Die Disziplin im Denken ist ohne Girlanden. Staunend steht man vor den Bildern, ist von diesen Einsichten bis ins Innerste aufgestört, von ihrer Radikalität bestürzt.


Der wunderbare Schauspieler Otto Clemens schreitet alle Grenzen aus, auch die bittersten. Seine Stimme wird zum Mittel der Verkündigung. Doch ist sie immer nur das, was sie sein will:
Tiefste Verzweiflung. Trauer. Liebe. Oder Demut.
Hinter jeder Silbe ahnt man die Stürme, die bloß auf Ihre Entfesselung warten. Aber mit einem Mal flattert sie auseinander wie eine Schar Vögel, ganz Timbre, ganz schwingender Ton. Die Schwerkraft weicht, die Bilder schweben in der Luft. Wo eben noch Schrecken herrschte, entsteht ein Übergewicht des Himmels, wird der Blick in eine ferne Helle gerichtet. Und vor diesem Licht steigen bange die Umrisse des ganzen menschlichen Daseins herauf.

Über den Autor

Rainer M. Rilke (1875-1926), der Prager Beamtensohn, wurde nach einer erzwungenen Militärerziehung 1896 Student, zuerst in Prag, dann in München und Berlin, weniger studierend als dichtend. Die kurze Ehe mit der Bildhauerin Clara Westhoff in Worpswede löste er 1902 auf. Er bereiste darauf Italien, Skandinavien und Frankreich. In Paris schloß er Bekanntschaft mit Rodin und wurde dessen Privatsekretär. Bereits nach acht Monaten kam es zum Bruch. Es folgten unstete Jahre des Reisens mit Stationen in verschiedenen Städten Europas. Nach seinem Entschluß zur Berufslosigkeit und zu einem reinen Dichterdasein war Rilke zu jedem Verzicht bereit, wenn es dem Werk galt. Er opferte sein Leben seiner Kunst und gewann Unsterblichkeit, indem er unerreichte Sprach- und Kunstwerke schuf.
Im Ersten Weltkrieg war er zur österreichischen Armee eingezogen, wurde aber aufgrund seiner kränklichen Konstitution in das Wiener Kriegsarchiv versetzt. Rilke starb nach langer Krankheit in Val Mont bei Montreux.
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