"Wie man von Wortschatz spricht, so kann man auch mit gutem Grund auch vom Namenschatz sprechen. Das vorliegende Buch möchte dazu beitragen, dass viele, und nicht nur Fachkundige, diesen großen Reichtum besser kennen und schätzen lernen."
( Der Autor Konrad Kunze in seinem Vorwort)
Nach einem Abkürzungs- und Symbolverzeichnis gibt es im ersten von insgesamt 18 Kapiteln zunächst eine Einführung in Eigenart und Einteilung der Namen, sowie eine Zusammenstellung der wichtigsten Lexika. Die nachfolgenden Kapitel beschäftigen sich mit germanischer und fremdsprachlicher Herkunft der Rufnamen, der Geschichte der Rufnamen vom Spätmittelalter bis zum 19. Jahrhundert und schließlich mit der Vornamensgebung im 19. und 20. Jahrhundert. Neben der Herkunft theophorer Namen und der Ausbreitung von Heiligennamen wurden hierbei weitere Schwerpunkte auf die etymologische Bedeutung, sowie Entwicklungstendenzen in der Vornamensgebung gelegt. Mit dem Kapitel "Entstehung der Familiennamen", die zum Teil aus Rufnamen entstanden sind, beginnt der mit insgesamt zehn Kapiteln umfangreichste Abschnitt des Buches. Zur Geschichte der Familiennamen werden neben Landschaft, Ort, Ethnien-, Religions-, Gruppen- und Berufszugehörigkeit usw. auch die Aspekte des Habitus, Charakters und Verhaltens dargestellt. Das Kapitel "Personennamengebrauch im Alltag" ist u. a. dem Namensrecht, Namenswechsel, den Pseudonymen, Kosenamen etc. der Gegenwart gewidmet. Die letzten beiden Kapitel befassen sich mit der "Personenamenauswertung in der Wissenschaft" innerhalb verschiedener Disziplinen und mit der Analyse von "Telefonanschlüssen als namenkundliche Quelle" für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die von dem Grafiker Hans-Joachim Paul für die 4. Auflage (2004) gezeichneten farbigen Landkarten, Schemata, Diagramme, Tabellen pp. nehmen fast die Hälfte des 275seitigen Buches ein und bieten eine erstklassische und übersichtlichem Visualisierung der einzelnen Themen. Ein Literaturverzeichnis, ein Abbildungsnachweis und je ein Sach- und Personenregister runden das wissenschaftliche Werk ab, das auch mit einem 25seitigem "Register der Namen und wichtiger Namenglieder" (Aar bis Zwölfer) dem Leser die Möglichkeit bietet, etwas über die Bedeutung seiner eigenen Namen etwas in Erfahrung zu bringen.
Sehr empfehlenswert und mit 5 Amazonsternen zu bewerten, sollte der "dtv Atlas Namenskunde" in keinem Bücherregal an Namensgebung und/oder (sprach)historisch interessierter Leser fehlen.