Wenn mit zunehmendem Alter die Arbeit in Haus und Garten Mühe macht, wird es Zeit, über Veränderungen und Hilfsmöglichkeiten nachzudenken. Ob man vom Land in die Stadt ziehen will, nachdem die Kinder aus dem Haus sind, oder ans Überwintern in warmen Ländern denkt, die Autorin überprüft diese Träume auf ihre Durchführbarkeit. Sie gibt zunächst einen Überblick über die derzeit möglichen Lebensformen im Alter und listet dann vorbildliche alternative Modelle und Projekte auf. Dabei legt Görnert-Stuckmann das Schwergewicht ausdrücklich auf das Leben und nicht nur auf das Wohnen im Alter. Herkömmliche "behindertengerechte" Wohnungen wurden häufig am tatsächlichen Bedarf älterer Menschen vorbei geplant.
Im Jahr 2050 wird die Zahl der alten Menschen in Deutschland von derzeit 3 Millionen auf 12 Millionen gewachsen sein. Mit zunehmender Lebenserwartung in den Industrienationen sind auch die Ansprüche der Menschen gestiegen. Das gemeinsame Leben unter einem Dach mit den eigenen Kindern wird sich nur für Wenige verwirklichen lassen. Im Gegensatz zur Einschätzung der Autorin (früher war alles besser, heute wird abgeschoben) erwies sich das Zusammenleben aller Generationen unter einem Dach in der Vergangenheit häufig als konfliktreiche und für die Beteiligten belastende Notgemeinschaft.
Menschen, die ein ungewöhnlich hohes Lebensalter erreichen, haben meist keinen abrupten Pensionierungsschock erlebt, sondern sind körperlich und geistig aktiv und gut in eine Gemeinschaft integriert geblieben. Aus dieser Einsicht leiten sich die Anforderungen an zeitgemäße, altersgemischte Wohnformen ab. Vom Wohnen gegen Hilfe (Studenten ziehen als Mieter zu Senioren in deren zu groß gewordenen Wohnung), über die legendäre Senioren-WG in Göttingen, Henning Scherfs Alten-WG in Bremen, klassische Beginenhöfe bis zu unterschiedlichen Quartier-Maßnahmen listet die Autorin gemeinschaftliche Wohnprojekte auf, vergleicht einige miteinander und erläutert Chancen und Risiken. Auch mit Wohnmöglichkeiten für Demente, der zunehmenden Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements und vielen weiteren generationenübergreifenden Projekten setzt die Autorin sich auseinander. Im Anhang sind Vermittlungsstellen für Projektadressen angegeben und die Bezugsquelle für einen Leitfaden zur Projektplanung.
Ein knapper, übersichtlicher Überblick über alternative Lebensformen im Alter.