Der dritte Band der Blutbücher-Reihe enthält fünf Kurzgeschichten, die von Rache und dem Tod handeln, die Geschichten sind nicht ganz so stark, wie in den ersten beiden Bänden, doch können sie immer noch überzeugen.
Clive Barker (geb. 1952) glaubt nicht an einen einzigen Gott, denn so kann es nur eine einzige Wahrheit geben und alles andere müsse gelogen sein, was natürlich dazu führe, dass es eine Menge Lügner unter den Menschen gäbe, wie er 1985 in einem Interview erläuterte,
Deshalb sind seine Geschichten oft voller Kritik an der monolithischen christlichen Kirche, wie es auch im dritten Band seiner Blutbücher-Reihe von 1990 zu lesen ist.
Gleich in der ersten Geschichte, "Rohkopf Rex", die übrigens eine der ersten Verfilmungen einer seiner Geschichten im Jahre 1986 war, wird ein Mann getauft von einem urtümlichen Wesens, das voller Hass auf die Menschheit ist, die es jahrhundertelang gefangen hielt. "...dass das Wesen einen glitzernden Strahl seines Harns auf Declans emporgewandtes Gesicht gerichtet hielt."
Eine anderer Aspekt, der in seinen Geschichten offensichtlich wird, ist seine unbekümmerte Art mit Sexualität zu spielen. Viele Szenen sind freizügig und auch Homosexualität taucht öfters auf. Sexualität sei wie Religion, erklärte er einmal dazu.
Der dritte Band beschäftigt sich wieder einmal, natürlich, mit dem Tod und dem Leben danach und die Rache ist ein wesentlicher Aspekt. Die Seele eines Mannes befreit sich aus dem toten Körper und manifestiert sich in einem Leichentuch, um sich an seinen Mördern zu rächen. In der "Zelluliodsohn" fungiert der Krebs als eine Art Katalysator, der sie in einem Kino oft geweinten Tränen, Liebe und Tod aufgesogen hat und sich nun nach Leben sehnt, "...gib mir, was du der Leinwand gibst...gib mir ein wenig Liebe." Die Geschichte ist wie ein Film aufgebaut mit Vorspann, Hauptfilm und den zensierten Szenen zum Abschluss.
In "Sündenböcke" verlangen die Toten auf einer Insel die Anerkennung, die ihnen zusteht, "Mein Gott, was habt ihr angerichtet!"
Die letzte und beste Geschichte handelt von einem Stricher, der durch seine Schönheit besticht und diese Schönheit ist es, die eine antike Staute für sich haben möchte. Immer mehr wird sie zu dem Schönling und der junge Mann zerfällt zunehmend, sein einst so teurer Körper, ist immer eine Last, er möchte nicht mehr zu den ruhelosen Menschen gehören. Die Statue hingegen wird immer menschlicher, bis ihr bald die ersten Tränen fliessen.
Die Geschichten wandeln zwischen schockierenden Momenten von fleischfressenden Ungeheuern, herabstürzenden Felsen und Fragen nach dem was das Menschsein ausmacht und somit bieten sie wieder einmal das was Barker auszeichnet, nämliche philosophische Geschichten zu erzählen.