Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Holocaust aus Sicht eines Kindes - geht stark an die Nieren, 14. August 2009
Der Junge im gestreiften Pyjama - ich musste diesen Film einfach anschauen. Nachdem ich die Romanvorlage an einem Nachmittag verschlungen hatte, war ich sehr gespannt wie man diese herzzerreißende Geschichte filmisch umsetzen würde. Und was soll ich sagen - der Film ist wirklich gelungen.
Erzählt wird die Geschichte des kleinen Brunos (8 Jahre), dessen Familie aufgrund einer Beförderung seines Vaters nach Auschwitz zieht. Sie leben nun in einem Haus in der Nähe der Baracken und Bruno versteht nicht, warum die vielen Menschen auf dem "Bauernhof" alle gestreifte Pyjamas tragen.
Beim "Forschen" stößt er nun an einem Zaun auf den kleinen Schmuel (ebenfalls 8). Dieser erzählt Bruno, dass er gefangen sei, weil er Jude ist. Bruno versteht die ganze Ideologie, welche hinter dem Holocaust steckt, und den Hass auf die Juden nicht. Warum sind denn alle Juden böse? Es muss doch auch gute Juden geben - so wie Schmuel.
Der Film zeigt in gelungener Art und Weise, wie schrecklich diese Zeit war und welche Opfer sie verlangte.
Besonders begeistert war ich von der schauspielerischen Leistung der beiden Jungschauspieler, aber auch David Thewlis und Vera Farmiga überzeugen in ihren schwierigen Rollen.
Der Junge im gestreiften Pyjama erinnert uns an eine unvergessene und schreckliche Zeit, welche nie in Vergessenheit geraten darf. Ich denke, dass dieser Film geeignet ist, um Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren an das Thema Krieg heranzuführen, da der Großteil der Geschichte aus der Sicht eines 8-Jährigen erzählt wird.
Äußerst ergreifend war für mich und auch alle anderen Zuschauer das bewegende Ende des Streifens, welches die Sinnlosigkeit des Holocaust noch einmal zum Ausdruck bringt und dem Zuschauer einen bitteren Nachgeschmack bereitet und ihn zum DIskutieren anregt.
Alles in allem ein wirklich gelungener Film, welcher die Romanvorlage in großem und ganzen auch sehr gut verfolgt hat. Kleinere Fehler in der Handlung haben das Gesamtbild des Romanes nicht zerstört und somit eine gelungene Verfilmung ermöglicht.
Dieser Film hat die 5 Sterne wirklich verdient.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Buch und Film, beide lohnenswert, 22. Oktober 2009
Bei diesem Film handelt es sich um einen der seltenen Fälle, bei denen man vorher das Buch gelesen haben kann und trotzdem vom Film begeistert ist.
Obwohl das Buch facettenreicher ist, hat der Film seine ganz eigenen Qualitäten. Er hält sich weitesgehend an die Buchvorlage, stellt jedoch einige Details stärker ins Licht, und ist dadurch noch emotionaler und polarisierender als das Buch, und geht - wie eine Rezension schon ausdrückte, stärker an die Nieren.
Das Ende ist heftig. Gesehene Dinge gehen einem ja oft näher als gelesene.
Fazit: Sehr lohnenswerter Film, mit überzeugenden Schauspielern.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Die Bauern sehen aber komisch aus", 20. September 2009
Dies sagt der achjährige Bruno zu seiner Mutter, nachdem er aus seinem Zimmerfenster im neu bezogenen Haus in der Ferne einen "Bauernhof" entdeckt hat. Es ist die kindlich-naive Sicht, die den Film von Beginn an prägt, in der Spiel, Fantasie und Realität noch eine Einheit bilden und im besten Sinne des Wortes Unschuld vermitteln. Bereits die, den Film eröffnenden Szenen machen den Gegensatz aus kindlichem Blick und tatsächlicher Realität deutlich: Er zeigt Bilder der Deportationen: deutsche Soldaten, die jüdische Familien in einem Berliner Innenhof zusammentreiben. Dann rückt Bruno ins Bild, der mit seinen Spielkameraden auf dem Weg nach Hause ist und fortwährend mit ausgebreiteten Armen Jagdflieger spielt. Gut gelaunt trifft er zuhause ein und erstarrt, als er Männer sieht, die Möbel wegschleppen. Doch die in diesen kurzen Einstellungen aufgebauten Assoziationen laufen ins Leere. Brunos Eltern sind keine Juden, deren Zuhause zwangsarisiert wird. Im Gegenteil, sein Vater ist eine echte Nazi-Größe. Den bevorstehenden Umzug "aufs Land" feiert er standesgemäß mit Parteigenossen. Mit seinen Eltern und seiner vier Jahre älteren Schwester Gretel reist Bruno den deportierten Juden hinterher. Er selbst ahnt freilich noch nichts davon, dass sein Vater Leiter eines Vernichtungslagers ist, eben jenes "Bauernhofes"(um welches Lager es sich handelt, bleibt im Film ebenso offen, wie ein Bezug zu realen historischen Personen).
Der Film nimmt fortan den Zuschauer mit auf die Entdeckungsreise von Bruno, der am liebsten Abenteuerbücher liest und keine Gelegenheit auslässt, um sich gegen das Verbot seiner Mutter von zuhause fortzustehlen. Bruno landet bei einer seiner Expeditionen am Lager. Auf der anderen Seite des Zaunes hockt ein verwahrloster jüdischer Junge, Shmuel. Schnell freunden sich die beiden Kinder an, unterhalten sich über 'ihre' jeweilige Realität, spielen Dame und können sogar miteinander lachen. Schließlich begegnen sie sich sogar einmal bei Bruno zuhause, wo Shmuel zur Arbeit hingeschickt wurde. Hier ereignet sich jener schicksalshafte Freundschaftsverrat, der zuletzt in die Katastrophe führt.
'Der Junge im gestreiften Pyjama' ist ein ergreifender, aufwühlender, nie rührseliger Film, der sich dem Holocaust auf eine irritierend naive, zärtliche Weise annähert und gerade dadurch dessen perverse Banalität offen legt. Einen Vergleich mit dem Roman braucht er nicht zu scheuen, da er die Grundaussage des Buches in einem anderen Medium auf eigenständige, aber großartige Weise genauso ergreifend und überzeugend zu vermitteln weiß. Sehr sehenswert, gerade auch für Jüngere!
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