Kurzbeschreibung
Julian Bream gehörte zweifellos zu den großen Repräsentanten der Konzertgitarre im 20. Jahrhundert. Aus Anlass seines 75. Geburtstags am 15. Juli beleuchtet dieses CD-Set einen weniger bekannten Aspekt seiner Karriere: Seine Rolle in der Alte-Musik-Bewegung während der 1950er Jahre. Sämtliche Aufnahmen dieser Edition erscheinen hier erstmals auf CD.
In den Anfängen seiner Karriere spielte Bream alles und überall: Gigs mit Lew Stones Band (einer beliebten Tanzkapelle), die erste Aufführung von Rodrigos Concierto de Aranjuez im britischen Rundfunk und Bühnenmusik in Shakespeares Othello in Manchester 1950. Darüberhinaus überstand Bream seinen Wehrdienst als E-Gitarrist einer Armee-Tanzkapelle.
Als er einmal beim Aldeburgh Festival auftrat, begleitete Bream auf der anschließenden Party nach dem Konzert Peter Pears bei Lautenliedern. Diese Begegnung stand am Beginn vieler gemeinsamer Recitals in den nächsten Jahren. Schon im November 1955 nahmen die beiden eine 25-cm-LP mit Lautenliedern von Dowland, Ford, Morley und Rosseter für Decca auf.
1956 begann Bream eine viel beachtete Reihe von Solo-LPs für die amerikanische Plattenfirma Westminster. 1965 hatte Glenn Gould ungeheuren Erfolg mit den Goldberg-Variationen. Bream fand das höchst bemerkenswert und nahm ebenfalls eine Bach- und dazu eine Dowland-LP auf. Es waren die ersten Platten mit Zupfinstrument, die nur einem einzigen Komponisten gewidmet waren. Diese Solo-LPs mit Werken von Bach und Dowland sind Teil der vorliegenden Zusammenstellung. Bahnbrechend waren auch die Dowland-LPs, die Bream mit Golden Age Singers einspielte.
Nach seiner »Westminster-Periode« nahm Julian Breams Karriere beginnend mit seiner ersten Amerikatournee 1958 einen steilen Aufstieg. Der alten Musik blieb er jedoch treu: Er gründete 1959 sein Consort und setzte auch die Partnerschaft mit Peter Pears fort. Die vorliegenden Aufnahmen sind kostbare Dokumente aus einer Zeit, in der Dowland für Bream noch fast ebenso neu war wie für uns alle.