Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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35 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
"Unterhaltende humorvolle Polit-Satire ohne viel Tiefgang!", 19. Juni 2008
Nach der Invasion Afghanistans durch sowjetische Truppen organisieren in den
1980er Jahren ein für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannter Kongress-
abgeordneter (Tom Hanks als Charlie Wilson), ein abtrünniger CIA-Agent (Philip
Seymour Hoffman als Gust Avrakotos) und eine texanische Jetset-Lady (Julia
Roberts als Joanne Herring) eine gewaltige Geheimoperation.
Nach außen wirkt Wilson wie ein sorgloser Playboy, doch verfügt er über einen
flinken Verstand und ein großes Herz. Als ihm die antikommunistische Joanne
Herring rät, sich auf die Seite der afghanischen Widerstandskämpfer zu schlagen,
initiiert der Politiker die geheime Finanzierung der Kämpfer...
Alles in allem eine etwas altmodische leicht konsumierbare Polit-Satire mit farben-
frohen Figuren und feinster Schulhofdiplomatie.
Interessant wie der Film auf ironische Weise zeigt, wie die Amerikaner ihre späteren
Feinde, die Taliban, systematisch aufbauten. Trotzdem wäre bei einem so wichtigen
Thema mehr Tiefe wünschenswert gewesen.
Bild und Ton sind auf hohem Nivau. Und auch die Extras mit einer Reportage und Inter-
views mit dem echten Charlie Wilson sind sehenswert.
(DVD)
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37 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spaßiges, leicht verdauliches Politkino!, 11. Juni 2008
Politisches Kino hat es bekanntlich schwer ausreichend Zuschauer ins Kino zu locken um die Produktionskosten wieder einzuspielen. "Von Lämmern und Lämmern" floppte trotz eines Superstars wie Tom Cruise. So setzt "Der Krieg des Charlie Wilsons" nicht nur auf ein Schwergewicht wie Tom Cruise, sondern in erster Linie auf leicht verdauliche Kost. Der Film fällt in die Kategorie Satire-Drama, ist meiner Meinung nach aber deutlich mehr Satire. Der Grundton ist trotz ernsten Themas immer relativ locker und ironisch. Das ist aber auch absolut kein Problem, denn es macht einfach Spaß mit anzusehen wie die Amerikaner ihren späteren Erzfeind, die Taliban aufbauen um die Sowjets zu schwächen. Hier wird einem allerdings eher gezeigt, dass die Amerikaner die Afghanen beschützen wollen. Überhaupt ist der Film aller Ironie zum Trotz eher pro Amerika. Allerdings geschieht dies in einem absolut vertretbaren Rahmen. Tom Hanks spielt den lebensfrohen, Whiskey trinkenden, Koks schniefenden Kongressabgeordneten, der in seinem Büro ausschließlich hübsche Frauen beschäftigt, äußerst souverän. So stark hat man Hanks in den letzten Jahren selten gesehen. Allein die Tatsache, dass er neben Philipp Seymour Hoffmann bestehen kann, sagt viel aus. Hoffmann spielt den zynischen FBI Veteran einfach brillant und bietet den perfekten Kontrast zu dem doch etwas naiven Charlie Wilson. Die erste Szene Hoffmanns bei seinem Vorgesetzten ist mit das beste was das Kinojahr 2008 zu bieten hatte (haben wird) und macht den Film schon sehenswert. Der Oscar als bester Nebendarsteller wäre in jedem Fall in Ordnung gegangen. Neben diesen beiden Glanzleistungen wirkt selbst eine Julia Roberts eher blass und auch Amy Adams als Wilsons Assistentin rückt trotz guter Leistung in den Hintergrund. Auch wenn der Film nicht allzu viel Tiefgang besitzt und mehr als Unterhaltung funktioniert, bringen einige Szenen das Geschehen doch sehr gut auf den Punkt. Beispielsweise wenn Wilson merkt, dass er zwar den Kriegsetat nahezu beliebig aufstocken kann, nach dem Krieg aber niemand mehr Gelder für den Wiederaufbau bewilligen möchte. Insgesamt ist "Der Krieg des Charlie Wilson" allen zu empfehlen, die auf Tiefe zugunsten der Unterhaltung verzichten können.
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21 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kleiner Mann - ganz groß!, 27. Juli 2008
In diesem unterhaltsamen Mike Nichols-Film (Primary Colors, The Birdcage) übernimmt Tom Hanks die Rolle des US-Kongressabgeordneten Charlie Wilson, der in der Reagan-Ära seine ganze Aufmerksamkeit dem Leid der afghanischen Zivilbevölkerung und der Bewaffnung der Mujaheddin widmet, die sich gegen eine immer expansiver vorgehende russische Armee zur Wehr zu setzen haben.
Es ist Teil des auf einer wahren Geschichte beruhenden Filmkonzepts, dass man sich als aufmerksamer Zuschauer nie ganz schlüssig ist, was denn diesen texanischen Abgeordneten, der zumindest zu Beginn des Films sündigem Whiskey und mehr als nur aufgeschlossenen Stripperinnen mehr zugetan scheint als einer außenpolitischen Großtat im Mittleren Osten, antreibt. Ein schlechtes Gewissen ob seines selbstverschuldeten politischen Außenseitertums, oder doch nur persönliches Geltungsverlangen? Wie dem auch sei, sein emsiges Treiben und Händeschütteln tragen bald Früchte. Mit Rückendeckung der sechst reichsten Frau in Texas, gespielt von einer überaus damenhaft anmutenden Julia Roberts, und gewisser politischer Kontakte gelingt ihm schließlich das Unerwartete: die Wendung des Kalten Krieges im Russland-Afghanistan-Konflikt zugunsten einer mit amerikanischen Hightech-Waffen ausgerüsteten afghanischen Miliz.
Der Film mag im Ganzen kein Meisterwerk geworden sein, doch dank der darstellerischen Leistungen - u. a. Philip Seymour Hoffman als zynisch-abgebrühtes CIA-Alteisen, herrlich auch seine rhetorisch unschlagbare Abrechnung mit einem Vorgesetzten - verliert er zu keiner Zeit den Faden und bleibt bis zum Schluss spannend. Was mir aber an "Charlie Wilson's War" am besten gefallen hat, ist Tom Hanks, der in seiner Rolle als charakterfester, jovialer Südstaaten-Politiker mit "Großmannssucht" regelrecht aufzugehen scheint. Darüber hinaus übt der Film auf seine satirische Weise Kritik am Politzirkus der USA, in dem für gewöhnlich nur die Mächtigen zu Wort kommen und Paradiesvögel wie Wilson nur allzu gern ausgebremst werden. Nun, in diesem Fall hat der Enthusiasmus eines Einzelnen über Washingtons selbsternannte Regierungselite gesiegt.
Insgesamt ein sehenswerter Film, dem man aber ehrlicherweise auch seine bisweilen zu leichtgewichtig-naive Machart vorwerfen muss; deshalb gibt es von mir 4|5 Punkten.
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