Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Forest Whitaker brilliert trotz eines teilweise schwachen Drehbuchs, 28. Oktober 2008
Aus Abenteuerlust und mit einer großen Portion Naivität reist der junge schottische Arzt Nicholas Garrigan (James McAvoy) Anfang der 70er Jahre nach Uganda, wo er während eines Verkehrsunfalls die Bekanntschaft mit dem ugandischen Staatspräsidenten Idi Amin (Forest Whitaker) macht. Eingewickelt von dessen Charme und Charisma lässt er sich als sein Leibarzt und Vertrauter anstellen. Zunächst genießt er die Anerkennung und die Privilegien, bis er nicht mehr länger die Augen vor Amins brutalem Regime verschließen kann. Er bezieht Stellung und muss um sein Leben fürchten...
Forest Whitaker hat für die Darstellung des ugandischen Staatspräsidenten und Massenmörders Idi Amin zu Recht den Oskar erhalten. Er verleiht dem Dikator eine komplexe Menschlichkeit, die dessen unfassbaren Gräultaten greifbar werden lassen.
So bietet "Der letzte König von Schottland" einen Mix aus Fakten und Fiktion. So stellt er Idi Amin nicht als eindimensionales, stereotypes Monster dar, sondern ebenso liebenswürdig und zugänglich, wie paranoid und grausam. Daran krankt aber leider auch der Film. Forest Whitaker strahlt eine unheimlich gute Leinwandpräsenz aus, so dass sämtliche Nebendarsteller in seiner Gegenwart ein wenig blass daherkommen. Erst zum Ende hin rückt der Junge Arzt Garrigan mehr in den Vordergrund, so dass der Film eine gewisse Spannung aufbaut. Nichtdestotrotz wirkt James McAvoy eher hölzern neben dem großartig aufspielenden Amin - ganz so wie ein kleiner Junge, der Angst vor seinem Vater hat. Das Drehbuch spielt McAvoy zu Beginn wunderbar in die Karten, seine Naivität, sein Wunsch Spaß zu haben, ist überzeugend und glaubwürdig. Allerdings wird dies zu lange ausgenutzt, so dass die Glaubwürdigkeit, bei aller Verblendungskunst von Amin, schon ziemlich in Frage gestellt wird.
Insgesamt gebe ich dem Film 4 Sterne, für einen grandiosen Forest Whitaker. Der vor der Schönheit und dem Schrecken Afrikas wunderbar aufspielt. Die restlichen Darsteller bleiben leider ein wenig blass oder zu lange in ihrer drehbuch-bedingten Naivität hängen, so dass es für 5 Sterne nicht ganz gereicht hat.
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
In den Fängen der Macht, 10. September 2007
Die Geschichte des üblen Freibeuters Idi Amin wird hier insofern klug aufbereitet, als es gelingt das Opfer der Verführung durch den Demagogen und Charismatikers Amin, also den Westen, in Form des jungen Arztes -gespielt von James McAvoy - ein Gesicht zu geben. Jung und unerfahren fährt er nach seiner Promotion zum Dr. med. nach Uganda, um hier Abenteuer zu erleben und kommt, ehe er sichs versieht, als Leibarzt von Idi Amin wieder zum Vorschein. Anfangs geblendet von Stellung und Privilegien und umschmeichelt von Idi, aber auch vom lokalen Repräsentanten des British Empire, dämmert ihm so nach und nach, dass der vordergründig unberechenbare, aber freundliche Idi eine Bestie in Menschengestalt ist. Minister verschwinden, Gegner werden umgebracht, der junge Arzt selbst merkt zunehmend die Paranoia des Diktators. In letzer Sekunde gelingt ihm, nach einer filmisch grausig realistisch aufbereiteten Folter, die Flucht nach Europa. Übrigens im Rahmen der Befreiung der Geiseln der historischen Flugzeugentführung in Entebbe. Etwas plump, aber ganz originell in den Handlungsstrang eingearbeitet, übrigens. Was kurz kommt ist das Ausmaß der Greueltaten, aber diese genauer zu beschreiben ist vielleicht nicht notwenig, es reicht auch so. Erschüttert erkennt man jedoch, wie leicht es Typen vom Zuschnitt eines Idi Amin haben, die Massen zu verführen, den einzelnen einzulullen, ohne das er es merkt, bis er sich wiederfindet in den Fängen der Macht. Ausgezeichnet agieren die Hauptdarsteller, wobei mich James McAvoy fast noch mehr beeindruckt hat als Forrest Whittaker. Spannender Plot, gedreht an Originalschauplätzen, gut geschnitten. Enttäuschend das "Making of" und das historische Doku-Material. Gerade über Amin sind die Archive voll!! Und das "Capturing of Idi Amin" - frei übersetzt "Das Phänomen Idi Amin verstehen" mit "die Gefangennahme von Idi Amin" übersetzt wird, sollte im Profi-Filmgeschäft nun wirklich nicht vorkommen! Trotzdem 5 *****
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Packender Politthriller mit einem unglaublichen Forest Whitaker, 28. August 2007
Mit "Der letzte König von Schottland" schuf Regisseur Kevin MacDonald einen weiteren filmischen Höhepunkt zum Thema Afrika.
Anders als bei vergleichbaren Filmen der letzten Jahre wie "Der ewige Gärtner", "Hotel Ruanda" oder "Goodbye Bafana" stehen bei diesem Werk die Thriller-Elemente weitaus deutlicher im Vordergrund. Der Film ist durchweg enorm packend und mitreißend inszeniert, sodass keine Sekunde Langeweile entsteht.
Die fiktive Geschichte des jungen schottischen Arztes Nicholas Garrigan, der in Uganda zum Leibarzt des Diktators Idi Amins ernannt wird, ist dramaturgisch perfekt erzählt und erlaubt dem Zuschauer ein hohes Maß an Identifikationspotential.
Doch das Herz des Films ist ganz eindeutig Forest Whitaker, der in der Rolle seines Lebens als Idi Amin dermaßen brilliert, dass es einem die Sprache verschlägt. Whitaker, der sowohl in Filmen als auch in der Öffentlichkeit immer einen enorm sanften und gutmütigen Eindruck macht, verschwindet in dieser Rolle, die ihm auch einen Oscar und so gut wie alle Preise diverser amerikanischer Kritikerverbände bescherte, völlig. Eigentlich gibt es keinen Moment, in dem man, wie bei den meisten Darstellern etwa an frühere Darstellungen erinnert wird, man sieht einzig und allein nur noch diese beeindruckende Erscheinung von Mensch namens Idi Amin. Für diese Hingabe für die atemberaubende Performance muss man Whitaker enormen Respekt zollen. Er ist sogar präsent, wenn er auch nicht in einer Szene auftritt, es herrscht eine regelrecht latente Hochspannung.
Durch die Regie und natürlich vor allem durch Whitaker wird der Zuschauer ebenso wie Garrigan, der viel jugendlichen Elan und Abenteuerlust versprüht, manipuliert. Es entwickelt sich eine regelrechte Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann.
Die Erscheinung Amins kann man nur als faszinierend bezeichnen: Im einen Moment ist sein Charme und seine Freude unglaublich ansteckend, im nächsten Moment kann er sich in ein unberechenbares, tobendes Monster verwandeln, das einen erschaudern lässt. In der ersten Hälfte des Films überwiegt diese menschliche, charmante Seite Amins, wodurch man als Zuschauer permanent bei seinen Auftritten ein Grinsen auf dem Gesicht hat. Es ist ohne Probleme nachvollziehbar, wie Amin, der gut 300.000 Menschenleben auf dem Gewissen hat, sein Volk mitreißen und an die Macht kommen konnte. Auch heute ist er in Uganda teilweise noch populär.
Nur selten blitzt zunächst seine Unberechenbarkeit auf, doch im Verlauf des Films driftet der berüchtigte Diktator immer mehr in den Wahnsinn ab. Diese erschreckende Erfahrung, die Garrigan im Film macht, wird dem Zuschauer spürbar gemacht. Seine ausweglose Situation, die immer bedrohlicher wird, sorgt für ein Höchstmaß an Beklemmung.
Die Filmemacher scheuten auch nicht vor expliziter Gewaltdarstellung zurück, die so manchem wohl heftig auf den Magen schlagen wird. Viele Bilder in "Der letzte König von Schottland" sind nur schwer verdaulich und bleiben dem Zuschauer im Gedächtnis.
Es gibt zudem vereinzelt typische Suspense-Elemente, die den Film sehr spannend machen, doch am bemerkenswertesten ist, wie bereits erwähnt, die Spannung, die allein durch Antizipation erweckt wird. Man wartet immer regelrecht auf den nächsten Auftritt Whitakers.
Eine weitere sehr positive Überraschung ist der eigentliche Hauptdarsteller James McAvoy, der Garrigan spielt. Wenn seine Performance nicht so enorm glaubwürdig wäre, würde der Film darunter entscheidend leiden, denn er ist letztendlich die Identifikationsfigur des Streifens.
Ansonsten ist der Film zudem sehr atmosphärisch, durch das Drehen an Originalschauplätzen in Uganda wird ein absolut überzeugendes Bild der damaligen Geschehnisse dargeboten.
Leider trägt die ansonsten sehr gute Musik hin und wieder ein wenig zu dick auf und die fiktiven Elemente werden eventuell zu einem gewissen Zeitpunkt zu stark einbezogen, wodurch "Der letzte König von Schottland" nicht ganz die Höchstwertung erhält.
Aber nichtsdestotrotz wurde hier ein pulsierendes Stück Kino erschaffen, das bei weitem nicht nur Afrika-Liebhaber begeistern sollte.
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