Aus der Amazon.de-Redaktion
Hier kommt die No. 13 der Kantaten mit den ungewöhnlichen Bach-Spezialisten aus Fernost. Wieder einmal ist es eine rundum gelungene Einspielung: Kraftvoll und ohne sentimental-romantische Bewunderungsbücklinge vor dem ach so übergroßen Meister Bach wird hier Musik gemacht -- gleichwohl in ganz entspannten und natürlichen Linien. Eine echte Alternative zu den Produktionen der europäischen Ensembles. So beruht die Qualität dieser Aufnahme auch nicht in erster Linie auf den "importierten" Sängern Robin Blaze, Gerd Türk, Peter Kooij und Kirsten Sollek-Avella (die im Übrigen makellos singen, also genau so, wie man es von ihnen gewohnt ist). Auch ihre japanischen Kollegen Yukari Nonoshita, Yoshie Hida (Sopran) sowie Makoto Sakurada (Tenor) reihen sich elegant und problemlos in die Gruppe anerkannter Spitzensänger für dieses Repertoire ein. Das präsente Instrumentalensemble, besonders die guten Blechbläser und die überhaupt nicht quäkenden Oboen tragen das Ihrige zu diesem guten Gesamteindruck bei.
Vorgenommen hat sich Masaaki Suzuki mit seinem Bach Collegium Japan diesmal Kantaten, die Bach in seinem ersten Leipziper Jahr 1723 komponiert hat. Hervorgehoben sei hier die "Kantate Nr. 25": "Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe." Sie erscheint uns inhaltlich doch ziemlich drastisch mit ihren plastischen und rigorosen Vergleichen aus dem "medizinischen" Bereich. Musikalisch ist das Düstere und Gefährliche besonders in dem kunstvollen Eingangschor perfekt nachgezeichnet. Dieses Bedrohende lichtet sich jedoch im Verlauf der Kantate. In der Aria "Öffne Meinen Schlechten Liedern" schlägt die negative Grundstimmung in optimistische Zuversicht um. Auch die Musik wird hier hell und licht, es gibt einen wunderschönen tänzerischen Dialog zwischen Streichern und einem Blockflötenchor. Der Schlusschoral führt diesen Optimismus dann mit großer Kraft zu einer konsequenten Gewissheit. --Andreas Nachtsheim