Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Cronenbergs Comedy ?, 28. Juni 2009
Die wie ein Weltstar verehrte Computerspiel-Designerin Allegra Geller (Jennifer Jason Leigh) hat ein neues Spiel erschaffen - sozusagen eine neue Generation von Spiel, bei dem die Grenzen zwischen Fitkion und Realität verwischen werden. Das neue Videospiel mit dem Namen eXistenZ (e, gross X, i,s,t,e,n, gross Z) wird mittels einer Nabelschnur unmittelbar in das Rückenmark des Spielers eingestöpselt, er braucht dazu an dieser Körperstelle eine Öffnung, eine Art Steckdose - den Bioport. Statt die Spielzüge auf einem Bildschirm zu verfolgen, spielt sie alles was folgt - und von der Realität nicht mehr trennbar - direkt im Gehirn des jeweiligen Spielers ab.
In einer verlassenen Kirche, irgendwo in einer Einöde, treffen sich die Spielfreaks, um Allegra zu feiern und um vor allem, exklusiv die ersten zu sein, die das Spiel noch vor der weltweiten Veröffentlichung spielen zu dürfen. Doch Allegra hat nicht nur Fans, sondern Todfeinde. Ein zu spät zum Event kommender Teilnehmer (Kris Lemche) verübt mit einer seltsamen Waffe aus Tierknochen und Zähnen einen Anschlag auf die Göttin der Spiele. Ihr PR-Manager (Richard Eccleston) wird dabei getötet, ihr gelingt mit dem Praktikanten Ted Pickul (Jude Law), der am besagten Abend die Security übernommen hat, aber vorerst die Flucht. Allegra muss nun herausfinden, ob der Original Game Pod, den sie retten konnte, noch intakt ist und ob sich das Spiel noch spielen lässt. Dabei braucht sie einen Mitspieler und diese (un)dankbare Rolle fällt natürlich notgedrungen dem jungen Ted zu, der sich als echter Spielemuffel entpuppt. Er hat sich noch nicht mal einen Bioport legen lassen. Das muss schnellstens nachgeholt werden, damit diese hässliche, klitschige Spielkonsole, die wie ein Anus aussieht, bei ihm, einer Jungfrau auf diesem Gebiet, aktiv werden kann.
Eine heruntergekommene Tankstelle mit einem zwielichten Tankwart (Willem Dafoe) ist Anlaufstelle Nr.1. Doch die Feinde lauern überall, weitere Gestalten tauchen auf: Kiri Vinokur (Ian Holm) ein Freund von Allegra...bevor das Spiel gestartet werden kann oder läuft es etwa schon ? Die Locations werden zunehmend surrealer, unappetitlicher, glitischiger (Cronenberg voll in seinem Element) und sowohl für Ted als auch für den Zuschauer bedrückender. So befindet sich Ted plötzlich an einem Fließband in einer Aufzuchtstation für mutierte Amphibien wieder, in denen er Riesenfrösche aufschneidet und ausnimmt, ohne es zu wollen - das Spiel kontrolliert seine Handlungen, um den Spielfluss voranzutreiben...
Noch nie hat David Cronenberg, der für seine biologischen Horrorfilme hoch verehrt wird, einen so komischen Film gedreht. Seine Satire wirkt stellenweise wie eine Parodie seiner früheren Arbeiten. Der Film ist witzig und überzeichnet: Die virtuelle Welt im Spiel eXistenZ sieht ungeheuer schäbig, ja total uneinladend aus, es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, ins Land "eXistenZ" zu gehen, aber alle wollen es. Die Menschen hängen an diesen Nabelschnüren wie Vieh und gelegentlich dürfen sie simulierten Sex haben oder gar einen Mord begehen, aber damit dieser Kick entsteht, giltes mit extremem Widerwillen in einem Chinarestaurant unidentifizierbare Fleischstücke(grün, braun, eklig) zu mampfen...
Vielleicht wurde der Film deshalb eher zwiespältig aufgenommen, weil Cronenberg ähnliche Themen (Mensch/Technik/Verformung/Parallelwelt) schon viel ernsthafter abgehandelt hat. "eXistenZ" wirkt ziemlich leicht und locker, obwohl er genug doppelten Boden zum Nachdenken bietet. Die augenzwinkernde Note irritert aber, die Aussage, dass Menschen von Heute zunehmend in eine kollektive Spielleidenschaft oder einem "Second Life" verfallen und sich inzwischen schon eine sehr beträchtliche Zeit des Lebens in virtuelle Welten ausgeklügelter Computerspiele flüchten,hätte man von Cronenberg gerne viel düsterer und bedrückender gesehen. Aber vielleicht schiebt er ja bald eine weitere Variante zu diesem sehr zeitgemüssen wie zukunftsbeängstigem Thema nach...
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Computerspiele, die "in die Haut" gehen..., 25. November 2006
... oder so ähnlich, war mein erster Gedanke, nachdem ich "eXistenZ" zum ersten Mal gesehen habe. Die Technologie schreitet voran, ebenso wie die Gefahr, die davon ausgeht.
Wenn der Film mal ganz genau hinterfragt wird, ist man tagelang damit beschäftigt, über den surrealen Inhalt nachzudenken - vor allem, wenn man bedenkt, was passiert, wenn es zur Realität wird.
David Cronenberg spielt wie so oft mit der Realität; lässt den Zuschauer oft genug fragen, wo sich die Charaktere nun befinden: Realität? Spiel? Bis zur letzten Sekunde wird mit dieser Frage gehandhabt. Und der Zuschauer wird dabei im Regen stehengelassen.
Der Film selbst ist recht gut gemacht. Solide Action, langsam aufsteigende Spannung, gut aufgelegte Darsteller. Ab und zu steigt ein wenig der Ekelfaktor, was bei einem Regisseur wie Cronenberg eigentlich das Normale der Welt ist.
Ein Film zwischen Genie und Wahnsinn - und irgendwie nicht einzustufen. Treffen Sie selbst ein Urteil: Spiel oder Realität?
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Albtraum virtueller Realitäten, 25. Juli 2000
Von Ein Kunde
Der Regisseur David Cronenberg hat sich einen Namen durch Filme wie Crash, die Unzertrennlichen, Naked Lunch, Videodrome oder die Fliege gemacht. In diesem Film greift er wieder auf seine altbekannten, ekelerregenden Schockelemente zurück. Er beschreibt Spieler in einer virtuellen Realität, die sich immer tiefer im Spiel verfangen, bis sie nicht mehr in der Lage sind, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Der Film erzählt dabei einen Verschwörungsplot, in dessen Verlauf die Fronten verschwimmen, bis die Hauptfiguren (und auch der Zuschauer) sie nicht mehr unterscheiden können. Die Effekte und der Ton sind ziemlich gut, nur bei den DVD-Extras hätte es etwas mehr sein dürfen. Hier finden sich auf der deutschen Ausgabe lediglich Trailer und ein kurzes Making-Of in schlechter Qualität. Alles in allem ein sehr gelungener Film, wenn auch nur für Zuschauer, welche die merkwürdige, surreale Art von Cronenbergs Filmen mögen.
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