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Der Mensch des 19. Jahrhunderts
 
 

Der Mensch des 19. Jahrhunderts (Gebundene Ausgabe)

von Ute Frevert (Herausgeber), Heinz-Gerhard Haupt (Herausgeber)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 373 Seiten
  • Verlag: Magnus, Essen; Auflage: 1 (21. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3884004077
  • ISBN-13: 978-3884004074
  • Größe und/oder Gewicht: 22,8 x 15,2 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 244.962 in Bücher (Die Bestseller Bücher)
  • Komplettes Inhaltsverzeichnis ansehen

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eine bestechende Idee! Geschichte wird ja für gewöhnlich entweder in großen Verlaufslinien von Politik, Wirtschaft und Kultur erzählt oder anhand von Personen und Einzelschicksalen. Der vorliegende Band wählt stattdessen das Verfahren einer historisch arbeitenden Soziologie. Es werden Berufsstände porträtiert (hervorragend: "Der Arzt" von Oliver Faure), sodann für das Jahrhundert neue politisch-soziale Konstrukte untersucht (Gerard Noiriel: "Der Staatsbürger"), aber auch ganze Bevölkerungsschichten dargestellt (Heinz-Gerhard Haupt/ Jean-Luc Mayaud: "Der Bauer" oder Vincent Robert: "Der Arbeiter").

Die Autoren gewähren Einblick in Mentalitäten und Lebenswelten (immer wieder wird detailreich aus Autobiographien zitiert), sie bieten Überblicke über wirtschafts- und sozialgeschichtliche Forschungsergebnisse und sie skizzieren die Entstehung gesetzlicher Regelungen, etwa für Dienstmädchen und Landarbeiter.

Der Raum dazu -- die Kapitel sind nicht länger als 30 Seiten -- ist freilich knapp bemessen und nicht alles wirkt gleichermaßen gelungen. So berücksichtigt der Artikel von Sylvie Schweitzer über den Ingenieur überwiegend nur die Verhältnisse in Frankreich, der von Giovanni Montroni über den Adel beschränkt sich sogar gleich ganz auf Italien. Dem großen Reiz dieses Lesebuches (auf Anmerkungen wird verzichtet, es gibt lediglich einen kleinen Literaturanhang) tut das keinen Abbruch. Ein Kapitel wie "Die Gläubige" von Michela de Georgio -- facettenreich zeigt die Autorin hier die "Verweiblichung" der katholischen Kirche im 19. Jahrhundert -- rechtfertigt ganz alleine den Kauf dieses Bandes. --Michael Winteroll -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.



Neue Zürcher Zeitung

Arbeiter, Unternehmer, Dienstmädchen

uha. Nach dem Menschen der Renaissance, des Barocks, der Aufklärung und der Romantik – so die bisherigen Titel der Reihe – können wir nun auch mit dem Menschen des 19. Jahrhunderts Bekanntschaft schliessen; zumindest mit demjenigen aus dem west- und mitteleuropäischen Raum. Die Autorinnen und Autoren dieses handbuchartigen Sammelbandes, vorwiegend Wirtschafts- und Sozialhistoriker, verfolgen den Anspruch, anhand von dreizehn «Sozialtypen» die Charakteristika des bürgerlichen Zeitalters mit Leben zu füllen. Weitaus einschneidender als zuvor (und als nachher) hätten die ökonomischen und sozialen Bedingungen – man denke an Industrialisierung und politische Revolution – die menschliche Existenz geprägt. Neben den neuen Berufsgruppen, vertreten etwa durch den Unternehmer, das Dienstmädchen, den Künstler, haben auch die Klassenprotagonisten ihren Auftritt: der Arbeiter, der Bauer, der Staatsbürger. Mit den Porträts vom Migranten und der Gläubigen wird in weniger bekannte, aber nicht minder wichtige Trends dieser Zeit eingeführt. Dass es «den» Menschen des 19. Jahrhunderts nicht gebe, darauf wird einleitend verwiesen. Doch fraglich bleibt, ob der Weg über eine abstrakte und repräsentative Figur der geeignete ist, um auf das «Leben» hinter den bekannten «Strukturen» zu stossen – oder ob diese damit nicht einfach verdoppelt werden. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Räumlich leider viel zu groß gefasst, 7. Mai 2005
Der Klappentext geht leider gar nicht auf die räumlichen Inhalte der Betrachtungen der verschiedenen Autoren ein. Von 13 Kapiteln sind 9 übersetzt aus anderen Sprachen, vornehmlich aus dem Französischen, und entsprechend sind auch die von diesen Autoren beschriebenen Räume französische, italienische, niederländische usw. Da verwundert es nicht, daß die Menschen mit ländlichen Berufen - und im 19. Jh. war Deutschland immer noch ländlich dominiert - erheblich zu kurz kommen. "Der Bauer" heißt ein Kapitel und beginnt mit dem Satz "Im 19. Jahrhundert lebte die Mehrheit der Bevölkerung Europas noch immer auf dem Lande [...] In der ländlichen Gesellschaft waren die Bauern [...] in der Mehrheit." Symptomatisch, wie ich finde: Betrachtung Europas als Einheit, trotz erheblicher kultureller Unterschiede, insbes. noch im 19. Jh. und dann noch die klare Ausgrenzung Ostdeutschlands, denn hier war auf dem Lande keineswegs überall der Bauer als Berufsstand in der Mehrheit.
Ein gut gemeinter Versuch, allgemeinverständlich - wobei allerdings oftmals die Gewohnheit der Autoren, nüchtern-wissenschaftlich zu publizieren unverkennbar ist - Aspekte der Sozialgeschichte darzustellen. Es scheint aber, daß die Herausgeber nicht genug Beiträge bezüglich unserer Kultur gefunden haben. Insbesondere Leser, die beispielsweise im Zuge ihrer Familienforschung etwas anderes als nur die Daten, sondern auch etwas über das Leben ihrer Vorfahren erfahren wollen, bräuchten ein solches Buch - nur eben für unseren Kulturraum.
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