Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schwarze Romantik, 8. Dezember 2008
"Nachtwachen" (1805 in Buchform erschienen) gilt heute als bedeutendes Werk der schwarzen Romantik und als Pionierwerk der literarischen Moderne - und das mit Recht! Natürlich stellt das Buch Leser, die eine stringent erzählte Geschichte erwarten, vor gewisse Herausforderungen. Denn eine "Handlung" im engeren Sinn des Wortes gibt es nicht. Zusammenghalten wird das Werk nur durch die Hauptfigur, den Nachtwächter Kreuzgang. Auf 16 Nachtwachen begleiten wir ihn durch die finstere Stadt und werden zum Zeugen seiner ebenso finsteren Gedanken. In radikal aufklärerischer Weise stellt er vieles in Frage, die Ehe, die Kirche, den Staat. Seine Positionen, teils mit satirischem Spott, teils mit pathetischer Polemik vorgetragen, wirken nihilistisch - wie ein Vorgriff auf Nietzsche. Sehr empfehlenswert für Leser mit geistigen Ansprüchen! (Man muss aber kein Intellektueller sein, um "Nachtwachen" zu verstehen.)
|
|
|
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Bedrückende Lebensgeschichte eines Außenseiters, 26. Juli 2009
Wer sich die "nachtwachen" vornimmt, muss sich auf einiges Vorbereiten, dieser Roman ist so ungewöhnlich und einzigartig wie nur wenige andere Bücher der Weltliteratur.
Die Geschichte ist düster und die Erzähart, in den direkten Monologen des Hauptdarstellers, war wohl eine Vorlage für Dostojewskis stil.
Inhaltlich dreht es sich um das Leben eines Nachtwächters der uns dieses Episodenhaft in 16 Nachtwachen schildert, sein Leben allerdings ist alles andere als typisch, im gegenteil, Bonaventuras Hauptperson ist wohl eine der seltsamsten der Literaturgeschichte, als solche auch mehrfach von der spießbürgerlichen Welt angeklagt und sogar im Tollhaus ist unsere Hauptperson lange Zeit gesessen.
Diese völlig gegen den Strom seiner Zeit schwimmende Person, gibt uns natürlich auch etwas andere Interpretationen vom Leben, diese fallen allesamt eher düster aus und enden mit der Erkentniss, das nach alles Nichts ist, ein Nihilismus in literarischer Form.
Die Aussagen des Nachtwächters sind zwar alle samt schwarz romantisch aber dennoch dienen sie zur reflexion, und auch wenn seine Sprache sehr hochwertig ist und viele antike Götter und Szenarien vorkommen, kann man die Grundaussagen erkennen.
Der Roman an sich ist ein phantastischer Roman, aber auch nur in so weit als dass man sich immer vor Augenn ahlten muss, dass die Person die uns das alles erzählt ein ehemaliger Insasse eines Irrenhauses ist, und insofern der Tefuel wohl nur in seiner Einbildung vor ihn tritt, etc.
Der eigenwillige Erzählstil, die komplexität der einzelnen Erzählpassagen, die teilweise wirren Ansichten der Hauptperson und das Gefühl einfach mitten in das Leben dieser person hineingeworfen worden zu sein udn eben so schenll wieder herausgezogen zu werden, das fehlen eines Anfangs und Schlusses also, all das hinterlässt doch einige Makel an diesem erstaunlichen Werk, insofern gebe ich 3 gute gemeinte Sterne.
|
|
|
5 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Wunderbare Sprache, wirre Erzählweise, 11. Oktober 2004
Der Titel klingt ja sehr vielversprechend "Nachtwachen". Bonaventura, (bzw. Klingemann wie der Autor eigentlich heißt)erzählt darin die Geschichte eines Nachtwächters und wie er die Welt sieht. Seine Sprache ist sehr metaphorisch und poetisch und bringt oft wunderbare Bilder an den Tag. Aber die Geschichte selbst ist so unheimlich komplex und wirr geschrieben, dass es einem oftmals schwer fällt, dem -ohnehin meist nur aus Betrachtungen über das Leben, den Menschen, (den Abfall von)Gott und dem Glauben und ähnlichen Fragen bestehendem- Erzählfluß zu folgen. Somit bleiben leider viele Dinge komplett dem Leser verschlossen und nur wirkliche Intellektuelle dürften an diesem fast 200 Jahre alten Werk, das bei seiner Erscheinung kaum auf Beachtung stieß, auf ihre Kosten kommen. Wem es Spaß macht, sich stundenlang den Kopf über bestimmte Formulierungen und Ansichten zu zerbrechen, der sollte einen Blick riskieren. Allen anderen sei eine etwas leichter verdauliche Lektüre empfohlen.
|
|
|
|