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Mrs Dalloway. SZ-Bibliothek Band 54
 
 

Mrs Dalloway. SZ-Bibliothek Band 54 (Gebundene Ausgabe)

von Virginia Woolf (Autor), Klaus Reichert (Herausgeber), Walter Boehlich (Übersetzer)
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Zwar bemerkte sie in ihren Notizen über Ulysses, den ihr T.S.Eliot kurz nach dessen Erscheinen empfohlen hatte, lakonisch: "Ein primitives ungebildetes Buch, scheint mir", nichtsdestotrotz schien James Joyce' Meisterwerk nachhaltigen Eindruck bei ihr hinterlassen zu haben. Virginia Woolf, gerade an der Arbeit zu ihrem neuen Roman Mrs. Dalloway, übernahm seine Idee, die Geschichte an einem einzigen Tag spielen zu lassen. Nach der Zeit ihrer ersten eher traditionell-impressionistischen Romane Die Fahrt hinaus von 1915 und Nacht und Tag aus dem Jahr 1919, begann nun ihre experimentelle Phase.

Ein Junitag im Jahre 1923. Clarissa Dalloway, (sie hatte schon einen Auftritt in Die Fahrt hinaus), Gattin eines Parlamentsabgeordneten, trifft die Vorbereitungen für eine große Abendgesellschaft. Während dieser Verrichtungen ergeht sie sich in Erinnerungen, lotet ihr Leben aus und wird sich der Enge und Leere ihres Daseins schmerzlich bewußt. Mrs. Dalloways Reflexionen, wie überhaupt die inneren Monologe des Romans, bilden den eigentlichen Kern der Handlung, während die Darsteller puppengleich auf dem gesellschaftlichen Parkett agieren. Dieses fast filmisch anmutende Übereinanderschichten gleichzeitiger Ereignisse griff die Autorin in ihrem späteren Roman Die Wellen erneut auf.

Die Filmfassung von Regisseurin Marleen Gorris (Antonias Welt), mit der großartigen Vanessa Redgrave in der Titelrolle, kam im September 1997 auf den Markt. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Audiobook-Rezensionen

Wer Action will, liegt mit " Mrs Dalloway", erschienen 1925, eindeutig falsch. Der Klassiker des modernen Romans begründete die Technik des "stream of consciousness". Hier werden die unzähligen Eindrücke, die das Bewusstsein empfängt, gezeigt. Deshalb beschränkt sich die so genannte Handlung von "Mrs. Dalloway" auch auf einen Junitag im Jahr 1923, an dem Clarissa Dalloway eine ihrer berühmten Abendgesellschaften geben wird. Das ganze Interesse liegt auf der Präsentation der Innenwelt. Alles, was Clarissa durch den Kopf geht, Erinnerungen, Assoziationen, Fragen, Zweifel wird ungefiltert dargeboten. Diese Innenwelt der Protagonistin wird in Spannung zu der Innenwelt eines sie umgebenden Figurenensembles gesetzt. Dazu zählen neben vielen anderen Richard, der Ehemann, Peter, der Clarissa geliebt hat und gerade aus Indien zurückgekehrt ist. Das einzige Fakten stiftende Moment ist der Glockenschlag Big Bens.

Virginia Woolf ist eine Ikone der modernen Literatur, eine faszinierende Frau, die unter Depressionen litt und 1941 Selbstmord beging. Angela Winkler, die große Theater- und Filmschauspielerin, schafft eine dem Buch ebenbürtige Lesung. Mit ihrer etwas nasalen Stimme erweckt sie die inneren Monologe zum Leben. Sie findet für die unzähligen Wiederholungen beim Verfassen der Gedanken immer den Ton, der die Bewusstseinsströme ordnet. Sie hält uns tatsächlich bei der Stange. Eine geniale Besetzung! Lesung ohne Musik, Spieldauer: 358 Minuten, 4 MC. Mit Booklet.

-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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35 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Zeitloses, literarisches Schwergewicht!, 7. April 2006
Diese Rezension stammt von: Mrs Dalloway (Taschenbuch)
"Mrs. Dalloway" von Virginia Woolf gehört zu den wichtigsten Romanen des 20. Jahrhunderts und es ist das Herzstück im Werk der englischen Autorin, die am Leben wie am Schreiben gleichermaßen litt und ihrem Leben allzu früh selbst ein Ende setzte.
Meisterhaft beschreibt sie einen Tag im Leben der 52-jährigen Clarissa Dalloway, einer Frau der englischen Upper-Class, die eine gesellschaftliche Abendeinladung vorbereitet.
Während ihrer Verrichtungen sinniert sie über das Leben und wir erleben sie als typisches Kind ihrer Zeit, dabei verunsichert und melancholisch, traurig über verpasste Chancen, gleichwohl wissend, dass sie nie den Mut aufgebracht hätte, gegen die Konventionen zu verstoßen.
Und gleichzeitig ist es die Geschichte eines Freundes, der am Leben verzweifelt und sich am Ende dieses Tages umbringen wird...
Virginia Woolf gelingt gleichzeitig eine sehr stimmungsvolle Momentaufnahme Londons zwischen den Weltkriegen, das auf heutige Leser noch immer zeitlos wirkt.
"Mrs. Dalloway" ist ein Buch von ungeheurer literarischer Kraft, dabei jedoch nicht leicht zu durchschauen. Es ist streckenweise doch recht mühsam, sich auf dieses Buch einzulassen. Es belohnt den Leser aber mit tiefgründigen Einblicken in die Gefühlswelt der Protagonistin.
Ein Buch, für das man Zeit und Muße braucht!
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38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Vielleicht sperrig, aber allemal lohnend, 24. April 2005
Diese Rezension stammt von: Mrs Dalloway (Taschenbuch)
Mein Weg zu Virginia Woolf und zu Mrs. Dalloway war ein wenig verwinkelt. Es begann mit einem Film. Der Film hieß „The Hours" und war eine Verfilmung von Michael Cunninghams gleichnamigem Buch. Hierbei wurde das Leben dreier Frauen auf eine sehr interessante Weise erzählt und miteinander verwoben. Doch dazu ein andermal mehr.... Eine dieser Frauen war Virginia Woolf, die zu Depressionen neigte und schon einige erfolglose Selbstmordversuche hinter sich hatte. Der Film beschrieb eine wichtige Periode ihres Schaffens: Die Entstehung des Romans Mrs. Dalloway, der mit ihr zusammen den roten Faden der Geschichte bildet. Sie selbst hat diesen vierten Roman als einen ihrer gelungensten bezeichnet.

Wahrscheinlich schaffen professionelle Rezensenten viel eher einen interessanten Abriss der Geschichte darzustellen und häufig bedienen sich gerade im Bereich ernster Literatur die Menschen gerne einer sagenhaft eloquenten Ausdrucksform. Leider liegt mir das nicht und so beschränke ich mich auf die Einfachheit, mit der ich Mrs. Dalloway wahrgenommen habe:

Der Roman beschreibt einen Tag im Leben von Clarissa Dalloway, Gattin eines Parlamentsabgeordneten. Der Leser wird mit Clarissas geplanter Abendgesellschaft in die Geschichte eingeführt. Clarissa ist krampfhaft bemüht die nahende Gesellschaft gebührend zu empfangen und verköstigen. Anfangs gewann ich den Eindruck, sie opfere ihr alles und es wirkte, als hing sie mit ihrem Leben daran. Sie scheint alles dafür zu geben, glücklich auszusehen, nur damit niemand merkt, dass sie unglücklich ist. Die Geschichte tut sich in einigen Nebensträngen auf, die letztlich aber in der Gesellschaft von Clarissa münden.

Da taucht ein Mann aus anderen Zeiten auf... Peter Walsh, dessen Umtriebigkeit sie letztlich doch gegen das „Glück" mit Richard Dalloway eintauschte. In dem Buch kehren Peter und Clarissa unabhängig voneinander gedanklich zu ihrer gemeinsamen Zeit zurück, ehe Peter nach Indien ging. Clarissa betrachtet die Zeit etwas verklärt, rechtfertigt vor sich aber die Entscheidung. Und auch Peter scheint sich mit den Gedanken an seine Verlobung in Indien nicht so erfreuen zu können, wie an dem Gedenken alter Zeiten. Nur ist Clarissas Ehe mit Dalloway nicht glücklich ist und auch die gemeinsame Tochter Evelyn entfernt sich im schwierigen Alter der Pubertät von Ihrer Mutter, steht im Einfluss der schwermütigen Mrs. Kilman. Mrs Kilman hält sich an Ihrem Glauben fest und an der Askese und ergeht sich darin, sich von der reichen Glitzerwelt aus der Evelyn kommt abzugrenzen. Doch Glück und Freude scheint sie darin nicht zu finden. Und Peter, der in der Gesellschaft eher belächelt wird, weil er eine Karriere gegen einen impulsive Handlung eingetauscht hat ist auch nicht glücklich, auch wenn einige das wohl annehmen, Ihn als Bonvivant betrachten.

Es gibt noch ein paar interessante Nebenschauplätze an diesem Tag, aber der aufregendste war in meinen Augen hierbei das Leben von Lucrezia und Septimus Warren Smith. Septimus, der unter dem leidet, was er im ersten Weltkrieg mit ansehen musste, der stets pflichtbewusst und erfolgreich irgendwann einfach unter der Last erdrückt wird und nun langsam den Depressionen verfällt. Eine Krankheit die man als solche nicht behandelt und der auch Lucrezias Liebe nicht beikommen kann. Es scheint wohl nicht von der Hand zu weisen, dass sich Virginia Woolf in der Figur des Septimus etwas spiegelt, zumindest erscheint es mir so.

Mrs. Dalloway war für mich ein sehr interessanter Abstecher in das Reich der Klassiker. Ohne einen Spannungsbogen und einzig auf die Gesellschaft im Hause der Dalloways zulaufend, hat der Roman eine eigenartige Anziehungskraft. Für mich liegt sie nach wie vor in der Figur seiner Autorin und deswegen habe ich mich auch dazu entschlossen, die Biografie ihres Mannes zu lesen, der darin das Leben mit seiner schwer kranken Frau beschreibt. Zwei Dinge habe ich immer zur Beschreibung meines Lesegefühls bei Mrs. Dalloway erwähnt: Einerseits habe ich immer etwas gebraucht, ehe ich in diesem Roman drin war. Ich verglich es mit den 3D-Bildern, bei denen man diesen starren Blick bekommen musste und irgendwie durch das Bild durch oder an dem Bild vorbei sehen musste. Ähnlich musste ich meinen Verstand verschieben, ehe ich Zugang zu Clarissas Welt erhielt. Andererseits war der Sog dann auch sehr stark. Ich fühlte mich auch lange nach dem Schließen des Buches schwermütig und traurig.

Sicher keine leichte Kost, aber ich kann es nur empfehlen. Ein Stück Literaturgeschichte.

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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wow!, 29. August 2003
Diese Rezension stammt von: Mrs Dalloway (Taschenbuch)
Am Anfang sind die Schachtelsätze etwas gewöhnungsbedürftig, deshalb war ich froh, daß ich das Buch nicht auf englisch gelesen habe wie ich es anfangs vorhatte. Mit einem Satz: das Buch ist eine Wucht! Der Erzählstil ist einfach klasse! Oft habe ich innegehalten und einen Abschnitt noch einmal gelesen, weil ich von der Schreibweise fasziniert war.

Im wesentlichen geht es um vier Personen, von denen zwei im Vordergrund stehen und miteinander verbunden sind: Clarissa Dalloway und Septimus Warren Smith. Hinter diesen beiden Personen stehen zwei weitere (Peter Walsh und Reiza Warren Smith), die dem Leser ein Bild von Clarissa und Septimus aus ihrer Perspektive vermitteln. Faszinierend! Man muß sich allerdings ziemlich konzentrieren beim Lesen, wegen der bereits erwähnten Schachtelsätze, aber wenn man das Buch ausgelesen hat, möchte man am liebsten gleich wieder von vorne anfangen. Fünf Sterne!

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4.0 von 5 Sternen Gewöhnungsbedürftig, aber dann....
durchaus das literarisch wertvolle Werk, als daß es gehandelt wird.
Am Anfang hatte ich wirklich zu kämpfen, mir fehlte der Durchblick, das Interesse und die Charaktere... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von J. Binder veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Augenschmaus für Sprachbegeisterte
Wie auch Jane Austen, überzeugt Virginia Woolf weniger mit einer raffinierten Handlung als mit einer beeindruckenden Sprache und einem ausgefeilten Porträt verschiedener... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Kristin Hogk veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Konzentriertes Lesen kann etwas verändern
Menschen gehen aneinander vorbei, Zufall! Viele kleine Dinge strömen im Unterbewußtsein auf, veschwinden wieder. Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Sascha Steglich veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen das ganze leben einer frau an einem einzigen tag/ und in diesem tag ihr ganzes leben...
so klingt sinngemäß eine tagebuchaufzeichnung, die virginia woolf - verkörpert von nicole kidman im film "the hours: von ewigkeit zu ewigkeit" - vorliest, als sie über dem entwurf... Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Gerber veröffentlicht

2.0 von 5 Sternen teilweise einfach langweilig...
Als ich mich über Virginia Woolf informiert habe, dachte ich "was für eine interessante und einzigartige Frau". Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Bücherwurm veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen ein Klassiker
Es ist anfangs etwas schwierig sich hineinzufinden und sich an die geschachtelten Sätze zu gewöhnen. Aber nach einer Weile liest man manche Sätze von Mrs. Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Weinpflaume veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Ein Tag mit Mrs Dalloway
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, wobei ich mich zu anfangs etwas schwer mit Mrs. Woolfs Schreibstil getan habe. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. November 2007 von Herbstkind

5.0 von 5 Sternen Vom Aufstehen wie Zubettgehen
Ein streng komponierter Roman, der Virginia Woolf ermöglichte, den Alltag wie die Erinnerung als Strom von Gedanken und Eindrücken zu beschreiben. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. September 2007 von Polar

3.0 von 5 Sternen langamtig
Das man dieses Buch gelesen haben muß ist unstreitbar. Allerdings muß ich zugeben, dass es stellenweise sehr langatmig und einfach überblättert werden kann. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Juli 2007 von R. Duvnjak

5.0 von 5 Sternen Erstaunlich !!!
"Mrs. Dalloway" ist ein noch immer erstaunliches Buch.
Erstaunlich deshalb, weil es sich, obwohl aus dem Beginn des 20. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Mai 2007 von Udo Kaube

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