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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
eine der größten Filme überhaupt, 25. Dezember 2006
The Deer Hunter ist sehr wohl ein politischer Film, sofern man das Politische nicht vordergründig als negatives oder womöglich positives Statement zum Krieg der USA in Vietnam versteht. Wenn ein Film zeigt, wie ein Krieg »Kommunikation zerstört«, und zwar die allerletzten Ansätze davon, hat das eine politische Dimension um so mehr, als diese Kommunikation vorher ja nicht etwa sonderlich funktioniert hat, sondern sich immer schon am Rande des Scheiterns befand. Worum es den Figuren dieses Films geht, was sie empfinden, wonach sie sich sehnen, können sie nicht ausdrücken. Eine Sprachschablone nach der anderen schiebt sich vor ihre Seele. Weniges ist bezeichnenderweise als die Frageformel: »Bist Du o.k.?« Die Protagonisten gebrauchen sie immer dann, wenn sie für das, was gerade geschieht, keine Worte haben, aber eine unverständliche Leere spüren, die dann durch die Formel zugedeckt wird.
Das Einzigartige dieses Films von Michael Cimino besteht meiner Ansicht nach in seiner Verknüpfung von zwei Elementen, von denen man zunächst denken sollte, daß sie völlig unvereinbar sind: von sozialer Analyse und epischer Darstellung. Wer die Hochzeitsszene als »zu lang« empfindet, hat nicht verstanden, daß es hier um die Physiognomie sozialer Verhaltens- und Redeformen geht. Nicht im Sinne eines politischen Programms, sondern durch präzise sinnliche Beobachtung. Die Fotos der drei Jungmänner etwa hängen an der Wand schon so, als ob es sich um Tote handelte. Oder die untergründige Bereitschaft zur Gewalt, die sich an den nichtigsten Kleinigkeiten entzünden kann.
Aber jede einzelne analytische Szene ist eingebunden in den Atem einer großen Filmerzählung. Besonders eindrucksvoll die zwei so verschiedenen Jagdszenen. Den Hirsch mit einem Schuß töten heißt hier irgendwie auch: Es darf kein Geheimnis geben; wer die Natur sozusagen nackend erwischt, muß sie sogleich als Trophäre mit nach Hause tragen. Aber dann kommt unmittelbar nach der Jagd die Szene in der Kneipe, wo der eine Dicke auf dem Klavier verzweifelt Chopin zu klimpern versucht, so wird auf einmal die Kunst zum neuen Träger der Sehnsucht nach dem Geheimnis, das soeben zerstört worden ist. Die zweite Jagdszene hat ein beinahe theologisch-utopisches Moment: ich meine den Augenblick, in dem der Hirsch auf Michaels »O.K.« gleichsam antwortet, indem er den Mund verzieht. Ein schöneres Bild für die Utopie einer Kommunikation zwischen Mensch und Tier kann ich mir nicht vorstellen. Auch das gehört dazu: Die Darstellung der Zerstörung von Kommunikation lebt auch von der überschwenglichen Idee einer solchen, diese ist das Maß, welches erlaubt, die Zerstörung zu zeigen.
Die Leistung der Schauspieler ist so grandios, daß man nicht versteht, warum ein vielversprechendes, schönes Gesicht wie das von Christopher Walken, mit Ausnahme von »Heaven's Gate« hinterher praktisch in keinen wirklich großen Film mehr mitgewirkt hat. Robert de Niro, John Savage, Meryl Streep, sie alle haben hier einen Höhepunkt ihres Lebens erreicht.
Die Schlußszene mit »God bless America« als »fragwürdig« abzutun, scheint mir deplaciert zu sein. Sie zeigt ja nicht etwa an, daß die Leute »rechts« geworden seien: Nur Jane Fonda in der Hochzeit eigener ideologischer Verblendung konnte Michael Cimino, den Protegé Clint Eastwoods, als »Faschisten« beschimpfen. Nein, das »Singen« ist ja überhaupt nicht von seiner Ärmlichkeit und Kläglichkeit zu trennen. gerade das macht die Szene ja auch zu einem ergreifenden Moment. Dem Einsatz geht unmittelbar voraus, daß Angela, die die Sprache verloren hatte, wieder spricht: »Es wird aber gar nicht hell heute.« Aber gerade dadurch wird es hell. Für diese Leute ist alles zusammengebrochen, was zusammenbrechen konnte. Und so geben sie ihrer Sehnsucht nach etwas Ausdruck, das mehr wäre als das eigene Leben. Ist das nicht absolut angemessen in diesem Augenblick, über den eben dadurch hinausgeht?
Ich denke, »The Deer Hunter« ist ein Film, der für ein Leben reicht. Er allein wäre Michael Ciminos »Tor zum Himmel« gewesen. Vielleicht ist »Heaven's Gate« insgesamt nicht ganz so stringent und dicht wie »The Deer Hunter«. Die Story ist auch eine ganz andere. Aber mit beiden Filmen hat sich Cimino in die Geschichte des Kinos machtvoll eingeschrieben und viele andere Namen, auch ganz große, deklassiert.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einer der besten Antikriegsfilme, 21. April 2007
..vielleicht der Beste.
Cimino entwickelt eine Spannung in dem Film, die ihresgleichen sucht. Er bedient sich dabei des Themas Vietnam als einer Plattform, welche die Protagonisten aus ihrem banalen Leben in die gnadenlose Hölle von Krieg und Vernichtung wirft, um sie im nächsten Moment in ihren zutiefst persönlichen Befindlichkeiten den daraus entstehenden Konsequenzen zu hinterfragen.
Der Krieg als Mittel zu Zweck. Was macht er aus Menschen, was bewirkt er..
Cimino bleibt überraschend seinem Anliegen treu und konzentriert sich auf die Helden des Films. Schildert sie in Extremsituationen, ihr Scheitern oder Aufbegehren.
Am Ende bewegen sich die Helden auf einer Plattform, die sie freiwillig betraten und die ihre vage unsichere Existenz einer existenziellen Prüfung unterzog, die Keiner von ihnen so beabsichtigt hatte. Cimino hinterfragt damit einen fragwürdigen amerikanischen Patriotismus, der sich angesichts sonstiger Filme des Genres wohltuend hervorhebt. "The deer hunter" reiht sich für mich in die wirkliche Reihe(!) von Antikriegsfilmen ein, die dem Zuschauer den elendigen Pathos von Vaterland und Heldentum in üblichen Filmen erspart.
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5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Phänomenale Schauspieler, 8. Dezember 2006
"The Deerhunter" erzählt die Geschichte dreier Freunde, die gemeinsam auf die Jagd gehen und am Tag nach der Hochzeit von Stephen nach Vietnam in den Krieg ziehen.
Dort durchleben sie die Hölle des Krieges: Vom Vietcong gefangengenommen werden sie dazu gezwungen, russisches Roulette zu spielen. Mit enormem Risiko können sie entkommen - Mike (Robert DeNiro) gelingt es, den schwer verletzten Stephen zu retten, aber ihre Wege trennen sich.
Als Mike vom Kampfeinsatz in die kleine Heimatstadt in Pennsylvania zurückkehrt erfährt er, dass Stephen in einem Veteranenheim lebt; er hat beide Beine verloren. Nick (Christopher Walken) hat sich in Vietnam unerlaubt von der Truppe entfernt, versorgt Stephen aber aus der Ferne mit Geld.
Mike kehrt nach Saigon zurück, um Nick nach Hause zu bringen - und findet ihn unter jenen Männern wieder, die um viel Geld russisches Roulette spielen...
Ein beeindruckendes Drama rund um die Unmenschlichkeit des Krieges und die Schicksale der Menschen, die ihn durchleben müssen, auch jene, die zu Hause geblieben sind.
Hervorragende schauspielerische Leistungen liefern nicht nur Robert DeNiro, sondern vor allem ein noch junger Christopher Walken und Meryl Streep.
Mit knapp 3 Stunden ist der Film für meinen Geschmack etwas zu langatmig, deshalb nur 4 Sterne.
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