Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Empfehlung, 15. Mai 2008
Erfrischend unvoreingenommen und tiefsinnig. Wunderbare Alternative zu den reißerischen biologischen Büchern, die alle das Subjekt oder das Bewusstsein wegerklären wollen. Hier bleibt es, und das noch hervorragend wissenschaftlich begründet. Eine gelungene Zusammenschau und Analyse wichtiger aktueller geistiger Strömungen, deren Verbindungslinien endlich einmal klar werden. Wer sich mit dem Leib-Seele-Problem, Psychologie, Yoga oder Buddhismus beschäftigt wird hier reichlich fündig. Man muss viel mitdenken, aber das ist ein Qualitätszeichen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein faszinierendes und mutiges Werk, 10. Januar 2009
Ein faszinierendes und mutiges Werk!
Folgt man diesem spannenden Buch, wird dem Leser eins immer klarer: Die unmittelbar erfahrbare Welt, die uns jeden Augenblick erscheint, ist primär und unhintergehbar. Jeder Versuch, die Welt durch dahinter liegende "Dinge an sich" (bzw. Atome, Moleküle etc.) zu erklären, setzt sie zwangsläufig immer schon voraus. Was heißt es dann aber, unsere Welt wissenschaftlich erklären zu wollen? Gibt es eine abstrakte mathematische, gleichsam göttliche Welt hinter den Phänomenen? Wenke kommt zum Schluss, dass eine solche nur eine intellektuelle Konstruktion ist. Wirklich ist allein die phänomenale Welt, wie sie uns erscheint und in der wir leben.
Die phänomenale Welt kann naturwissenschaftlich nicht erforscht werden. Die Naturwissenschaften beschränken sich auf effektive, nützliche und praxisbezogene Forschung, die nicht auf Erkenntnis und Verstehen, sondern vor allem auf technologisches Wissen und absichtsvolle Manipulation von Natur und Mensch ausgerichtet ist. Sie ist aber weder dazu bestimmt noch geeignet, den philosophischen oder spirituellen Wissensdurst von Menschen zu stillen. Die Phänomene selbst sind der mögliche Zugang zum Geistigen, sofern man für dessen Erleben offen ist, es zulässt (Wenke, Kap. V.). Faszinierenderweise skizziert der Autor hier z.B. den Buddhismus als Beispiel für praktisch gelebte Phänomenologie.
Im Gehirn kann es keine seelischen Inhalte geben, das Bewusstsein ist kein räumlicher Zustand, sondern ist delokalisiert. Daher gibt es im Gehirn auch keine Gedanken: "Man schaut gerade nicht ins Bewusstsein hinein ... man schaut einfach wieder auf eine Dingoberfläche... Man verpasst das Phänomen, weil man das Subjekt in ,psychischen Daten' sucht, so wie man etwas ,Eigentliches' im Innern einer Holzpuppe vermutet und sie deshalb suchend zerlegt" (MW, 14).
Bemerkenswert erscheinen mir an diesem Werk der Mut und die Fähigkeit, mit klarem, differenziertem und konsequentem Denken viele vermeintliche Selbstverständlichkeiten der aktuellen Wissenschaft in Frage zu stellen und als Missverständnisse zu enthüllen. Dabei enthält sich der Autor aller popularisierenden Simplifizierungen. Man wünscht diesem Buch nicht nur begeisterte und selbständig denkende Leser, sondern vor allem auch mutige Mitstreiter in der Sache.
Dr. Hans Jürgen Scheurle
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auf solch ein Buch habe ich gewartet., 14. April 2009
Das Buch von Matthias Wenke, dessen Titel Im Gehirn gibt es keine Gedanken - Kritik des Reduktionismus" Aufgabe und zugleich anspruchsvolles und holistisches Programm über den Menschen ist, tritt in einen interdisziplinären Diskurs zwischen Naturwissenschaft und Philosophie ein, kritisiert den Reduktionismus in den biologischen Naturwissenschaften und weist deren monokausale Betrachtungsweise auf den ganzen Menschen als blinden Fleck im System nach.
Die Naturwissenschaften beanspruchen gegenwärtig das Monopol des ganzen Seins" Sie produzieren immer mehr Beschreibungen von Sichtbarem, vergessen aber völlig die dazu notwendige Gegenseite, die dem Sichtbaren erst eine Bedeutung verleiht. Im Schatten bleibt nämlich der Sehende. Es fehlt das Erleben des Menschen..." ( S.8 )
Meine eigene Skepsis gegenüber einer biologistischen Medizin, Psychiatrie, Psychologie und gar einer so beeinflussten und nur so gearteten Pädagogik findet hier ihre Bestätigung. So nutzen mir z.B.in der psychologischen Beratung mit Menschen, wenn ich in einen lebendigen Austausch mit ihnen eintrete, weder Gedanken an Spiegelneuronen, noch deren hirnphysiologische Erklärungs - und Begründungsversuche.
Vorsichtig, differenziert und eindringlich zugleich führt M. Wenke den Leser von dem Universalanspruch der Naturwissenschaft" zur Methode der Phänomenologie nach Edmund Husserl und weiter zur Phänomenologie der Wahrnehmung und des Leibes nach Merleau-Ponty." Die Methode der Phänomenologie ist Instrument und zugleich Handwerkszeug, mit dem in diesem Buch der Mensch erklärt wird.
Der Autor verbindet die Gemeinsamkeiten des Yoga, der buddhistischen Lehre mit einer leibfundierten Therapie, die letztlich das dialogische Prinzip (M. Buber) zur Grundlage hat.
Die Ausführungen zur Psychoanalyse Freuds und der Individualpsychologie Alfred Adlers sehen den Therapeuten als mitfühlenden, sich mit bewegenden Menschen.
Wenke gelingt es, seine LeserInnen als leibhaftige Rezipienten anzusprechen, sie in seine Überlegungen dergestalt einzubeziehen, dass sie inne halten, die komplexe Sache zu vertiefen und sie in seinen Ausführungen weiter zu begleiten, d.h.: dass er in der Vermittlung der anspruchsvollen Inhalte in einen lebendigen, einfühlsamen Austausch mit dem Gegenüber eintritt. Er tut also durch seine Diktion das, was er schreibend vermittelt.
Das Buch ist nicht nur ein anspruchsvolle Studie über den ganzen Menschen, sondern ein wissenschaftlicher Text, dem man M. Wenkes ganze Passion ansieht.
Für alle, die mit Menschen in der Medizin, Psychologie oder Pädagogik arbeiten, ist dieses Werk Bereicherung und eine Anregung zur Selbstreflexion.
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