Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Leselust, Grauen und gespannte Erwartung, 8. Februar 2008
Die Handlung dieses Romans wird durch einen Erbfall in Gang gesetzt. Lucas, ein junger aufstrebender Jurist, verliert seinen letzten Verwandten. Lucas' Onkel, ein schwerreicher Galerist, nimmt sich überraschend das Leben. Lucas erbt alles: Die Galerie, das Londoner Stadthaus, unzählige wertvolle Bilder und Stoneborough Manor, ein altes englisches Herrenhaus, wie es im Buche steht.
Aber Lucas erbt auch eine große psychische Last. Denn auf die Frage, warum sich ausgerechnet sein lebenslustiger, charmanter, beliebter und - wie es schien - vollkommen sorgenloser Onkel umgebracht hat, fällt ihm einfach keine Antwort ein.
Doch es scheint, als lebten das Charisma und der Fluch dieses Onkels auch nach seinem Tod weiter. Zumal Lucas in dessen Fußstapfen tritt. Er gibt sein Leben als Jurist in London auf, bezieht Stoneborough Manor und führt es als offenes Haus. So wie zur Jugendzeit des Onkels die Begabten, Schönen und Verrückten dort aus und ein gegangen sind, mit Drogen, Sex und Alkohol experimentierend, so füllt sich der Landsitz jetzt mit Lucas' Clique aus Oxforder Studententagen.
Zu der Clique gehört auch Lucas langjährige Freundin Joanna, aus deren Perspektive der Roman erzählt ist. Joanna steht dem prächtigen Herrenhaus von Anfang an skeptisch gegenüber. Zwar ist auch sie geblendet von dessen Glanz und Würde, aber sie spürt zusätzlich die unheimlichen Schwingungen, die von dem Anwesen ausgehen. Es verbirgt ein finsteres Familiengeheimnis, dessen Schichten im Lauf der Handlung enthüllt werden.
Diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen, ist spannend und immer wieder neu überraschend, zumal die Autorin sich sehr gekonnt der Ingredienzen der klassischen englischsprachigen Literatur bedient. Wie in Oskar Wildes "Das Bildnis des Dorian Gray" gibt es ein Bild, das, wüßte man es zu lesen, so manches über das finstere Geheimnis verraten würde. Und wie in Edgar Allan Poes "Der Untergang des Hauses Usher" scheint das Verhängnis so tief in die Materie des Gebäudes eingedrungen zu sein, dass sich alle Enthüllungen nur in dem immer unheimlicheren Gemäuer abspielen können.
Aber Lucie Whitehouse ist viel zu klug, um eine platte Kopie dieser Vorlagen abzuliefern, sie nutzt lediglich äußerst geschickt deren Anspielungspotential, um Leselust, Grauen und gespannte Erwartung beim Leser zu provozieren - und ihn bis zu einem wahrlich markerschütternden Finale zu führen.
Dieser Roman ist ein modernes Buch über Liebe, Freundschaft und den Fluch einer Familie im Gewand eines klassischen Schmökers und damit: beste Unterhaltung!
|
|
|
14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannung und Emotionen, 17. Februar 2008
Joanna erzählt die Geschichte ihres Freundeskreises, in dem sich alle seit dem Studium kennen, um die 30 Jahre alt und ungebunden sind. Damit geht auch ein gewisser Lebensstil einher wie beispielsweise der regelmäßigen Flucht aus London auf den Landsitz, den Lucas vor Kurzem von seinem Onkel geerbt hat, um dort auszuspannen und "einen drauf zu machen".
Doch das Haus birgt ein großes Familiengeheimnis. Und es scheint einen eigenen Puls zu haben, den Jo immer nur dann wahrnimmt, wenn etwas Böses passiert. Warum hat sich Lucas' Onkel das Leben genommen? Warum ist sein Vater vor 20 Jahren spurlos verschwunden? Und warum verändert sich Lucas immer mehr, je länger er in diesem Haus lebt? Es geht um Freundschaft und Verrat, Liebe, Hass, Besessenheit und Eifersucht. Können die Freundschaften zwischen den verschiedenen Personen die Ereignisse unbeschadet überstehen?
Zugegebenermaßen hat dieses Buch seine Schwächen, wie z.B. unnötige Längen in der Mitte des Buches, die man durchaus hätte kürzen können oder auch übertrieben detaillierte Beschreibungen um dem Ganzen möglichst einen poetischen Touch zu geben. Ingesamt war das Buch jedoch spannend und sehr emotional. Und diese Emotionen waren sehr realistisch geschildert. Das Ende mag vielleicht vorhersehbar gewesen sein, doch anders hätte diese Situation gar nicht aufgelöst werden können. Auch wenn die Ereignisse an eine Telenovela oder Daily Soap erinnern, kann jeder, der einen Freundeskreis hat, die Gefühle und Konflikte sehr gut nachvollziehen und sich in die Personen einfühlen. Denn hier geht es um alltägliche Ereignisse im zwischenmenschlichen Umgang, wie Neid, Eifersucht, aber auch Freundschaft und Liebe. Alles in allem ist "Als hätten wir alle Zeit der Welt" also ein gutes, wenn auch nicht herausragendes Buch.
|
|
|
10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannendes Lesevergnügen, 11. Februar 2008
Inhalt:
Lucas erbt ein altes Herrenhaus. Er und seine Clique sind von diesem Anwesen so begeistert, dass sie Wochenende für Wochenende dort gemeinsam Zeit miteinander verbringen.
Doch das Haus hat etwas Mystisches und nach und nach hat das Auswirkungen auf die Beziehungen der Personen untereinander und die Verhaltensweisen der Menschen. Kann die eingeschworene Clique diese Veränderungen überstehen?
Das Buch liest sich sehr flüssig. Die Autor beschreibt sehr detailgetreu die Personen und auch das Anwesen, was dem ein oder anderen bisweilen etwas zu kitschig vorkommen kann (abgetretener Teppich, der nur umso edler wirkt").
Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend, sodass ich es kaum aus der Hand legen wollte. Die Story ist zu keiner Zeit langweilig oder langatmig.
Die Autorin schafft es, Altes mit Modernem zu verbinden.
Nicht so toll finde ich allerdings die stellenweise für meine Begriffe recht verharmlosende Beschreibung des Umgangs mit Alkohol und Drogen.
Das Buch setzt sich mit der Frage auseinander, wie viel wahre Freundschaft vertragen kann. Kann aus einer tief verwurzelten Freundschaft eine ebenso tiefe und gut funktionierende Beziehung entstehen? Wie sehr kann man einen anderen Menschen kontrollieren und beeinflussen bzw. wie stark können äußere Einflüsse einen Menschen beherrschen? Und wie sehr können Eifersucht und emotionale Abhängigkeit einen Menschen verändern?
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|