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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Verschwunden im Eis, 12. Juni 2009
Schweden, du hast es besser, möchte man formulieren - denkt man an die Vielzahl von exzellenten Krimi- und Thriller-Autoren, die zurzeit auf allen Bestellerlisten zu finden sind. Und einer davon ist John Ajvide Lindqvist, der als eines der größten Talente in der Literaturszene gilt.
Er liebt bunte Hemden, ist etwas schlaksig, ist 1968 geboren und in Blackeberg bei Stockholm aufgewachsen. Lindqvist hat ein Faible für Horrorelemente, für Vampire und Zombies. Sein Romandebüt "So finster die Nacht" war ein Riesenerfolg - auch als Film. "So ruhet in Frieden", sondern auch den Titel "der schwedische Stephen King".
Mit seinem neuen Roman "Menschenhafen" ist Lindqvist über diese beiden Bücher hinausgewachsen; er erreicht eindeutig ein literarisches Niveau, das ihm den Selma-Lagerlöf-Literaturpreis einbrachte. Dieser Roman ist eine meisterlich erzählte Geschichte, phantasievoll, mit starken Personen und einem mysteriösen Plot.
"Papa, was ist das? Da drüben auf dem Eis?" Da sollten erste einmal die letzten Worte sein, die Anders von seiner Tochter hören sollte. Dann ist sie unter äußerst geheimnisvollen Umständen sozusagen im "ewigen Eis" verschwunden. Aus dieser Ausgangsposition heraus entwickelt John Ajvide Lindqvist seine Story in verschiedenen Handlungssträngen.
Und jedes Kapitel ist eine eigene Short-story, ohne dass der Autor den Faden verliert. Da ist die verzweifelte Suche der Eltern nach der Tochter, da ist die wunderschöne Liebesgeschichte zwischen Anna-Greta und Simon. Da sind die komplexen Verhältnisse in der kleinen Gemeinschaft des Ortes. Mysteriöse Dinge passieren: nicht nur auf der Insel Gåvasten; da geschehen im "Menschenhafen" furchtbare und schaurige Dinge. Vielen "wird der Boden unter den Füßen weggezogen", seelisch und ganz real. Und Maja ist nicht die einzige, die auf dem Eis und auf dem Meer verschwunden ist. Man erinnert sich an alle, die der unheimlichen Macht von Meer und dem Eis zum Opfer gefallen sind.
Mit viel psychologischem Geschick, stilsicher, temporeich und spannungsgeladen erzählt John Ajvide Lindqvist seine Geschichten in der Geschichte. Er versuche, ein Schriftsteller zu sein und so zu schreiben, dass es wie Literatur aussehe - so sein eigenen Statement. Nach der Lektüre von "Menschenhafen" kann der Leser feststellen: Lindqvist ist ein Schriftsteller - und ein verdammt guter.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Eher Schauermär als Thriller, 22. September 2009
"Menschenhafen" ist kein Thriller im eigentlichen Sinne. Im Buchladen wird er so eingeornet und es steht auch "Thriller" drauf, aber im Grunde ist es ein Schauerroman mit leicht übersinnlichen Zügen.
Es beginn ungefähr so wie im Klappentext beschrieben. Auf einem Ausflug zum Leuchtturm der (erfundenen) Insel Domarö verschwindet ohne jede Spur die kleine Maja. Die Ehe der Eltern zerbricht daran und Anders kommt 2 Jahre später aus Stockholm zurück nach Domarö, um das Erlebniss zu verarbeitet. Er leidet schwer unter dem Verlust.
Eine weiter zentrale Figur ist Simon, Anders' Großvater, ein ehemaliger Varietézauberer. Er lebt mit seiner Lebensgefährten Anna-Greta auf der Insel. In Rückblicken lernen wir einiges über Simons Vergangenheit.
Anders fühlt schon bald merkwürdige Dinge. Und nach und nach erfährt er mehr und mehr über das Geheimnis der Inselbewohner. Sie haben einen Pakt mit dem Meer. Das Meer fordert Opfer, immer wieder sind im Laufe der Jahre Leute verschwunden. Nun tauchen einige wieder auf, irgendwas ist aus dem Lot, und Anders glaubt, Majas Gegenwart oder die ihres Geistes zu spüren.
"Menschenhafen" beginnt spannend. Majas Verschwinden bleibt rätselhaft. Anders' Erlebnisse auf der Insel, Simons kleine Geheimnisse und nicht zuletzt Anna-Gretas Stellung auf der Insel lassen rätseln. Aber das Buch lässt sich Zeit. Es gibt viele, nicht uninteressante Einschübe über Simons Leben, über Anders' Kindheit. Und nach und nach erfährt man mehr über den Pakt mit dem Meer.
Leider wurde das ganze für mich etwas wirr zum Schluß. Ich muss zugeben, das ich nur noch flüchtig gelgesen haben und mir nicht recht sicher bin, was mir der Autor zum Schluß über das ganze sagen wollte.
"Menschenhafen" ist ein wirkliches Gruselmärchen. Das ein oder andere Mal hat es mich abends alleine beim Lesen schon etwas geschauert. Es gibt kaum Schockmomente, aber das leise Eindringen des Grauens in die Realität hatte schon etwas unheimliches. Die feinen mysthischen Elemente wurden gut eingeführt und erscheinen akzeptabel.
Wie gesagt, richtige Krimileser sind hier falsch. Es gibt keine Leiche sondern ein verschwundenes Mädchen. Keinen Ermittler, nur einen tief verstörten und trauernden Vater. Die Geschichte ist ruhig und flüssig erzählt. Leider, wie ich schon sagte, krankt es für mich dann etwas zum Ende hin. Zum einen dauerte es mir dann doch zu lange, und für meinen Geschmack wurde es auch zu krude.
Insgesamt habe ich mich aber zu 2/3 des Buches gut und gruslig unterhalten gefühlt. Wegen des unübersichtlichen Endes gibt es aber von mir nur 3 Punkte.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Düstere Spannung aus dem Norden, 29. Juli 2009
Auf ruhige , fast melancholische, Weise hält einen dieses Buch bis zuletzt an die Seiten gefesselt.
Die entrückte, schaurige Spannung habe ich bisher nur in der schwedischen Literatur entdecken können.
Der Autor beschreibt die Kulisse derart eindrucksvoll, dass man sich fast auf dieser kleinen schwedischen Insel wähnt.
Ich habe bereits "So finster die Nacht" und "So ruhet in Frieden" gelesen und erwarte baldigst Nachschub dieses Nervenkünstlers.
Lindqvist beherrscht es allerdings perfekt, bisher bei jedem Werk,
grübelnd über dem zugeschlagenden Buch zu sitzten und sich ein anderes Ende zu wünschen ...oder auch nicht ? Die Handlung ist abgeschlossen und irgendwie auch nicht ...
Fazit : Wunderbarer Lesestoff
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