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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Viele Wiederholungen im Feedback, 10. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Ich bin eine seltsame Schleife (Gebundene Ausgabe)
Als jemand, der "Gödel, Escher und Bach", "Metamagicum" und "Einsichten ins Ich" seinerzeit verschlungen hat, bin ich von diesem Buch eher mittelmäßig begeistert. Vieles davon erscheint mir als eine starke Vereinfachung der Dinge, die er in den 80er Jahren geschrieben hat - nicht umsonst bezeichnet er selbst es als "Gödel, Escher, Bach" für alle - und hat deswegen ein wenig enttäuscht.
Wer aber in diesem Buch Hofstadter das erste Mal begegnet, der sollte eigentlich seine Freude daran haben. Vom Grundlegendsten ausgehend entwickelt er seine Idee zu der Frage, was Identität eigentlich ausmacht und wie man dieser aus verschiedenen Richtungen auf die Spur kommen kann. Er berücksichtigt dabei sowohl neuere technologische Entwicklungen, wie auch den Wandel philosophischer Denkweisen und Ansprüche.
Gleichzeitig ist es mit seinen vielen biographischen Bezügen sicherlich auch das persönlichste Werk des Autoren, der den Leserinnen und Lesern in seinen Ausführungen sehr nahe kommt, was ein konsequentes Ergebnis zu seiner Idee der menschlichen Seele ist, die er mit den "seltsamen Schleifen" entwickelt und auch der ziemlich attraktiven Idee zur Interkonnektivität verschiedener Seele.
Dies alles wird im Original noch durch den Satz und die Sprache stark unterstützt, so dass das Buch auf mehreren Ebenen Schleifen erzeugt, die sich nicht vollständig in der Übersetzung wiedergeben lassen, aber Frau Held leistet hier wahrlich heldenhafte Arbeit und gibt einem so auch in der Übersetzung eine gute Idee der Wirkung dieser Vorgehensweise.
Wenn man das Buch entlang des Kerntextes liest, dann kommt man eigentlich ganz gut zurecht. Wer tiefer in die Materie und in das Denken Hofstadters eintauchen möchte kann dies zum Teil schon mit Hilfe der Endnoten tun, die ihn auf jeden Fall neugierig auf seine anderen Werke machen werden.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Denkanstoss, 19. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Ich bin eine seltsame Schleife (Gebundene Ausgabe)
Ich bin eine seltsame Schleife" ist Hofstadter in Reinnatur. Er präsentiert Ideen und Analogien, die sich alle zu einem Großen verbinden. Auf vieles muss man sich erst einlassen können, denn die gesamte Theorie ist so vielschichtig, dass Hofstadter erst einmal drei Kapitel lang ein bestimmtes Thema einführt, bevor er dann den Bogen zu seiner Theorie schlägt.
Alles wird sehr detailliert besprochen - manchmal schon zu detailliert. Auf die eine oder andere Ausführung, das eine oder andere Beispiel hätte man schon verzichten können. Bei vielem wird erst später klar, warum es so ausführlich besprochen wurde. Dies ist garantiert ein Buch, das man mindestens zweimal lesen sollte, denn erst beim zweiten Mal fallen die vielen kleinen Dinge auf, die vorher kaum in den Zusammenhang passten und sich jetzt doch wunderbar einfügen.
Es besteht schon ein gewisser Anspruch an den Leser - aber kein übertriebener. Man muss weder Philosophie noch sonst etwas studiert haben, um dieses Buch lesen zu können. Zugegeben, es hilft, wenn man die eine oder andere Idee schon mal gehört hat, doch im Großen und Ganzen ist das Buch in sich selbst abgeschlossen: Alles, was man wissen muss, wird irgendwo erklärt. Man sollte sich dennoch Zeit nehmen - es ist weder ein Buch für den Nachttisch noch für die zehn Minuten im Bus. Denn dieses Buch ist ein Denkanstoss, um sich über diese Ideen Gedanken zu machen, vielleicht zu eigenen Varianten zu kommen und so weiter. Einfach gelungen!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Seltsam defizitäre Verständnisschleife, 13. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Ich bin eine seltsame Schleife (Gebundene Ausgabe)
Als jemand, der sich schon länger mit der Bewußtseinsproblematik beschäftigt, waren mir die Fragestellungen vertraut, die mathematischen Herleitungen via Gödel weit weniger. Sie sind denn auch etwas zu mächtig geraten, und man erwischt sich ständig beim Versuch des Überblätterns, was man aber lassen sollte, weil die Erklärungen auch für Nichtmathematiker durchaus nachvollziehbar sind, so man sich ab und an zuruft "Quäl dich, du Sau!" (Zitat Hofstadter). So weit, so gut, aber leider vermißt man doch einige neurophysiologische Tatsachen, die der Autor entweder nicht kannte (???) oder für nicht wesentlich hielt. Aber ein wenig Neuro-Substrat sollte halt doch sein, trotz aller nicht materieller Selbstreferenz-Komplexe, oder auch eben deswegen. Vor allem die Entdeckung der Spiegelneuronen fehlt z.B komplett, und die sind ja nun wirklich bewußtseinsrelevant. Auch die klassischen Spiegelversuche fehlen, desgleichen das Damasio-Konzept der emotionalen Marker nebst einigem anderen. Definitorisch ist mir aufgefallen, daß keine saubere Trennungen zwischen Ich, Selbst, Bewußtsein usw. vorgenommen wird, schließlich sind das zentrale Konzepte der Bewußtseinsforschung und Kognitionspsychologie, und die sollten genau sein, vor allem bei einem Physiker.
Dennoch: Lesen!
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