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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Interessanter Märchenroman von 1935, 22. August 1999
Von Ein Kunde
Wer sich für märchenhaft-phantastische Literatur interessiert, sollte dieses Werk, welches 1999 erneut auch im Fischer-Taschenbuch-Verlag veröffentlicht wird, unbedingt lesen. Der Junge Benvenuto hat einen geheimnisvollen Wald geerbt. Sein Onkel, Oberst Proccolo, hat jedoch keinen Sinn für die Schönheit des Waldes und möchte diesen abholzen lassen - um Gewinn aus dem verkauften Holz zu erwirtschaften. Für das Ökosystem des Waldes - im Roman märchenhaft personifiziert durch Waldgeister - hat er keinerlei Verständnis. Er plant sogar, Benvenuto, der seinen Plänen im Wege steht, mit Hilfe des Windes zu beseitigen. Da beschließen die Tiere des Waldes, dem Oberst seine Identität - allegorisch dargestellt durch seinen Schatten - zu rauben; er ist damit für immer als Verbrecher gebranntmarkt. Proccolo belauscht jedoch die Tiere und muß zu seiner Überraschung erkennen, daß sie den Oberst nicht pauschal verurteilen, sondern durchaus versuchen, seiner komplexen Persönlichkeit gerecht zu werden. Dies Erlebnis führt zu seiner inneren Umkehr - sein Gewissen ist stärker. Als Benvenuto durch einen Unfall am Silvesterabend beinah stirbt, setzt Proccolo alles daran, ihn zu retten. Dies gelingt auch, allerdings um den Preis des Lebens des Obersten, der langsam stirbt und in einem Gespräch mit dem Wind seine innere Umkehr zugibt. Benvenuto, dessen "reine" Seele von Anfang an die Erhaltung des Waldes mit seinen Tieren verlangte - seine "kindliche" Seele versteht alle Tiere und Waldgeister - ist nun unumstrittener Herr des Alten Waldes.Ein sehr beeindruckender, nicht zu aufdringlich gezeichneter Kurzroman über die Notwendigkeit der Existenz der Natur, eine Mahnung gegen rein materialistisches Denken, welches nur auf vordergründiges "Wirtschaften" setzt ohne auf die Gesamtzusammenhänge eines komplexen Systems Rücksicht zu nehmen. Ein Werk, das zum Zeitpunkt seines Erscheinens, 1935, so aktuell war wie heute - vielleicht wird es deshalb immer wieder aufgelegt. Ein Einwand, der mir gegenüber immer wieder gemacht wird, die Wandlung des Obersten sei unglaubwürdig, kann ich nicht teilen - die Szene der inneren Umkehr, die auch ihm erst langsam bewußt wird nach dem "Gericht" durch die Tiere - ist für mich durchaus glaubwürdig gestaltet. Dies ist ein Buch, welches sicherlich zahlreiche Interpretationen finden wird. Es ist leicht zu lesen und fesselnd geschrieben. Ich finde, es handelt sich um einen sehr philosophischen Roman - mit viel Stoff zum Nachdenken.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Geheimnis des Alten Waldes, 28. Dezember 2005
Die Geschichte dieses kleinen Romans spielt in einem abgelegenen Tal in Norditalien, und sie spielt zugleich auf der Grenze zwischen Realität und Phantasie, Wirklichkeit und Märchenwelt. Der unnachgiebige Oberst Procolo hat, gemeinsam mit seinem kleinen Neffen, ein Waldstück geerbt, den so genannten Alten Wald. Der Alte Wald ist ein seit Jahrhunderten unberührtes Stück Natur, in dem die Baumgeister wohnen und in dem man - nicht jeder, meist nur die Kinder, aber auch der Oberst - die Vögel, Waldtiere und Winde sprechen hören kann. Der Oberst aber möchte den Wald allein besitzen, er möchte ihn roden, verkaufen, zu Geld machen, und er wünscht seinem Neffen, der ihm dabei im Wege steht, den Tod. Doch im Laufe der Geschichte wandelt sich der Oberst, erkennt er das Recht der Natur auf Eigenleben an. Als er hört, sein Neffe sei unter einer Lawine begraben, macht er sich auf, ihn zu retten, und findet dabei den Tod. „Der Alte Wald" ist ein märchenhafter, geheimnisvoller Roman, mit dessen, wie man heute sagen würde, ökologischer Grundhaltung Buzzati seiner Zeit weit voraus war (der Roman erschien erstmals 1935). Erst heute, so scheint es, können wir dieses poetische Plädoyer für die Bewahrung und den Respekt vor der Natur richtig verstehen.
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