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Der Herbst des Patriarchen
 
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Der Herbst des Patriarchen (Broschiert)

von Gabriel Garcia Marquez (Autor), Curt Meyer-Clason (Übersetzer)
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Herbst des Patriarchen
OT El otoño del patriarcaOA 1975 DE 1978 Form Roman Epoche Moderne
In Der Herbst des Patriarchen erzählt Gabriel García Márquez vom Aufstieg und Fall eines lateinamerikanischen Diktators. Dessen Lebensweg ist eine Geschichte von großer Macht und noch größerer Einsamkeit. Auch wenn der Autor nach Erscheinen des Romans immer wieder betont hat, der Patriarch sei »bloße Fiktion«, hat er ihm doch Charakterzüge zahlreicher Despoten der spanischsprachigen Welt verliehen.
Inhalt: In seinem verfallenen Palast wird die verwesende Leiche des Diktators gefunden. Sein Volk begreift erst langsam, dass er, der schon einmal seinen Tod inszenieren ließ und dessen Herrschaft schon lange andauert, dass sich selbst die Ältesten kaum an die Zeit vor ihm erinnern, nun wirklich und endgültig tot ist.
Lange Zeit hat der Patriarch, gefangen in einem Labyrinth aus Machenschaften, Verrat und repressiver Gewalt ohne demokratische Legitimation regiert und sein Reich in den Bankrott gesteuert. Schließlich muss er sogar das Karibische Meer verkaufen, das in Kartons abtransportiert wird und eine öde Salpeterwüste hinterlässt. Während er in frühen Jahren die Sorgen seines Volkes gekannt hat, zieht er sich im Alter mehr und mehr in die Isolation seines von Kühen bevölkerten Palastes zurück. Immer noch wird er gehasst, gefürchtet und wegen seiner angeblich magischen Kräfte auch bewundert. Doch längst ist ihm selbst seine Macht zur Qual geworden. Liebe, Freundschaft und Zärtlichkeit kennt er nicht, sucht sie vergebens bei Konkubinen, verräterischen Beratern und seinem Doppelgänger, versucht sie zu erkaufen und zu erzwingen, wird jedoch immer wieder enttäuscht. García Márquez, den der Zusammenhang von Einsamkeit und Macht fasziniert, stellt den Patriarchen als brutalen, aber durch zum Teil groteske Überzeichnung zugleich auch als bedauernswerten Menschen dar.
Aufbau: Der Roman beginnt mit dem Tod des uralten Patriarchen, Herrscher eines namenlosen karibischen Staats und zeichnet von diesem vorweggenommenen Ende aus in Rückblicken die Stationen seines Lebens nach. Hierbei geht García Márquez jedoch wie schon in Hundert Jahre Einsamkeit nicht chronologisch vor. Vielmehr wird zu Beginn jedes Kapitels unmittelbar an den Tod des Protagonisten angeknüpft, in jedem Kapitel macht sich der Autor die Perspektive eines anderen Zeitzeugen zu Eigen und beleuchtet eine andere Sequenz der Biografie des Patriarchen. Mal steht die Furcht der Untertanen, mal seine unerwiderte Liebe, mal sein Herrschaftsstreben im Mittelpunkt. Die Zeitebenen verwischen, Mythos und Gegenwart stehen nebeneinander, auch geschichtliche Ereignisse wie die Fahrten des Kolumbus werden in die Erzählung eingebaut.
Wirkung: Der Herbst des Patriarchen gehört zur Gattung des Dikatorenromans. Mit dieser Thematik beschäftigten sich in den 1970er Jahren ebenso andere lateinamerikanische Autoren (u. a. Alejo R Carpentier. Von Kritikern wurde das Werk vor allem wegen der Sprachgewalt, des avantgardistischen Umgangs mit der lateinamerikanischen Geschichte sowie seiner hinter bitterer Ironie versteckten sozialkritischen Haltung begeistert aufgenommen. García Márquez selbst sprach von dem Patriarchen als dem »großen mythologischen Tier«, der »einzigen originären Figur, die der lateinamerikanische Kontinent je hervorgebracht« habe. A. He. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"García Marquez bleibt der nimmermüde, unerbittliche, satirische Chronist, ... er bleibt ein gewiß sehr anspruchsvoller Unterhalter, einer der größten, die es unter den lebenden Schriftstellern gibt." (Tagesanzeiger, Zürich)

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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Nicht leicht zugänglich, 22. Juni 2001
Diese Rezension stammt von: Der Herbst des Patriarchen (Broschiert)
Eines Morgens wird der Diktator eines südamerikanischen Volkes tot in seinem Palast aufgefunden - gestorben im Alter zwischen 107 und 232 Jahren. Von diesem Ereignis ausgehend zeichnet Garcia Marquez das Leben des Tyrannen nach, aber nicht als zusammenhängende Geschichte präsentiert, sondern als ein wirres Kaleidoskop aus einzelnen Szenen, scheinbar willkürlich aneindandergereiht in nicht enden wollenden, metaphernbeladenen Sätzen; das letzte Kapitel, 51 Seiten lang, besteht sogar nur aus einem einzigen Satz. Eine Anekdote reiht sich in einem endlosen Fluß an die nächste, Schilderungen über Schilderungen von Besuchen bei seiner Mutter, mißglückten Staatsstreichen, über seinen Hodenbruch und seine zahlreichen Konkubinen, dabei springt die Erzählperspektive dauernd von der Ich-Erzählform in die verschiedener dritter Personen um. Nicht umsonst heißt es im Nachwort: "Der Leser, der die Intention des Autors begreifen will, wird alle Vorstellungen von Romanformen mit überschaubarer Handlung, linearer Entwicklung und nachvollziehbarer Zeitfolge vergessen müssen, er wird sich nicht durch das Vexierbild der sich ständig ablösenden Erzähler, des 'Ich', des 'Du', des 'Wir' aus dem Konzept bringen lassen."

Sicherlich ist das beleibe kein künstlerisch schlechtes Buch, nur meinem persönlichen Lesegeschmack kam dieser Roman, im Gegensatz etwa zu 'Hundert Jahre Einsamkeit", überhaupt nicht entgegen.

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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Nicht nur das Laub fällt, 5. August 2007
Von Polar - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Nichts für ungeübte Leser. Der Roman steht wie ein Klotz da. Absatzlos, Sätze, die sich über Seiten ziehen, man kann leicht den Bogen verlieren und trotzdem zieht die Geschichte dieses alterslosen Diktators einen an, der tot in seinem verfallenen Palast gefunden wird. Wie in einem Alptraum vereint dieser Diktator die Geschichte totalitärer Regimes Südamerikas in sich. Man muß sich Vergangenheit wie Gegenwart erlesen, die Geschichte wird einem nicht auf dem Tablett episodenhaft serviert.

Es ist der gelungene Versuch eines Autors, die Geschichte seiner Kultur, der Politik seines Kontinents einen Ausdruck zu verleihen, der nicht schmackhaft auf der Zunge zergeht. Wer sich wirklich dafür interessiert, wie ein solcher Dikator aufsteigen, wie er fallen kann, muß hinsehen, zuhören, vor-, wie zurückblättern, sich Zeit nehmen. Márquez zwingt einen durch seine Form dazu. Und vielleicht bleibt dieser Roman am Ende deswegen länger haften als andere.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Ein literarischer Kampf, 1. Juli 2007
Obwohl ich doch eigentlich ein Freund von Marquez bin, ist dieses Buch eines seiner am schwerst zu lesenden... Wunderbar und schön geschrieben doch zum Ende hin doch eher ein Kampf.
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