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1984, Sonderausgabe
 
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1984, Sonderausgabe (Broschiert)

von George Orwell (Autor), Michael Walter (Autor)
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Produktinformation

  • Broschiert
  • Verlag: Ullstein Tb (2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548267459
  • ISBN-13: 978-3548267456
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 10,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 282.292 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Winston Smith lebt in einem totalitären Überwachungsstaat. Seine Aufgabe ist es, im Wahrheitsministerium Zeitungsberichte zu fälschen, z. B. um aus politischen Gründen Ermordete aus der Geschichte zu streichen. Obwohl Smith für die Partei arbeitet, ist er in seinem Inneren ein Gegner des Systems. Eines Tages verliebt sich Smith in Julia mit den rebellischen Augen. Da laut Parteistatut jedoch Sexualität nur zur Fortpflanzung dient, beginnt ein gefährliches Versteckspiel ...

Über den Autor

George Orwell, geboren 1903 in Motihari, Indien, verdingte sich zunächst bei der indischen Polizei in Birma. Er gab den Dienst aber 1927 aus Protest gegen die britischen Kolonialherren auf. Danach lebte er in London und Paris, und schlug sich als Tellerwäscher, Vagabund und Lehrer durchs Leben. Er schriebe zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und Gedichte. Orwell starb 1950.

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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen "1984" - paradox und oft falsch interpretiert!, 31. März 2007
Von ML "misterrice" (Ingolstadt, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Das bekannteste Werk (geschrieben 1948) neben "Farm der Tiere" von George Orwell (verstorben 1950) war auch sein letztes und damit sein Lebenswerk. Es gilt bis heute als einer der Paradelektüre bei Thematik "Unterdrückung der Gesellschaft durch ein totalitäres System" und das wohl zu Recht. Dabei hat Orwell nicht als erster den kritischen Gedanken an Politik, Staat oder gesellschaftliche Entwicklung diskutiert. So stellte Aldous Huxley 1932 das Buch "Schöne Neue Welt" fertig und bereits 1920 wurde ein Roman mit dem Titel "Wir" von Jewgenij Samjatin verfasst. Während ersteres heute immer noch in aller Munde ist und oft mit "1984" verglichen wird, ist das zweite Buch fast vollkommen untergegangen. Und das, obwohl offensichtlich eben dieses "Wir" einer der Grundlagen für George Orwells Roman gewesen ist. Denn während Huxley den Kapitalismus und den technischen Fortschritt kritisch beäugt, wurde Orwell - ebenso wie Samjatin - durch seine Erfahrungen mit dem Kommunismus stark beeinflusst. So ähneln sich die Geschichten sehr (und ich kann jedem 1984-Leser das Werk "Wir" nur empfehlen). Und genau an diesem Punkt wird Orwells Hintergedanke oft missverstanden oder falsch interpretiert: Wer kennt nicht den Ausdruck des "gläsernen Menschen" in unserer heutigen Zeit? Viele verbinden dieses mit dem Zitat "Big Brother is watching you" und kritisieren des Weiteren den technischen Fortschritt elektronischer Verfahren und computer-gestützter Anwendungen, d.h. die Informationstransparenz im modernen Zeitalter. Doch eben jenes ist das Paradoxe, denn Orwells Gesellschaft in 1984 ist über Güter- und Mengenknappheit definiert. Die Massen der Menschen werden dadurch beherrscht, dass Ihnen die Gedanken-Freiheit entzogen wird. Dieses geschieht über die Kontrolle der Lebensverhältnisse durch eine künstlich gehaltene Mangelsituation und eine damit entstehende Konzentration der Menschen auf die notwendigsten Bedürfnisse. Technischer Fortschritt wird nicht nur eingeschränkt, gar gestoppt. Orwell kritisiert somit im Grunde nicht eine mögliche Zukunft, sondern die damalige Vergangenheit, Orwells Gegenwart. Dieses Paradoxon findet sich in Kleinigkeiten: Beispielsweise ähnelt Der große Bruder" mit dem Schnauzer bildlich Stalin (1927 bis 1953 Diktator der Sowjetunion). Doch am deutlichsten wird es am Titel: 1984 - nicht mehr oder weniger das verdrehte Datum der Fertigstellung des Buches 1948! Doch Orwell geht viel weiter und schmückt das Buch mit vielen paradoxen Theorien: "Krieg ist Frieden - Freiheit ist Sklaverei - Unwissenheit ist Stärke". So wird eine in sich logische (aber doch wahnsinnige) Politikstruktur der Macht selbst letztendlich paradox: Die Partei setzt sich zum Ziel die komplette "Macht über Menschen. Über den Körper - aber vor allem über den Geist." So legt die Roman-Figur O'Brien aus Sicht der Partei klar dar: "In unserer Welt wird es keine Gefühle geben außer Angst, Wut, Triumph und Selbsterniedrigung...Es wird keine Kunst, keine Literatur, keine Wissenschaft geben...Es wird keine Neugier, keinen Lebensgenuss geben... immer wird es den Rausch der Macht geben, die ständig wächst und immer subtiler wird." An diesem Punkt werden Menschen zur leeren Hüllen zu leblosen Geschöpfen. Und sollte die Partei ihr Ziel erreichen, bliebe ihnen nur Macht über die Leblosigkeit, also leere Macht.
Die Faszination, die der Roman ausstrahlt und bis heute an die Leser überträgt, liegt in der Wahrnehmung, d.h. in der gefühlten Realität. Mit dem oben beschriebene Paradoxon des "gläsernen Menschen" - des Gefühls "Big Brother is watching you" - trifft Orwell den Nerv des Lesers. Trotz des oft nicht leichten Schreibstiles und dem langsamen Aufbau des ersten Drittel des Buches (1 Stern Abzug, da sich einige Leser sicherlich teils überwinden müssen, weiter zu lesen) schafft es die Geschichte, spätestens mit der dramatischen Darstellung im dritten Teil, unglaublich nahe zu gehen und realistisch zu wirken. Hierzu kommen viele kleine Motive, die sich im Laufe der Handlung ansammeln, und direkt oder indirekt auch in die moderne Zeit übertragbar sind.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Klassiker, ein Meisterwerk dieses Jahrhunderts., 9. November 1998
Von Ein Kunde
Mit 1984 gelang dem Autor George Orwell ein Meisterwerk dieses Jahrhunderts. Es geht um eine Vision der Welt im Jahre 1984 (nota bene: Buch fertiggestellt in 1949). Nach einem einem halben Jahrhundert des Elends entschied sich Orwell mit kritischem Blick an die desolate Situation heranzuwagen und kreierte eines der besten Bücher unserer Zeit. Es ist ein Buch, das jeder in seinem Regal stehen haben sollte und zumindest einmal gelesen. Die Geschichte regt zum Denken an, insbesondere die Frage "Was wäre, wenn es wirklich so schlimm gekommen wäre." Big Brother kontrolliert ganz Ozeanien und es gibt nichts, daß man tun kann, wenn da nicht Winston Smith wäre, der sich mit seiner Geliebten Julia gegen das System sträubt. Schon der erste Satz setzt die bedrückende Atmosphäre des Romans: "It was a bright cold day in April, and the clocks were striking thirteen." Absolut lesenswert, ein Muß, ein doppelplusgutes Buch.
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5.0 von 5 Sternen Brandaktuell, 29. Januar 2010
Von Roman Nies (Helibrunna) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Es ist nun schon über ein halbes Jahrhundert her, seit George Orwell in "1984" ein Schreckensgemälde eines totalitären Regimes der Unterdrückung aller menschlichen Individualität und Freiheit und der vollständigen Überwachung aufgezeichnet hat. Im Grunde hat er nur abgeschrieben, denn diese Diktaturen des Schreckens gab es schon, Nazi-Deutschland, Sowjetunion, Mao-China, DDR , Nordkorea u.a. Eine bessere Zustandsbeschreibung in literarischer Form lässt sich nicht denken. Alles kalter Kaffee? Mit Nichten!
Orwell geht es nämlich darum vor den Mechanismen zu warnen, die zu solcher Versklavung des Menschen führen. Und diese Mechanismen sind immer noch im Gange, auch bei uns. Er möchte, dass jedermann ein Gespür dafür entwickelt, um Fehlentwicklungen rechtzeitig Einhalt gebieten zu können. Kein Wunder, dass dieses Buch in Diktaturen auf der Verbotsliste stand. Warum nur? Ein getroffener Hund bellt! Aber betroffen sind wir alle, denn gerade im fortschreitenden Medienzeitalter sind ja erst die idealen Voraussetzungen gegeben die vollkommene Einflussnahme und Kontrolle auf Menschen auszuüben. In heutigen totalitären Regimen ist es z.B. üblich bestimmte Websites zu sperren, so dass hier auch wieder nur bestimmte Informationsflüsse zugelassen sind. So bildet man Meinung. D.h. die Vorzüge der heutigen Vernetzungen der Informationswege, können auch jederzeit ins Negative umgekehrt werden. Man glaubt, das was die Mehrheit für richtig hält, weil es bequem ist.
Als Orwell 1984" schrieb, dachte er zwar an die Sowjetunion, jedoch haben seine Beobachtungen zur menschlichen Psyche universelle Gültigkeit. Was er beschreibt ist der Idealtypus einer totalitären Diktatur wie sie sich folgerichtig aus der Verirrung des menschlichen Selbstverwirklichungswillens, der oft genug Wunschdenken ist, das Paradies, könne auf Erden verordnet werden, von Gnaden menschlichen Vermögens zwangsläufig ergibt. Mit Prophetie hat das nichts zu tun, wenn man es so wie Orwell erkennt und beschreibt. Es entspricht der Selbsterkenntnis zu der jeder vernünftige Mensch kommen muss.
In 1984" herrscht wie in der Sowjetunion oder der DDR oder Kuba eine frappierende Mangelwirtschaft, die aber mit Hilfe der Macht der Propaganda geleugnet wird. Bei Orwell heißt das Wirtschaftsministerium daher auch Ministerium der Fülle". Das ist ein Kennzeichen totalitärer Systeme, dass sie auch Missbrauch der Sprache treiben, alles verdrehen, Regimegegner verleumden und wenn sie sie zu fassen kriegen, verschwinden lassen. Das alles zum angeblichen Wohl der Allgemeinheit. Jeder erkennt eigentlich den Irrsinn, aber alle ergeben sich in die Zwänge und machen das Spiel mit. Der Realitätssinn wird nicht mehr benötigt, er verkümmert immer mehr und die Umkehr zur Vernunft und zu tragfähigen Wertevorstellungen immer schwieriger. Warum wirft man mir vor, dass ich die Tür nicht aufgeschlossen habe?" fragt sich die KZ-Aufseherin, die vor Gericht steht, weil in dem verschlossenen Gebäude Häftlinge verbrannt sind. Ich habe doch keinen Befehl dazu gehabt!"
Zunächst unterwirft man sich der Lüge, bis man gewohnheitsmäßig mit ihr lebt. Wer erinnert sich nicht an die Propaganda der Nazis, die von unwertem Leben", Volksschädlingen" usw. sprach und einerseits die Vergötzung des Menschen durch das Herrenmenschentum und zugleich die Entwertung des Menschen durch die Rassenlehre auf die Spitze trieb. So ist das immer, Selbsterhöhung führt zum Fall und Untergang. Das ist immer das Gleiche, bei Ideologien, wonach der Mensch selbst vorgibt was gut und recht ist. Insoweit zieht Orwell nicht die letztlich notwendigen Schlussfolgerungen. Der Mensch findet eben nicht zur Wahrheit" in sich selbst. Kaum meint er sie gefunden zu haben, schon richtet sie sich wieder zerstörerisch gegen sich wie gerade in seinem Animal Farm" deutlich wird.
Orwell sagt in 1984" deutlich, was unrecht ist. Jedoch, woher sich die individuelle Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen herleiten soll, wenn sie nicht natürlich gegeben sein können, dazu hat er nichts zu sagen. Es verliert sich irgendwo im Nebel humanistischer Weisheiten, die unter dem Verdacht stehen auch nur wieder als Reithelfer missbraucht werden zu können. Schon die Bibel warnte: Wehe denen, die Böses gut und Gutes bös nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen." Gut, aber wie lässt sich das Böse vermeiden?
Es wäre falsch mit dem Finger auf totalitäre Systeme zu zeigen und zu denken, dass das eines demokratischen Rechtsstaates alles nicht passieren kann. Orwell wusste um die Zerbrechlichkeit und Empfindlichkeit aller von Menschen angelegten Herrschaftsformen und Ordnungen, die ein oben und ein unten haben müssen. Er wusste, der so genannte freie Westen kann schnell in den Totalitarismus abgleiten. In Deutschland ging das ganz schnell und es ist ein Trugschluss anzunehmen, dass das anderswo anders wäre. Dass eine hoch stehende Kultur nicht davor schützt hat man am Beispiel der Deutschen gesehen. Und heute? Skeptiker entdecken auch in unserer Gesellschaft Ansätze zur Einschränkung von Freiheiten und des Informationsmissbrauchs, auch wenn dies meistens noch auf einer unterschwelligen Ebene abläuft. Wer sich etwa zu "christlich" äußert, wird neuerdings schnell als Fundamentalist gebrandmarkt oder sogar schon mit den Islamisten in einen Topf geworfen. Wegen dem heute geltenden Relativismus, der als einzige Wahrheit gelten lässt, dass es keine Verbindliche Wahrheit gibt, übersieht man, dass gerade Christen den Begriff der Wahrheit eng mit dem der individuellen Freiheit verknüpfen, während das im Islam, nicht der Fall ist, weil der Islam einen politischen Herrschaftsanspruch hat.
Jedenfalls macht Orwell klart, dass die Umkehrung der Werte mit der Umdrehung der Begriffe einhergeht. "Krieg ist Frieden" oder "gerechter Krieg" sind austauschbar. Und dieser Prozess fängt im Kleinen an, mit verbaler Hetze und endet im Holocaust im schlimmsten Fall. Zuerst wird man verbal ins Abseits gestellt, dann in aller Konsequenz. Der Marxismus-Leninismus besaß die Unverfrorenheit sich sogar als wissenschaftliche Erkenntnis zu bezeichnen. Wir lachen darüber. Aber wie sieht es bei uns aus? Bei uns gibt es eine weitgehend unkritische Wissenschaftsgläubigkeit. Heute wissen sogar die früheren Marxisten, dass die Marxisten sich irrten. Wir haben schon hundertfach gesehen, was geschieht, wenn der Mensch sich zum letzten Maßstab nimmt. Seine Selbsterlösungsprogramme sind zum Scheitern verurteilt. Irgendwann ist es auch mit der persönlichen Freiheit vorbei. Orwells Buch sollte uns eine Warnung sein. "1984" ist eines jener wenigen Bücher, dies jeder einmal gelesen haben sollte. Und es bewahrt seine Aktualität.
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