Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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131 von 137 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hat einen Ehrenplatz in jedem Bücherregal verdient, 6. Oktober 2008
Es gibt wirklich nur wenige Bücher, nach deren Beendigung ich einmal tief durchatmen musste, um sowohl das Gelesene als auch meine Gefühle einordnen zu können. "Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafón ist eines davon.
Die Geschichte nimmt ihren Anfang im Barcelona der Nachkriegszeit, als ein Vater, leidenschaftlicher Buchhändler, seinen Sohn Daniel zu einem geheimen Ort führt: Dem Friedhof der Vergessenen Bücher. Nicht vielen bekannt, sind hier zahlreiche vergessene Bücher versteckt, die von Menschen, welche auf sie reagieren, gefunden werden. Nach langem Stöbern in den Regalen sucht sich Daniel eins von dem Autor Julián Carax aus, über den er zuvor, wie auch sein Vater, noch nie etwas gehört hat. Der Titel des Buches lautet "Der Schatten des Windes" und mit seiner Wahl scheinen die Schicksale und Leben von Daniel und Carax plötzlich miteinander verflochten zu sein.
Um mehr über den mysteriösen Schriftsteller zu erfahren, stellt er Nachforschungen an, wobei er zusehends in den Sog dieses fremden Mannes gerät, dessen Bücher von einem Unbekannten seit Jahren gesucht und verbrannt werden. Und so wie Daniel sich in der Lebensgeschichte von Julian verliert, geschieht dies auch mit dem Leser.
Selten zuvor hat mich ein Roman derart in den Bann gezogen, mich die Sprache eines Autors gleichzeitig so gefesselt und so bewegt, wie dieser. Selten zuvor sind für mich geschriebene Figuren vor meinem Auge so lebendig geworden. Selbst in den kurzen Pausen in denen ich das Buch beiseite gelegt habe, vermochte ich die Gedanken nicht von ihnen zu lösen, was wohl das größte Kompliment ist, das man einem Schriftsteller machen kann. Die Geschichte selbst ist schlichtweg grandios konstruiert, die Sprache streckenweise so schön, dass man sich allein nur schon an ihr erfreuen könnte.
Hinzu kommen der stetig ansteigende Spannungsbogen und die einfach nur atemberaubenden Wendungen innerhalb des Plots, welche beim Leser für ungläubiges Staunen und Gänsehaut sorgen. Zafón führt den Leser dabei stets an der Hand, so dass es selbst bei Wechseln der Erzählperspektive nie zu Unterbrechungen im Erzählfluss, geschweige denn zu langatmigen Passagen kommt. Das Ende macht nur sprachlos und hat mich, zu meiner eigenen Überraschung, zu Tränen gerührt.
Insgesamt ist "Der Schatten des Windes" ein großartiger, einzigartiger Roman, der einem regelrecht ans Herz wächst und an dem es für jeden Buchliebhaber kein Vorbeikommen gibt. Ein Buch über Bücher, Freundschaft, Treue und vor allem die Liebe, das einen Ehrenplatz im Regal eines jeden Kenners verdient hat.
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195 von 217 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
im himmel der grossartigen bücher, 21. März 2006
ich bin restlos begeistert! so muss literatur sein! ich habe selten phantasievolleres gelesen. ich kann nachdenken, soviel ich will, ich finde nichts, was hier nicht passt. die geschichte ist abenteuerlich und spannend, die handlungsstränge geschickt angeordnet, manchesmal nahezu atemberaubend. die „idee" des buches ist geradezu genial. emotionen kommen nicht zu kurz. die charaktere sind stimmig und wundervoll beschrieben. die geschichte um daniel, der im friedhof der vergessenen bücher ein werk eines gewissen julian carax findet und sich auf die spur dieses schriftstellers begibt, ist ein abenteuerroman ohne gleichen. aber sie ist mehr als das: sie ist auch eine tragische liebesgeschichte. kann sein, dass sie manche für etwas kitschig halten. aber das ist sie nicht. und das gute daran: ganz, ganz toll geschrieben in einer wunderschönen sprache. atmosphärisch unheimlich dicht. zum träumen. man versinkt in dieser geschichte wie in einer wolke. für mich ist das literatur in seiner schönsten form. ich lese sehr viel und unter vielen, vielen wunderbaren büchern sind nicht sehr viele untergekommen, nach deren genuss ich wirklich traurig war, dass ich das buch fertig gelesen hatte. „der schatten des windes" ist definitiv eines davon. dieses buch ist eine einzige hommage ans lesen. ein meisterwerk. es kommt für mich nicht in den friedhof der vergessenen bücher, sondern in den himmel der grossartigen bücher.
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95 von 107 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Verschlungene Geschichte in großartigen Bildern, 27. Juli 2006
Für Bücher wie dieses wurde der Begriff "Schmöker" erfunden. Mit seinem Erscheinen in Deutschland bekam "Der Schatten des Windes" aufgrund seines großen Erfolges in Spanien entsprechendes Medienecho. Dazu kam die Adelung von Elke Reich-Ranicky.
Doch das Buch wird dem durchaus gerecht. Die kunstvoll gesponnene Geschichte dreht sich um einen jungen Mann, der in das Leben eines erfolglosen Autors eintaucht bis beide Leben anfangen, sich ineinander zu verschränken. Zafon erschafft als Bühne ein dunkles Barcelona, in dem seine Personen immer wieder über düstere Plätze und in verlassene Häuser gehen.
Er schickt seine Figuren durch ein Gewirr aus Handlungsfäden und emotionalen Abgründen, läßt sie lieben, leiden, sterben und Rache nehmen. Dabei gelingen ihm starke Bilder, präzise Charaktere und eine Geschichte, die trotz ihrer Wuchtigkeit bis zum Ende interessiert.
Trotzdem bleibt das Buch nicht frei von Schwächen. Zunächst gibt es, was heute durchaus häufiger vorkommt, einige deutliche sprachliche Nachlässigkeiten, die wohl der Übersetzung oder dem Lektorat anzulasten sind.
In seinem Wunsch, dem Leser jedes verborgene Detail der komplexen Handlung zu offenbaren, benötigt Zafon lange narrative Zusammenfassungen von zurückliegenden Ereignissen, die das Erleben der Handlung stören.
Dazu führt der Autor so viele Charaktere ein, dass man zum Teil den Überblick verliert.
Etwas zu wohlmeinend ist das Ende, in dem er ein merkwürdig süßliches Happy-End zimmert, das nicht zur düsteren Atmosphäre des restlichen Buches passt.
Trotz der Kritik ist dies ein spannendes und emotionales Buch voller facettenreicher Figuren und großer Bilder. Daß dem Autor bei diesem Umfang manchmal ein wenig die Zügel entgleiten schmälert den Lesegenuss nur ein wenig.
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