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28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Genial, 7. August 2002
Jeder stellt sich die Frage "Wie verläuft der Erste Kontakt"? Die Menschen, lange auf der Suche nach einer anderen Intelligenz im All, entdeckt endlich ihre Nachbarn. Doch wie Kontakt aufnehmen? Kontaktieren sie uns zuerst? Wir sie? Sind sie feindlich? Haben sie Angst? Schicken sie uns weg? Laden sie uns ein? Aber was ist.... wenn garnichts passiert?Dieser Frage sieht sich die Besatzung des Raumschiffes gegenüber, die den Ersten Kontakt mit einer neu entdeckten Spezies herstellen soll. Dabei besteht die Besatzung durchweg aus Wissenschaftlern bis auf eine Ausnahme. Ein Raumpilot gelangt durch einen Unfall der in einer ausführlichen Vorgeschichte (die an sich schon ein eigenes Buch wert wäre) beschrieben wird an Bord des Raumschiffes und wird eher unfreiwillig zum Hauptdarsteller der Geschichte. In typischer Lem Manier dreht sich die Geschichte um die Menschen und "ihre" Technik, die Menschen und ihr Umgang mit dem fremden und nicht zuletzt um ihren typischen Anthropomorphismus, der ständig bestrebt ist ihre eigenen Eigenschaften auf ihre Umgebung und ihnen Fremdes zu projizieren. Entfernt an das Meisterwerk "Solaris" erinnernd, stehen sie hier wieder vor einer fremden Macht die von sich aus keinerlei Informationen preisgibt. Das philosophische Element dieser Begegnung kommt hier klar heraus: Die Erkenntisse die wir von etwas gewinnen, was von sich aus keine Informationen hergibt,werden ausschließlich von unseren Fragen bestimmt. Wir erfahren immer nur das, was wir erfragen können - die Art der Frage bestimmt dabei die Antwort und läßt uns über die Hintergründe im Dunkeln. Dabei stellt sich die Besatzung hintergründig nicht nur einmal die Frage: Fragen wir in die richtige Richtung? Was wir nicht erfragen können - das, an was wir nicht von uns aus denken - das bleibt im Dunkel... So entwickelt sich die Begegnung zwischen Menschen und Unbekannten zu einer einseitigen - der Gegenüber agiert nicht, er reagiert nur, und manchmal nicht einmal das. Die Spannung die Lem aus dieser Geschichte zieht ist fesselnd. Aus dem Unwillen aufzugeben entwickelt sich alles in eine Richtung die den Leser miträtseln und miterahnen läßt. Das Finale ist kräftig und wer Lem kennt der weiß - das Ende des Buches ist erst der Anfang des eigenen Denkens.
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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
FIRST CONTACT, mal anderst..., 11. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Stanilaw Lem gehört zu meinen unumstrittenen Favoriten. Obwohl sich mit grossen Ausnahmen praktisch jedes seiner Bücher im Genre "ScienceFiction" bewegt, vermag er vom Grundthema her Szenarien behandeln, welche im eigentlichen nicht auf SciFi-Boden basieren. Wohl finden seine Geschichten im benannten Umfeld statt - in Raumschiffen, auf fremden Planeten usw. - doch sind es abgesehen von den Geschichten Ijon Tichy's meistens nicht die Abenteuer an für sich, welche mich von anhin in seine Welt entführt/verbannt haben, vielmehr die erstaunlich realistischen Zwischentöne, welche schlussendlich das Geschehen formieren. Auf "Solaris" werden beispielsweise intimste Gedanken und Sehnsüchte materialisiert, die untereinander nicht bloss der Existenz willen, sondern der inhaltlichen Aussagekraft wegen verschwiegen werden. (Bsp. Pädophile Homosexualität) So findet die Geschichte "FIASKO" wohl in einem fernen Sonnensystem statt, doch man ergötzt sich auch hier nur zum kleinen Teil an "kosmischen" Bildern und SciFi-Szenarien. Diese werden auch mit Liebe zum Détail beschrieben (Eisring um den Planeten), doch vielmehr sind es die Konflikte, die in diesem Umfeld entstehen. Der erste Kontakt zu einer anderen Zivilisation, von welcher nicht einmal das Aussehen bekannt ist, wird mit anfänglich zwei theoretischen Entwicklungsmöglichkeiten, bzw. einer Grundfrage thematisiert: Wird unsere Ankunft freundliche oder feindliche Reaktionen auslösen? Der effektive Konflikt zwischen den beiden Rassen und den Menschen untereinander gestaltet sich in der dritten, zuvor nicht bedachten Form des ÜBERHAUPT NICHT stattfindenden Kontaktes und man könnte mögliche Parallelen zu Solaris entdecken, wo die fehlende Möglichkeit zur Kommunikation in jeglicher Form mehr Fragen als Antworten liefert: WEISS man von unserer Existenz? Ist der Nicht-Kontakt Summe vorerst feindlicher - oder geheimer Absicht? Gibt es dort möglicherweise militärische Einheiten, die vor dem "offiziellen Kontakt", vor Einbeziehung der eigentlichen Zivilisation eigene Abklärungen tätigt? Wie können wir Aufmerksamkeit erlangen wenn keine Reaktion erfolgen, wie weit dürfen/können wir an der Oberfläche kratzen, ohne ein Fiasko zu riskieren? Gleichzeitig ist man darüber informiert, was eine Fehlhandlung auslösen KÖNNTE, denn der Raum im besagten Sonnensystem weist kriegerische Spuren massenhaft anwesender Überwachungssateliten auf, deren übermässig vorhandene Anzahl keine Logik aufweist. Auch in Solaris ist der Protagonist über mögliche Konsequenzen bewusst, nur weiss er nicht, aufgrund welcher früherer Handlungen diese erfolgt sein könnten. Der grössere Teil des Buches beinhaltet demnach massenhaft Spekulationen auf mögliche Auswirkungen, schildert grundverschiedene Überlegungen einzelner Wissenschaftler auf ein und dasselbe Problem, bevor das nächste thematisiert wird. Dies könnte (und wird) einigen StarTrek-Fans und ähnlichen SciFi-Freaks missfallen, denn die weitere Entwicklung der Geschichte ist trotz der "fiktiven" Ausgangslage unheimlich realistisch und deshalb für meinen Geschmack überaus genial. ERGO: Wer eine ernsthafte, leicht mystische, streckenweise sehr theoretisch behandelte Auseinandersetzung einer phantastischen, actiongeladenen First-Contact-Alien-Version vorzieht, ist mit diesem Roman besser bedient, als ihm möglicherweise recht ist.
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Ahnung von dem was FREMD ist., 4. Januar 2006
Ein Grundthema von Stanislaw Lem ist: Das wirklich Fremde können wir gar nicht wirklich erkennen. Wir finden immer nur uns selbst, unsere Irrtümer,unsere falschen Vorstellungen von dem was ANDERS ist. Entweder wir gehen uns selbst in die Falle (Solaris), oder gehen dem speziellen Unerklärlichen in die Falle (Der Unbesiegbare), oder stehen ihm hoffnungslos irritiert gegenüber (Eden) oder, wie im vorliegenden Buch FIASKO,wir planen mit allen Unwahrscheinlichkeiten im Gepäck eine Begegnung mit dem Fremden, haben fast Glück und werden zum Schluss doch wieder überrascht mit dem absolut Aussergewöhnlichen, dass das Fremde in sich birgt. So wird die Expedition, die so gut startete, in den letzten Sätzen des Buches doch noch ein Fiasko. Das Fremde bleibt Fremd. Stanislaw Lem gelingt es mit diesem Buch, wie in keinem anderen,eine echte Pointe zu diesem Grundthema zu bringen. Erst der letzte Satz des Buches, nach einem stetigen, fast unerträglichen, und sehr hohen Spannungsaufbau, ist quasi die Pointe und wirkt philosophisch schockierend. Hammermässig sarkastisch. Lem-Böse. Der Leser bekommt mit diesem Buch eine tatsächliche Ahnung von dem was FREMD ist (Vergleichbar gut: "Picknick am Wegesrand" der Brüder Strugatzki). Dieses Buch, mit seinem Maschinen-mythischen Beginn, ist echtes "Gehirnfutter" und eines der besten Bücher zum Thema AUSSERIRDISCHES, und irgendwie gefällt es mir besser als Solaris.
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