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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Unerklärliche Ereignisse auf unserem unantastbaren Trabanten, 14. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Ijon Tichy, Lem's bekanntester Protagonist, wird beauftragt, unerklärliche Begebenheiten auf dem Mond zu untersuchen. Zu Beginn der Geschichte werden seine Schwierigkeiten geschildert, mit welchen er NACH der Rückkehr von seinem dortigen Aufenthalt zu kämpfen hat: Sein Hirn scheint in zwei Hälften geteilt worden zu sein, welche nun in ständigem Widerstreit zueinander agieren und ungeahnte Probleme zutage fördern. Rückblickend erfährt der Leser die einzelnen Fakten, die Ijon auf den Mond geführt haben. Dieser wurde nämlich in den vergangenen Jahren in Gebiete aufgeteilt, welche von verschiedenen Grossmächten der Erde für Lagerung und Tests von Waffen aller Art genutzt wurden, bevor man sich auf der Erde bereiterklärt hatte, weiteres Betreten dieses riesigen Waffenarsenals zu unterlassen - um weitere Waffenkonflikte zu vermeiden ("Frieden auf Erden"). Nun scheinen sich dort plötzlich Dinge zu ereignen, welche auf eine Verselbstständigung dieser modernen, teils künstlich intelligenten Waffen zurückzuführen sein könnte, denn keine der von der Erde entsandten Sonden ist - wenn überhaupt - jemals in brauchbarem Zustand zurückgekehrt. Lem beschreibt den Mond als unantastbaren Planeten, dessen unbekannte "Bewohner" jegliche Satelliten zerstören oder sie unverständliche Daten liefern lassen. Ausserdem erfahren wir, welche Auswirkungen die Inspektion jenes Trabanten auf einen Menschen hat: die Zerteilung seines Hirnes. Scheinbar sind Mensch und Maschine dort höchst unerwünscht, doch von wem? Wieder erstaunt mich Lem's Einfallsreichtum bezüglich der Entdeckungen, mit welchen Ijon auf seinem Mondgang konfrontiert wird und WIE dieser Ausflug stattfindet(!). Die vielen anfänglichen Spekulationen der Raumfahrtbehörde auf der Erde scheinen den Kern der Sache aufgrund ihrer eigenen Logik so getroffen zu haben, dass man evtl. nicht wirklich weiterlesen will. Wer es trotzdem tut, wird einmal mehr von Lem's unendlichem Horizont origeneller wie erstaunender Phantasie überzeugt. Dem beizufügen: Kürzlich habe ich einen Bericht über Patienten gesehen, deren die "Verbindung" zwischen beiden Hirnhälften abhanden gekommen ist. Ich war äusserst erstaunt und schockiert, dass nichts an der Vorstellung dessen, wie Lem sie schildert, erfunden ist: Auf eine Frage beispielsweise mit der Antwort "JA" wies die durch die unkontrollierbare Hirnhälfte gesteuerte Hand stets auf "NEIN" und sie liess sich kaum oder nur unendlich mühsam beeinflussen...
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine interessante Hypothese, 29. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Frieden auf Erden: Roman: Science-fiction-Roman. (Phantastische Bibliothek, 220) (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Die Großmächte haben auf der Erde abgerüstet. Alle Waffenarsenale und deren Weiterentwicklung wurden auf den Mond verbracht. Dies liegt bereits über einhundert Jahre zurück. Das ist die Ausgangssituation für den Protagonisten Ijon Tichy, der den gefährlichen Auftrag erhält, auf dem Mond nachzusehen, was die Autoevolution der Waffen über diesen langen Zeitraum bewirkt hat. Mit sehr raffinierten technischen Hilfsmittel versucht Tichy in vier Anläufen die Mondtechnologie zu entschleiern. Die Versuche scheitern, dennoch ist der Kontakt mit dem Mond für die Erde segensreich. Außer für Ijon Tichy. Ihm widerfährt das seltsame Unglück, das seine beiden Gehirnhälften, sonst durch den Corpus callosum verbunden, voneinander getrennt wurden. Das daraus entstehende Krankheitsbild zweier Persönlichkeiten in einem Körper hat der ehemalige Mediziner Stanislaw Lem ausgezeichnet herausgearbeitet. Der Umgang mit sich selbst und die Wege der Kommunikation sind für sich eine eigene Story und stehen den Ereignisse der Hauptgeschichte keineswegs nach. Frieden auf Erden, in der ehemaligen DDR unter dem Titel der Flop erschienen ist einer der letzten Science Fiction-Romane von Stanislaw Lem, die einen positiven Handlungsverlauf und Ausgang haben. Das Werk hat nicht mehr die Kraft seiner Hauptschaffenszeit, dafür aber eine Menge feiner Details, die die Geschichte menschlicher und damit realer wirken lassen.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach nur genial!, 26. Juli 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Frieden auf Erden: Roman: Science-fiction-Roman. (Phantastische Bibliothek, 220) (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Von meiner Grundschullehrerin zum bestandenen Abitur geschenkt bekommen, erschien mir Stanislaw Lems „Frieden auf Erden", alleine vom Titel schon zu langweilig, so dass ich das Buch zunächst einmal ins Bücherregal stellte. Erst als ich wirklich nichts anderes mehr zu lesen hatte, griff ich wieder nach diesem Buch. Und um es vorweg zu nehmen, es war natürlich ein Fehler es im Regal warten zu lassen. Das Buch erwies sich als intelligenter, hochspannender Science-fiction Roman. Selbst ein ansonsten eher weniger lesebegeisterter Freund von mir schwärmt noch heute von diesem Buch. Es ist sozusagen ein echter „Geheimtipp", obwohl Stanislaw Lem durchaus bekannt ist - mir bis dahin allerdings auch nicht. Vom Inhalt erzählen heisst eigentlich zu viel vorwegnehmen, nur soviel: Was auch immer auf dem Mond passiert ist, oder immer noch passiert, irgendwie muss es mit den seltsamen Vorgängen im Kopf eines der Astronauten zusammenhängen, der als letzter seinen Fuß in den kalten Mondstaub gesetzt hatte.
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