Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Suhrkamp BasisBibliothek Ausgabe - Super, 12. Januar 2006
Von den mehreren Ausgaben Kafkas "Der Prozeß" ist die Ausgabe von "Suhrkamp BasisBibliothek" sicherlich die weitaus Beste!Man findet Erläuterungen zu Wörtern des ostereichischen Dialektes direkt am Text. Sehr hilfreich! Weiter gibt es diese Ausgabe Hintergrundinformationen über Kafka, Deutungsanzätze und direkte Verweise im Text zu Hinweisen, die einen tieferen Einblick in das Werk ermöglichen. Im Anhang finden sich außerdem von Kafka gestrichene Textpasagen. Klasse Ausgabe!
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
(unvollendende) Weltliteratur, 18. Dezember 2005
Die Geschichte, in einen Prozeß verwickelt zu sein, ohne auch nur im geringsten zu wissen, warum und weshalb und sich dennoch jederzeit vor Gericht und Öffentlichkeit zu verantworten, hat etwas Reizvolles. K. als Hauptfigur wird mit einer ungewöhnlichen Gegebenheit konfrontiert und es macht Spaß die Reaktionen dieser Hauptfigur zu betrachten. Immer im Hinterkopf die Frage, wie man sich selber in dieser Situation verhalten würde.Zum Leidwesen des Lesers werden die entscheidenen Fragen, die einem zu Weiterlesen animieren, nicht beantwortet: Der Roman ist und bleibt unvollständig, auch wenn Kafka den Schluß sehr früh verfaßt hat und zumindest das Schicksal K.s wiedergibt. Doch zwischen Hauptplot und Schlußszene klafft eine gewaltige Lücke, die Kafka aufgrund Schreibblockaden nie füllen konnte. 3 Sterne von mir nur deshalb, weil "Der Prozeß" Weltliteratur ist, die man des Allgemeinwissens wegen schon gelesen haben sollte. So interessant der Kerngedanke der Geschichte auch sein mag, aus heutiger Sicht mag der Roman nicht wirklich fesseln. "Der Prozeß" minus Kafka als Hauptmythos eines selbstzerstörerischen Schriftstellers ergäbe eine eher leidliche und wenig aufregende Geschichte. Entsprechend ist der Roman nur bedingt empfehlenswert.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Frustrierende Lektüre, 29. August 2008
Inhalt: Josef K. wird eines Tages früh aus dem Bett geholt und verhaftet. Gegen ihn wird ein Verfahren eröffnet, es wird ihm aber erlaubt, sein Leben wie bisher weiterzuführen, zu wohnen wie bisher und seine Tätigkeit als Bankangestellter weiter auszuüben. Der Gehalt der Anklage bleibt ihm (und dem Leser) verborgen. K. nimmt den Prozess zunächst nicht sehr ernst, erst mit der Zeit versucht er sich zu verteidigen und Hilfe dafür zu bekommen. Zeitweise versucht er, die Berechtigung des Prozesses und dessen Relevanz für ihn in Frage zu stellen, immer wieder versucht er, das was ihm geschieht, (erfolglos) zu verstehen und zu erklären. Letztlich scheitert er (und mit ihm der Leser) in den Versuchen einen Sinn darin zu finden. Seine Versuche zu handeln scheitern, K. erweist sich im Umgang mit dem Gericht überfordert und dem Prozess hilflos ausgeliefert. Am Ende ist zweifelhaft, ob es hätte anders laufen können, ob K. so frei gewesen ist, sein Schicksal in die Hand zu nehmen und ob nicht alles so notwendig folgte wie es dann tatsächlich lief.
Ich empfand einen Widerwillen gegen das Lesen des Buches, den ich darauf zurückführe, dass die Handlung im Ganzen wie in den Teilen irreal (oder "kafkaesk") wirkt. So befinden sich die Gerichtskanzleien auf dem Dachboden von Mietshäusern, immer wieder kennen Personen K. und wissen über ihn Bescheid, obwohl sie das realerweise eigentlich noch gar nicht können sollten, Kollegen sind bei seiner Verhaftung mit dabei und tauchen zufälligerweise später irgendwo auf, Onkel Karl heißt plötzlich Onkel Albert, usf.
Zugleich mit der Schilderung der vordergründig irrealen Handlung macht das Buch dem Leser jedoch auch einige "Sinnangebote", ergibt jedoch keinen kohärenten "Gesamtsinn". So könnte man den Prozess als einen eigentlich psychischen Prozess deuten, bei dem die einzelnen Personen (z.B. das Gericht, der Onkel, der Advokat, die Kollegen) Instanzen der Seele (z.B. das Gewissen, das Unbewusste) darstellen (allerdings fehlt der innere Konflikt). Zudem könnte man das Geschehen als Ausdruck innerer Prozesse deuten, etwa als Ausdruck eines Wahns (so hat man oft den Eindruck, als ob die ganze Stadt mitsamt seinen Menschen um K. zentriert ist und auf ihn hingeordnet ist, ja teilweise, als ob sein Bewußtsein das Sein der Dinge bestimmt). Und ebenso könnte man die Handlung als ein Bild für die Existenz, das Leben und das Sein des Menschen insgesamt halten und deuten. Zu berücksichtigen ist, dass nicht jede Schlußfolgerung Ks und Information der Beteiligten wahr sein muß, da der Erzähler sich als "unzuverlässig" erweist.
Fazit: Identifikatorisches Potential bietet der Roman u.a., wenn man ihn als eine Darstellung eines anonymen und menschlichen Waltens liest, dem man hilflos und überfordert ausgeliefert ist, und das man nicht versteht. Die Handlung wirkt allerdings vordergründig "irreal" und auch die möglichen Deutungsansätze bieten keinen kohärenten Sinn. Diese Irrealität und Sinnlosigkeit des Geschehens empfand ich als frustrierend.
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