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Die Liebhaberinnen (Fiction, Poetry & Drama)
 
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Die Liebhaberinnen (Fiction, Poetry & Drama) [Taschenbuch]

Elfriede Jelinek
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 30 (2. März 1989)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349912467X
  • ISBN-13: 978-3499124679
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 11,6 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 49.890 in Bücher (Siehe Top 100 in in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Auch in diesem Roman der österreichischen Autorin fasziniert das buchstäblich unheimliche Talent, Alltagsgeschichten auf den Grund zu gehen. Welche Entfaltungsmöglichkeiten hat eine Arbeiterin ? Sie kann einen Mann heiraten, der ihr den gesellschaftlichen Aufstieg garantiert. Doch wie andere Möglichkeiten, so sind auch sozial attraktive Männer rar, und die attrarktivsten sind schon vergeben. So setzt zwischen zwei "Liebhaberinnen" ein Konkurrenzkampf auf Leben und Besserleben ein, der mit Wucht ausgetragen wird.

Über den Autor

Geboren am 20.10.1946 in Mürzzuschlag (Steiermark), studierte in Wien Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Musik. Ausbildung zur Organistin, seit 1966 freie Autorin. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1989 den Würdigungspreis der Stadt Wien für Literatur, 1998 den Georg-Büchner-Preis, 2002 den Theaterpreis Berlin und den Heinrich-Heine-Preis. Im Oktober 2004 folgte schließlich der Literatur-Nobelpreis.Jelineks Texte zeigen manipulierte Existenzen in entindividualisierender Gesellschaft, bestimmt durch falsche Glücksvorstellungen. "Wir sind Lockvögel, Baby" zeigt das Nebeneinander von Sprach- und Bewusstseinsmustern in der Gesellschaft. Den geschlossenen Zusammenhang des traditionellen Romans parodierend, verwebt Jelinek in einer Pseudohandlung die sprachlich-ideologischen Muster eines Heimatromans mit Porno- , Comic- und Horrorelementen. In "Michael. Ein Jugendbuch für die Infantilgesellschaft" entlarvt sie Schablonen und Stereotypen von Medienhelden, indem sie im Stil scheinbarer Naivität diese der Wirklichkeit derer gegenüberstellt, die aus dem Fernsehen ihre Orientierung und Sehnsüchte beziehen. In "Die Liebhaberinnen" werden in schonungsloser Satire Lebensumstände und Bewusstsein zweier unterprivilegierter «Schicksalsträgerinnen» vorgeführt. "Totenauberg", ein Stück über die Philosophen Martin Heidegger und Hannah Arendt, in dem das «urdeutsche Wortgeklingel» Heideggerscher Dunkelheiten zur Kenntlichkeit entstellt wird. "Oh Wildnis, oh Schutz vor ihr"' ist zugleich eine Absage an modische Naturmystik wie der Versuch einer Satire auf Erscheinungen des Kulturbetriebes. Mit der Erniedrigung der Frau beschäftigt sich der Roman "Lust". Am Beispiel trostloser Sexualität wird die ausbeutende Gewalt von Männern über Frauen geschildert. Ein von der Kritik zwiespältig aufgenommener Roman voller Sprachexperimente, der das große stilistische Können der Autorin dokumentiert.

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86 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Feministisches Rollenspiel, 12. Juli 2003
Von zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Liebhaberinnen (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
In "Die Liebhaberinnen" aus dem Jahr 1975 thematisiert Elfriede Jelinek die Geschlechterrollen und die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Dies wird anhand der Geschichten von Brigitte und Paula dargestellt, welche abwechselnd und unabhängig voneinander erzählt werden. Die Figuren des Romans sind dabei mehr unpersönliche Stereotypen als Menschen aus Fleisch und Blut. Das Spiel mit den Hautpersonen widerspiegelt sich auch im Spiel mit der Sprache. Der Roman ist von einer ausgeprägten Dialektik geprägt, einer These folgt sofort die Antithese. Das Ziel ist die Kritik aus feministischer Sicht von gesellschaftlichen Machtverhältnissen und von bürgerlichen Trivialmythen, was sich besonders schön in folgendem Zitat ausdrückt: "wenn einer ein schicksal hat, dann ist es ein mann. wenn einer ein schicksal bekommt, dann ist es eine Frau." (Der ganze Text ist in Kleinschrift verfasst!) John Lennon sang im gleichen Jahr "Woman is the nigger of the world", was genau die Thematik des Romans auf den Punkt bringt.
Brigitte näht Büstenhalter in der Fabrik und will Heinz. Paula ist Lehrmädchen in einer Schneiderei und will Erich. Beide Frauen sind ziemlich dumm und naiv und durchschauen die gesellschaftlichen Mechanismen und das bürgerliche Wertesystem nicht, das zur Unterdrückung der Frau beiträgt. Die Frau hat da nur als liebende Ehefrau und Mutter Platz. "Der Mann ist das Haupt der Familie. Sie führt den Haushalt", wie es früher im Zivilgesetzbuch hiess, haben beide ganz selbstverständlich verinnerlicht. Während Brigitte sich nur über Heinz definiert, also nur ein Anhängsel des Mannes ist, glaubt Paula in kindlicher Naivität noch an das Klischee der einzigen wahren Liebe. Das Resultat: Paula lässt sich schwängern, während dessen Brigitte sich schwängern lassen will. Der richtige Mann, der Ernährer der Familie, soll das einzige Glück der Frau sein. Der Roman zeigt, dass tradierte Rollenbilder nicht gottgewollt und zu hinterfragen sind, was zu deren Entlarvung führt.
Die Männer sind auch nicht gerade Intelligenzbestien. Sie sind emotional unterentwickelt und unfähig zur Liebe. In Frauen sehen sie nicht gleichberechtigte Partnerinnen, sondern nur das Sexualobjekt, zur Befriedigung des eigenen Sexualtriebs, sowie das mütterliche Dienstleistungspaket (kochen, putzen, waschen). Zudem sind sie egozentrisch, so dass sich die ganze Welt nur um sie drehen muss, um ihre Karriere, um ihre sexuellen Bedürfnisse etc. Frauen als menschliche Wesen sind für sie eigentlich überflüssig.
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Glücklichsein, Heiraten und Kinderkriegen leichtgemacht??, 5. Januar 2006
Von W. Blüml "oachkatzlschwoaf" (Niederbayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Liebhaberinnen (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
Nein, keineswegs.
Elfriede Jelinek schildert in ihrem Werk "Die Liebhaberinnen" die Geschichte von zwei Frauen, die sich als so naiv und dekadent erweisen, das es schon schmerzt.

Brigitte, die in einer Miederwarenfabrik Büstenhalter näht, hat ihre Arbeit satt. Sie verachtet aber gleichzeitig ihre Mitarbeiterinnen, denn Brigitte hat den festen Entschluss gefasst, Heinz, einen zukünftigen Geschäftsmann, auf den sie es abgesehen hat, fest an sie zu binden, indem sie sich von ihm schwängern lässt und so der lästigen Arbeit in der Fabrik zu entkommen. Das erweist sich jedoch als äußerst schwierig, da Heinz von Brigitte alles andere als überzeugt ist, ebenso seine Eltern, die Brigitte verachten und sie loswerden wollen. Und auch die aufkommende Konkurrentin Susi, eine selbstständige gutmütige, jedoch etwas dümmliche Frau, an der Heinz interessiert ist, macht es Brigitte nicht leicht. Doch Brigitte gibt nicht auf. Sie versucht mit allen Mitteln, Heinz an sich zu binden, der ihr ein Kind und letztendlich als zukünftiger Geschäftsmann Besitz und Genugtuung bescheren soll!! Dabei unterwirft sie sich Heinz gnadenlos, der nur auf seinen Vorteil und Spaß bedacht ist. In Wirklichkeit hasst Brigitte Heinz, sieht in als 'fettes Schwein, der für zwei frisst'. Doch Brigitte hat ihr Ziel deutlich vor Augen: Eine durch ein Baby erzwungene Heirat mit Heinz, um sich ihre Zukunft zu sichern.
Als sich herausstellt, dass Susi keineswegs eine Konkurrenz für Brigitte darstellt, da sie auf Besseres aus ist, erreicht Brigitte ihr Ziel: Sie wird schwanger und heiratet Heinz!! Und sie führt ein glückliches Hausfrauen-/Geschäftsfrauleben. Brigitte hat ihr Ziel erreicht!!

Neben der Geschichte Brigittes wird die Geschichte der naiven 15-jährigen Paula erzählt, die auf dem Land lebt.
Anders als alle anderen Mädchen im Dorf will Paula keine Verkäuferin werden, sondern Schneiderin!! Sie beginnt eine Lehre. Doch Paula strebt nicht nach beruflichem Erfolg, sie strebt nach Liebe, die sie in ihrem Elternhaus nicht bekommt. zu Hause wird sie nur geschlagen und ausgenutzt. Sie verliebt sich schließlich in Erich, ein gut aussehender, 23-jähriger Holzarbeiter mit einem gravierendem Defizit an Intelligenz und einem Alkoholproblem, der im Sommer die weiblichen Sommergäste mit seinem Aussehen betört und schließlich körperlich beglückt.
Doch Erich interessiert sich nur für Mopeds und schnelle Autos. Während Paula Erich liebt, denkt er nur an Fahrzeuge, wobei sein Intellekt ironischerweise nicht dazu ausreicht, den Führerschein zu bestehen.
Schließlich wird Paula, deren größter Wunsch ebenfalls eine Heirat ist, schwanger. Sie besitzt die volle Überzeugung, Erichs Alkoholproblem durch das Baby zu lösen und seine Liebe zu ihr zu entfachen.
Erichs Eltern, die mit aller Macht versucht hatten, Paula von ihrem Erich fernzuhalten, erlauben nun die Hochzeit, die Erich getrost 'wurscht' ist, weil er ja nur an seine Motoren und Mopeds denkt.
Als Paula mit Erich verheiratet ist, ändert sich jedoch Erich keinen Deut. Er versäuft das ganze Geld, die von Paula erhoffte eigene Wohnung für Paula und Erich und die mittlerweile zwei Kinder bleibt aus. Da begeht Paula einen großen Fehler, der sie schließlich ihr ganzes Glück kostet.
Um sich eine eigene Wohnung leisten zu können, prostituiert sie sich. Als dies publik wird, lässt sich Erich scheiden, nimmt ihr die Kinder und zerstört somit ihr Leben.
Paulas Neuanfang beginnt dort, wo Brigittes altes Leben endete: Die Miederfabrik, in der sie nun für einen Hungerlohn arbeiten muss, um sich über Wasser halten zu können.
Paula hat ihr Ziel nicht erreicht!!

Elfriede Jelinek erzählt in ihrem Roman nüchtern und völlig ungeschönt die Geschichte zweier Frauen, die eine größtenteils identische Lebensgeschichte und völlig identische Lebensziele vorweisen. Wobei jedoch eine Frau Erfolg hat, die andere dagegen völlig scheitert.
Dabei idealisiert Jelinek nichts, sie schreibt, wie es wirklich ist. Sie bedient sich schmutziger, vulgärer Wörter, sie beschreibt damit passend die schlimmen Dinge, die den Frauen widerfahren, die sie jedoch wortlos auf sich nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen.
Auch die Figuren sind sensationell beschrieben:
Die naive, dekadente Brigitte, die ständig von Liebe redet, jedoch in Wirklichkeit 'Besitz' meint, die Heinz hasst, ihn jedoch zu ihrem Lebensziel erhebt, da er ihr einen guten Lebensstandard bieten kann.
Die dumme Paula, die wirkliche Liebe erstrebt, die Erich ganz für sich gewinnen will, die-naiv wie sie ist-glaubt Erich ändern zu können und die schließlich an ihren Zielen und an ihrer Naivität scheitert...

Der Roman ist auf jeden Fall lesenswert, da er aufgrund der durch den stakkatoartigen Schreibstil und den respektlosen, vulgären Wortschatz geschaffenen Atmosphäre durchaus überzeugt.

Keine leichte Kost ist dieser Roman. Vor allem dadurch keine leichte Kost, da hier schonungslos von Abtreibungsversuchen und Schlägen in den Mutterbauch seitens Paulas Eltern erzählt wird, um den 'Bankert' (~Balg) in Paula wieder loszuwerden.
Auch keine leichte Kost dadurch, dass von Brigitte erzählt wird, die den Wunsch hat, einen Säugling mit Holzsplittern in den Zehen zu quälen und die das eigene Kind mit Tritten in den Rücken zurück ins Haus treibt.

Dieser Roman schockiert allein schon durch seine Sprache, doch er zeichnet ein brillantes und realistisches Innenleben zweier Frauen, die an Naivität und Unterwerfung nicht zu übertreffen sind!!

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der ideale Roman für den Einstieg in die Jelinek Literatur, 24. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Liebhaberinnen (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
"Die Liebhaberinnen" war das erste Buch, das ich von Elfriede Jelinek gelesen habe. Für den Einstieg in die Jelinek-Welt ist dieser Roman ideal, da die Sprache und die Handlung nicht so schwierig zu verstehen sind, wie in anderen Romanen Jelineks.

Wirklich eine Empfehlung.
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1.0 von 5 Sternen Naiv und beschränkt!
Konzipiert als marxistisch-feministisches Gegenpol zu Heimatromanen ist dieser "Roman" für mich kläglich wegen "Beschränktheit" gescheitert. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Mag Sarah Krampl veröffentlicht

2.0 von 5 Sternen Nicht mehr zeitgemäß...
Meiner Meinung nach ist das Buch nicht mehr zeitgemäß. Es behandelt keine Probleme, die meine Generation noch beschäftigen würden. Außerdem ist es mir zu feministisch... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Januar 2008 von Neriin19

5.0 von 5 Sternen Bewundernswert
Faszinierend und intelligent fand ich den Stil, mutig und bewundernwert die Thematik und die Art und Weise, wie E. Jelinek sie behandelt, die Dinge beim Namen nennt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Oktober 2006 von Distelkuss

4.0 von 5 Sternen Frauen im Systemzwang - glänzend portraitiert!
„Wenn einer ein Schicksal hat, dann ist es ein Mann. Wenn einer ein Schicksal bekommt, dann ist es eine Frau“, dieser Satz umreisst treffend, worum es in diesem Buch... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. Dezember 2005 von Bücheresel

5.0 von 5 Sternen Ein echter Geniestreich!
Elfriede Jelinek war mir als Mensch in den Medien nie sonderlich sympathisch und somit hielt sich auch meine Neugierde auf eines ihrer Werke in Grenzen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. April 2005 von Grünwald Marcella

3.0 von 5 Sternen ein interessantes Buch
Also, ich habe das Buch gelesen und fand es eigentlich recht interessant. Obwohl es mir scheint das Elfriede Jelinek ein ziemliches "Männerproblem" hat und daher den... Lesen Sie weiter...
Am 15. März 2002 veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen "Die Liehaberinnen" (zusammengefasst von Weiler Carmen)
Elfriede Jelineks Roman "Die Liebhaberinnen" handelt von 2 Frauen, Brigitte und Paula, deren Geschichte unabhängig voneinander verläuft. Lesen Sie weiter...
Am 30. April 2001 veröffentlicht

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