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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
informativ, 11. August 2007
Erwähnt man den Namen der Madame Pompadour, dann gibt es kaum jemanden, der ihn noch nie gehört hat. Meistens fliegt ein kleines Lächeln über das Gesicht des Angesprochenen.
Fast zwei Jahrzehnte war diese zierliche große Frau die erste Maitresse König Ludwigs XV.
Sie schaffte es, dass aus der Verliebtheit des Königs Freundschaft wurde und kontrollierte seine Liebschaften, nachdem sie selbst sein Bett nicht mehr teilte.
Im Hexenkessel Versailles wurden allerdings ihre Nerven und somit ihre Gesundheit zerrüttet. Mit nur 43 Jahren starb sie qualvoll an einem Lungenleiden.
Dem Trauerzug wohnte Ludwig XV. von einem Balkon aus bei. Es schüttete. Er soll gemeint haben, dass Madame sich einen schlechten Tag für die Reise ausgesucht habe.
Unbedingt zu empfehlen sind die Briefe der Madame Pompadour. Übersetzt von H. Pleschinski. Im Buch von Evelyne Lever befindet sich ein kleiner Auszug der Briefe am Ende des Buches.
Kein schlechtes Buch.
Allerdings ist zu bezweifeln, ob Madame Pompadour sich jemals von ihrem Ehemann scheiden lassen hat.
Flüssig geschrieben mit hübschen Bildern einiger Gemälde in der Buchmitte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Informativ, aber nicht fesselnd, 26. August 2009
Sehr interessiert an einer umfassenden Beschreibung des Lebens der Marquise de Pompadour habe ich mich auf rein sachlicher Ebene nach der Lektüre der Biographie von Evelyne Lever sehr gut informiert gefühlt. Wem trockene, betont seriös-distanzierte Faktenbeschreibung mit Minimal- bzw. ohne Interpretation und Einordnung ausreicht, wird von diesem Buch nicht enttäuscht sein.
Was ich persönlich jedoch wirklich vermißt habe, war der zündende Funke, das Verständnis für die Person der Marquise: WIE außergewöhnlich ihr Lebensweg nämlich in Wirklichkeit war und worin sich dementsprechend die Außergewöhnlichkeit ihres Charakters begründet, hat sich mir bestenfalls vage erschlossen. Den Hauch einer leisen Ahnung ihrer Besonderheit habe ich nur mühsam zwischen den Zeilen einfangen können. Ein wenig Erhellung diebezüglich bringen die Briefe der Marquise, die sich im Anhang des Buches finden, doch sollte man sich meiner Meinung nach durch diese nicht verleiten lassen, sich ein allzu eindimensionales Bild von ihr zu machen, das ihr sicher nicht gerecht würde. Zwischendurch habe ich mich übrigens immer wieder dabei erwischt, wie ich forschend und sinnierend ihre Portraits im Mittelteil des Buches studiert habe, als ob ich dort die Antwort auf meine Fragen fände. ;)
Die Marquise bleibt bei Lever leider seltsam blass und fasziniert zumindestens mich nicht wirklich. Als gelungenes Beispiel für eine anstandslos seriöse und dennoch nicht blutleere Biographie fällt mir Brigitte Hamanns "Elisabeth - Kaiserin wider Willen" ein, die mir einen echten Zugang zur Person der Kaiserin Elisabeth jenseits süßlicher Klischés oder romatischer Verklärung ermöglicht hat.
Durch Levers Biographie unbeantwortet bleibt für mich die Frage, worin nun genau die Einmaligkeit einer solchen Frau gelegen haben mag, als Geliebte, als Liebende, als Freundin, denn daß sie eine Ausnahmeerscheinung war, ist durch ihren Lebensweg schlußendlich hinreichend dokumentiert. So wünschte ich mir, Stefan Zweig oder Brigitte Hamann hätten sich ihrer Person einmal ausführlich angenommen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Glanz und Elend der Marquise de Pompadour, 2. Januar 2009
Wenn Sie eine Lektüre erwarten, die auch nur ein wenig so bezaubernd ist, wie die Marquise de Pompadour zweifellos immer gewirkt hat, dann werden Sie hier ein bißchen enttäuscht werden. Dies liegt für mich am immer gleichen, m.E. unnötig distanzierten Stil und einer etwas mechanischen Darbietung. Die Autorin ist gut informiert; sie stützt sich im wesentlichen auf die zeitgenössische Memoirenliteratur, die sie vergleichend auswertet. Oft folgt sie aber auch seitenweise einer Hauptquelle, z.B. dem Marquis d'Argenson oder der Zofe Mme du Hausset. Auch die Kenntnis der Sekundärliteratur ist gut, wird aber nur selten zitatweise nachgewiesen und fließt nicht wirklich erkennbar in die Darstellung ein. Dadurch ergibt sich eine seltsame 'Innenperspektive', eine sehr höfische Darstellung dieser selbstbewußten Karrieristen bei Hofe, der eine theoretische begründete reflexive Distanzierung fehlt.
Zum (nicht besonders inspiriert ausgesuchten) Bildmaterial gibt es gar keine Nachweise. Das ist zwar nicht schlimm, weil man in jedem guten Buch zur Epoche dieselben Bilder (und andere dazu) finden wird, aber in den Schilderungen der Ausstattungswünsche der Marquise für ihre Schlösser, insbesondere Château Bellevue, vermisse ich die Vorlage von Material aus dem Bereich Kunsthandwerk und bildender Kunst sehr.
Die Darstellung ist gar nicht sensationslüstern, die Maîtresse wird gegenüber der politischen Beraterin sehr zurückgedrängt und wirkt insofern äußerst seriös. Mich hat zum Nachdenken angeregt, daß die Marquise durch ihre Abhängigkeit vom König und die Erfordernisse des höfischen Zeremoniells viel verpassen mußte, gerade vom intellektuellen Leben der Hauptstadt, das sie doch aufgrund ihrer immensen Begabungen als Opernsängerin und Schauspielerin hätte brennend fesseln müssen und können. Das von ihr veranstaltete Schloßtheater mußte sich so auf zweitklassige Libretti beschränken, im Opernstreit mußte sie als Höfling die ihr unsympathische Position vertreten usw.
Kurzum, ein Buch mit Mängeln, aber auch mit anziehenden Qualitäten. Es kann eine interessante Lektüre abgeben, wenn Sie einen guten Kunstbildband (z.B. über frz. Rokoko) griffbereit daneben haben.
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