Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.2002
Die Aufgabe, eine Einführung in das Werk Kants zu geben, ist keine leichte Sache, räumt Otfried Höffe in seiner Besprechung von Gerd Irrlitz "Kant-Handbuch" freimütig ein. Schließlich hat Kant neben seinen drei berühmten Kritiken eine Reihe von Werken zu nahezu jedem Gebiet der Philosophie verfasst - eine "veritable Enzyklopädie philosophischer Wissenschaften" also, wie Höffe festhält. Wer in dieses gewaltige Werk einführen will, nimmt sich seines Erachtens viel vor. Das analoge "Nietzsche-Handbuch" des Verlages etwa haben vier Dutzend in- und ausländische Nietzsche-Kenner verfasst, erinnert Höffe. Irrlitz, der die gewaltige Aufgabe im Alleingang angeht, hat nach Ansicht Höffes ohne Zweifel eine immense Arbeit auf sich genommen. Das Ergebnis ist durchwachsen und hat den Rezensenten nicht immer wirklich überzeugt. Irrlitz' Skizze von Kants Leben lobt Höffe als "schön", die Qualität der Referate zu den verschiedenen Werken findet er dagegen recht unterschiedlich. Erfreulich ausführlich werde die vorkritische Zeit behandelt, sowohl deren naturwissenschaftliche als auch metaphysische und metaphysikkritische Schriften, man erfahre viel von der philosophischen Tradition, in der Kants Werke stehen, die "Kritik der reinen Vernunft" erhalte großen Raum. Die bis heute aktuelle Friedensschrift wird zum Bedauern des Rezensenten dagegen enttäuschend knapp behandelt und die Darstellung der "Metaphysik der Sitten" hat ihn "wenig überzeugt". Generell kritisiert Höffe, dass Irrlitz' Referate und Interpretationen der Werke nicht immer hinreichend textnah und aus souveräner Kenntnis der wichtigsten Literatur vorgetragen sind. Auch Irrlitz' Auseinandersetzung mit der Kant-Forschung betrachtet Höffe als unausgewogen. Auch die Einleitung hat ihn nicht überzeugt. "Vielleicht wäre es doch besser gewesen", gibt Höffe abschließend zu bedenken, "nach dem Vorbild des Nietzsche-Handbuches einen so fleißigen Herausgeber wie Irrlitz mit einigen weiteren Kennern zusammenzuführen."
© Perlentaucher Medien GmbH
Pressestimmen
Irrlitz` Handbuch enthält eine Fülle von Informationen über den allgemein-historischen und auch lebensgeschichtlichen Kontext der Entwicklung von Kants Denken... DZPhil Das Lehrbuch bietet neben der Biografie und der Beschreibung des geistigen Klimas, in dem Kant lebte, eine chronologische Zusammenfassung von Kants Werken und den seiner Zeit aktuellen Stand der philosophischen Diskussion. Widerspruch Das riesige Philosophiegebirge, das Kant hinterlassen hat, alleine zu durchwandern ist schon für Leser eine Lebensaufgabe. Irrlitz hat es sogar geschafft, aus seinen Lesewanderungen einen "Gebirgsführer" zusammenzustellen, der den Zugang erleichtert... WALTHARI Das Handbuch tritt ebenso resolut wie bescheiden auf. Ziel ist es, "ins Verständnis der Kantschen Theorie einzuführen". Zeitschrift für Politikwissenschaft Gerd Irrlitz stellt gleich alle Kant-Schriften auf einmal vor. Natürlich ist jedes Vorstellen zugleich Interpretieren. Und darin ist der Philosophiehistoriker Gerd Irrlitz Meister. Das "Irrlitz-Handbuch" könnte durchaus das neue Standardwerk zu Kant werden. Der Tagesspiegel Das Handbuch von Gerd Irrlitz bringt die Einzelschriften des Königsberger Meisterdenkers in einen systematischen Zusammenhang und erläutert die entscheidenden Gedankengänge zu Vernunftkritik, Moral- und Geschichtsphilosophie. Wer dieses Buch gelesen hat, wird jede (Kant-)Prüfung bestehen. Unschlagbares Navigationssystem durch Kants Philosophie. Börsenblatt