Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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35 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
kluges büchlein, 7. Mai 2004
Von Ein Kunde
Die griechischen Philosophen haben sich schon vor einigen 1000 Jahren tiefschürfende Gedanken gemacht - nix neues insofern. Einen solchen Klassiker zu "bewerten" mag etwas anmaßend sein, aber sagen wir mal, die fünf Sterne sind für die tadellose, lesefreundliche Übersetzung. Und mit den meisten Lebensberatungsbüchern aus der Esoterikecke kann#s der gute alte Grieche allemal aufnehmen.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Die Philosophie kann auf uns achtgeben, aber nicht nähren." (Kierkegaard), 30. Januar 2008
Es ist nicht erstaunlich, dass Epiktets praxisorientierte Philosophie in einer unsicheren Zeit entstand. Philosophie wird zum Mittel der Krisenbewältigung, zur Lebenshilfe, zu einem irdisches Glück verheißenden Religionsersatz.
Epiktet ist der Vertreter der Stoa. Als Sklave gelebt hat er früh erkannt, dass man selbst seinen höchsten Wert darstellt. Aus diesem Grunde empfiehlt er folgerichtig, auf die Wünsche und Begierden zu achten, damit nicht Unzufriedenheit über einen kommt. Unabänderliches versuche nicht durch Wünsche zu verbessern, Unerreichbares nicht durch falsche Begierde. So bleibe dem Sichtbaren, Realen treu und verliere dich nicht in Vorstellungen und Phantasien, die zu Vorwürfen gegenüber anderen führen. Wolle das, was geschieht klingt schon wie eine neurologische Erkenntnis der Jetztzeit. Achte darauf, was Gut und Böse ist, ist eine Maxime des Epiktetes, aber suche es nur in dem, was in deiner Macht steht. Handeln und Bewusstsein machen den Menschen aus, das reine Überleben und Vermehren ist ebenso die Bestimmung vernunftloser Wesen. Demjenigen, dem Vernunft und Bewusstsein gegeben, hat sich in der rechten Art und seinem Wesen gemäß zu verhalten.
Epiktet wurde im Jahr 50 n. Chr. geboren. Wie mit Platon und Aristoteles metaphysische Spekulation und wissenschaftlich-systematische Erkenntnis ihren Höhepunkt hatten, dient die Stoa und vor allem bei Epiktet der Sittlichkeit und Religiosität. Die Trias Logik, Physik und Ethik ist Bestandteil dieser durch Zenon im Jahre 300 v. Chr. begründeten Denkrichtung. Zenon suchte Anschluss an Heraklit, Sokrates und den Kynikern, ebenso bei Aristoteles. Neben Epiktet sind Seneca und der Cäsar Marc Aurel (siehe Rezension) die bekannten Vertreter des stoischen Denkens. Auswirkungen hatte die Philosophie der Stoa vor allem im Neuen Testament, bei den Schriften der Kirchenväter wie Augustinus, bei Spinoza und Goethe (vgl Dichtung und Wahrheit, II/6). Auch finden wir in den Werken Shakespeares Gedankengut der Stoa wieder.
Stoiker sind von Grund auf monisthisch, sie sehen im leitenden Prinzip alles, sie gelten als die konsequentesten Pantheisten des Altertums. Dieses leitenden Prinzip, der Gott Zeus, die Weltenseele ist alles, durch ihn, mit ihm und in ihm sind alle Dinge. Und so ist das stoische Weltbild eines des Neuen Testamentes. Seneca führt bereits seine Form des Pantheismus auf einen Gott zurück, so dass man schon von Theismus reden kann. Die ewige Wiederkehr, die Verknüpfung von Ursache und Wirkung zu einem, das All und die Vorsehung sind Elemente einer absoluten Logik. Wirklich frei in diesem Felde ist derjenige, der sich den Gesetzen der Natur unterordnet, sagt Spinoza und diesem Sinne meinte Seneca Gott und Nietzsche den ewigen Mittag in der Wiederkehr desselben. Freiheit und Notwendigkeit demnach sind ein Paar. Denn größte Freiheit, größtes Glück und Weisheit erlangt der, der die Notwendigkeit, das Unvermeidbare in Würde trägt.
Nichts der Vernunft zuwider tun, macht weise. Übe dich in dem Möglichen, verzichte auf alles, was nicht in deiner Gewalt ist. So die einfache wie verständliche Botschaft. "Die Philosophie kann auf uns achtgeben, aber nicht nähren." Mit dieser Erkenntnis Kierkegaards findet man vielleicht die Stellung und Bedeutung der Philosophie insgesamt für das eigene Leben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
"Sieh, du bist von keinem anderen Menschen aus der Bahn geworfen worden als von Dir selbst! Kämpfe mit dir selbst!" Epiktet, 16. August 2009
Epiktet wurde geboren um 60 n. Chr. und starb 140.n.Chr. in Rom. Epiktet sieht in der Gesamtheit der Dinge eine Einheit. Er fordert sittliche Freiheit, die nur errungen wird, wenn wir an uns selber arbeiten, durch Selbstzucht, durch einen Sieg des Geistes über das Sinnliche und durch die Ergebung in das Schicksal.
Nach Epiktet lebt in jedem Menschen ein göttlicher Funke, seine Seele. Die Überzeugung von der göttlichen Natur der Menschenseele ist der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Anschauung Epiktets. Epiktet versucht uns die Augen zu öffnen: "Wie Blinde irrt ihr hin und her! Ihr seid vom wahren Weg abgekommen und geht in die Irre; ihr sucht euer Heil und das Glück, wo es nicht ist, und wenn es euch ein andrer zeigen will, wollt ihr im nicht glauben!Was sucht Ihr draußen? Im Körper? Da ist es nicht!Im Besitz? Da ist es nicht!
In der Macht? Da ist es nicht! Welch jämmerliche Seele! Sie allein ist es, die ihr habt verwahrlosen und verkommen lassen. Einen Gott trägst du mit dir herum, du Unglücksmensch, und weißt es nicht!"
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