Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ausgefallene Ideen, kompetente Umsetzung = empfehlenswert, 12. Juli 2009
DIE KINDER DES NEBELS ist der Auftakt zu Brandon Sandorsons neuer Trilogie.In ihr zeichnet er seine Vision einer Welt, in der prophezeite Retter der Welt versagt, und das Böse triumphiert hat. Von einem roten Himmel regnet Asche herab, des Nächtens verschleiern unheilverkündende Nebelschleier die Sicht. Abertausende Skaa schuften ohne Hoffnung in den Feldern und Fabriken der Oberschicht, nicht besser gehalten als Tiere. Die Oberschicht selbst wird von Obligatoren (Bürokraten) und Inquisitoren an der kurzen Leine gehalten und über alledem trohnt die Hand Gottes, der allmächtige und unsterbliche Lord Ruler.
Eine Rebellengruppe hat sich zum Ziel gesetzt das Letzte Reich zu stürzen und kontaktiert den berühmten Skaa-Meisterdieb Kelsier und seine Truppe. Kelsier, ein Mistborn, hat seine eigenen Gründe das Letzte Reich stürzen zu wollen und hat seine Pläne längst in Bewegung gesetzt.
Brandon Sanderon ist ein kompetenter Geschichtenerzähler. Eingenommen hat er mich mit seiner Leidenschaft für ungewöhnliche Ansätze und ausgefallene Magiesysteme. In der Mistborn-Trilogie ist es Allomantik, die Fähigkeit mittels Metallen (magische) Kräfte freizusetzen. Diese vererbliche Fähigkeit besitzen hauptsächlich Adelige, weshalb es ihnen verboten ist, mit Skaa Verbindungen einzugehen. Mistings können ein allomantisches Metall "verbrennen" die seltenen Mistborns, wie Kelsier, alle 13. Bevor ich noch weiter aushole, versichere ich einfach, dass das Konzept faszinierend ist und Brandon Sanderson zurecht stolz darauf sein kann. Das verzeiht allerdings nicht seine Neigung zu Infodumping. Er erklärt beinahe zuviel, was auf Kosten des Leseerlebnisses geht. Auch seine Figuren lässt er die Planung der Rebellion lang und breit (aber erstaunlich detailarm) durchkauen. Ein unglücklicher Nebeneffekt dabei ist, dass mich diese Planung in ihrer Komplexität und Ausführung an die Organisation einer Party erinnert, (inkl. Brainstorming und Aufteilung der Aufgaben: A kümmert sich um Rekrutierung, B um die Ausbildung der Truppen, C um die Infiltration des Adels, D um die Infiltration der Inqisitoren, D um den Krieg zwischen den Adelshäusern). Zum Glück stellen sich alsbald Schwierigkeiten ein, die ein Abweichen vom allzu simplen Plan erforderlich machen und gegen Ende wird ersichtlich, dass Kelsier seinen Freunden nicht in sämtliche Einzelheiten eingeweiht und das eine oder andere Ass im Ärmel versteckt gehalten hatte.
Auch Sandersons Post-Prophezeiung-Szenario ist gut umgesetzt. Als besonders netten Touch empfand ich die Auszüge aus dem Tagebuch des gescheiterten Retters, die jedes Kapitel einleiten und auch in der Geschichte selbst eine wichtige Rolle spielen. Allerdings, und das ist reine Geschmackssache, hätte ich mir gewünscht, dass die Brutalität und Grimmigkeit der Welt mehr in Sandersons Stil durchscheinen (zb. wie bei Steven Erikson). Der Autor ist zu sehr von traditioneller, leichter High Fantasy geprägt um diesen Schritt zu setzen. Zusätzlich sorgen humorvolle Momente (nicht im Übermaß) sowie die sympathischen Hauptcharaktere für Aufhellung. Die Nebenfiguren sind etwas flach geraten, Ausbaupotential ist immerhin erkennbar.
Insgesamt überwiegen die positiven Eindrücke (zumal manche genannten Schwächen reine Geschmacksfragen sind) und deswegen gibt es vier von fünf amazon-Sternen.
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Er macht nicht viel verkehrt, aber ...., 17. August 2009
Sanderson und ich, wir werden wohl immer unsere Schwierigkeiten haben. Nachdem ich Elantris eigentlich ganz gerne gelesen habe, und wenn Sanderson es nicht mit DEM Ende vemasselt hätte (Roman ****, Ende **, was natürlich Geschmackssache ist), hätte ich mich mit DEN KINDERN DES NEBELS bestimmt nicht so schwer getan.
Und WENN ich DEPP mir NICHT die Kritiken von MISTBORN (engl. Original) bei Amazon angeschaut hätte (lasst also unbedingt die Finger davon... erst lesen - dann erst die anderen Meinungen lesen) würde ich dem Buch wahrscheinlich 4 fette **** geben, denn wie ich schon sage, Sanderson macht in diesem Buch nicht viel verkehrt. Es unterhält, es hat ein originelles Magiesystem, es hat spannende Passagen und die Story ist clever aufgebaut. Die Kinder des Nebels haben also vielen Büchern etwas voraus.
Was stört mich also an den Kindern des Nebels?
Ganz ehrlich gesagt hätte ich mehr Grimmigkeit erwartet. Das Setting: Sklaven, Unterdrückung, die Stahlinquisatoren, der unsterbliche Lord Ruler, die Brutalität mit der gegen die Skaa vorgegangen wird und die Reaktionen der Rebellion darauf, das kommt meiner Meinung nicht rüber. Die Reaktionen der Rebellen sind unverhältnismässig...
Es ist schwer, ohne zu spoilern hier näher darauf einzugehen und Beispiele zu bringen, ohne dem Leser etwas vorwegzunehmen und ihm die Spannung zu nehmen oder die Geschichte vorhersehbar zu machen. Deshalb halte ich an dieser Stelle meine Klappe:-)
Kurzum fehlen mir in diesem Buch die dunklen Momente, die Wut der Rebellion und der Wille zu überleben, zu siegen, koste es was es wolle. Auf die Dauer wurden mir die Charaktere alle zu NETT. Selbst in ihren dunklesten und verzweifelsten Momenten waren sie irgendwie NETT. Auch der furchtbare Lord Ruler war scheinbar einst ... fast NETT.
Das macht ein Erikson, Martin, Abercrombie anders. Krieg und Rebellion sind ein blutiges Geschäft, ohne Rücksichten und persönliche Empfindungen. Da herrschen die nackten Ur-Instinkte, und nicht Überlegungen und Planungen. Wer zuerst zuschlägt hat die besseren Chancen zu überleben. Und hier wird eine Menge geplant und geredet... und gezweifelt.
Fazit: Hätte ich mir den Spass am Buch nicht selber dadurch genommen, dass ich bei engl. MISTBORN Kritiken gelesen hätte (und damit das Ende schon kannte) und hätte Sanderson es geschafft sich von diesem leichten Schreibstil zu trennen, das Gutmenschentum nicht so herausgekehrt, dafür das ansich sehr gute, dunkle Setting ausgereizt und seinen Handlungsträgern mehr Tiefe und Grimmigkeit verpasst, hätte er meines Erachtens einen weiten Sprung nach vorne gemacht. So bleiben die Kinder des Nebels trotz guter Ansätze (leider) ein STRANDBUCH, was ohne wirkliche Ecken und Kanten kosumiert werden konnte. Eigentlich schade!
Natürlich werde ich die Geschichte zu Ende lesen. Das bin ich Sanderson schuldig. Ohne meine Neugier wäre er mit diesem ersten Band wahrscheinlich durchgekommen - so schlecht war es wirklich nicht. Aber grimmig auch nicht. Und die dunklen Elemente (auch bei den Charakteren) würde ich mir für die nächsten beiden Bände wünschen.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Lesenswert, 21. Juli 2009
Mit Kindern des Nebels hat Brandon Sanderson die Tür zu einer neuen mystischen Welt aufgestoßen. Ein rauchverhangener Himmel, Ascheregen und jede Nacht dichter Nebel, der seine eigenen Bewohner hat. Die Kinder des Nebels sind jedoch Menschen. Auserwählte aus dem Volk der Skaa, dass bereits seit über 1000 Jahren von einem unbarmherzigen Alleinherrscher versklavt wurde. Diese Auserwählten (Nebelgeborene) haben die geheimnisvolle Fähigkeit durch die Verbrennung von Metallen, ihren Körper und ihre Sinne zu verstärken sowie ihr Umfeld und ihre Mitmenschen zu beeinflussen. Vin die Heldin der Geschichte hat vor, zusammen mit einer hochspezialisierten Widerstandsgruppe den unsterblichen Herrscher zu stürzen.
Pro:
wunderschön düstere Welt
interessantes Konzept der geheimnisvollen Fähigkeit (Allomantie)
sympatische Charaktere
mit einer Prise Humor gewürzte Dialoge
Obwohl es sich um eine Triologie handelt ist der erste Band ein abgeschlossenes Werk für sich.
Contra:
Sehr lineare Handlung
Sprünge in der Charakterentwicklung des Hauptcharakters (Vin)
etwas detailarm ausgestaltete Nebencharaktere
flacher Spannungsbogen, der Grundablauf der Handlung ist sehr früh erkennbar. Die Höhepunkte der Geschichte sind immer wieder überraschend kurz.
Fazit
Das Buch ist durchaus lesenswert. Es führt einen in eine düstere Welt voll Ungerechtigkeit und geheimnisvollen Fähigkeiten. Leider ist die Beschreibung dieser Fähigkeiten sowie des "großen" Plans schon fast zu sachlich. Dadurch hält einen nicht die Spannung am Lesen, man weiß ja was und im große und ganzen passieren wird und wird auch ständig über die Fortschritte auf dem Laufen gehalten, sondern man liest aus Interesse an der süßen Vin, die sich durch das ganze Schlamassel durchwinden muss. Doch auch bei der Charakterbeschreibung kommt Brandon Sanderson nicht an Größen wie Robert Jordan oder David Gemmel heran. Da diese beiden leider bereis verstorben sind und Brandon Sanderson die Aufgabe bekommen hat Robert Jordan's berühmte Rad der Zeit Reihe zu beenden ist noch viel Gutes von ihm zu erwarten. Ich bin gespannt auf Band 2. Die Welt bietet noch viel Potential für weitere Geheimnisse.
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