Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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87 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Marschrichtung stimmt, aber stark überarbeitungsbedüftig, 24. April 2009
Mir gefällt sehr die Provokation, die Sprache, der Holzhammer, vor allem, wenn es um das Tierleid geht und um die Industrienahrungsmittel. Ich weiß nicht, ob es so etwas schon mal gegeben hat. Frech, frisch und selbstbewusst. Nur sind in dem Buch sehr viele Widersprüche, die es gerade für Neulinge, noch nicht so gut bzgl. der angesprochenen Themen informierte LeserInnen wenig vertrauenswürdig bzw. zuverlässig als Informationsquelle macht. Schade, schade, schade, ich meine, es wäre toll, wenn das Buch genau so frech wäre, aber mit weniger Fehlern und mehr seriöser Untermauerung der Argumente. Obwohl ich die grundlegende Haltung absolut unterstütze, wünsche ich eine starke Überarbeitung des Buches.
Folgende Punkte sind mir als ungereimt oder schlichtweg falsch aufgefallen:
a) An einer Stelle wird behauptet, für Vegetarier seien Algen (Spirulina) zu empfehlen, um den Vitamin B 12-Bedarf zu decken. Richtigstellung: Man sollte konsequent zwischen Vegetariern mit Ei und Milchprodukten auf dem Speiseplan und Veganern unterscheiden. Vegetarier leiden an keinem Vitamin B 12-Mangel. Und mittlerweile weiß man, dass Algen kein verwertbares Vitamin B 12, sondern sog. Analoga enthalten und sogar gefährlicherweise die Aufnahme von echtem B 12 verhindern können. Weiter hinten wird dann richtigerweise auch erwähnt, das Vitamin B 12 nicht aus pflanzlicher Ernährung zugeführt werden kann.
b) Das empfohlene Bioobst und -gemüse usw. lebt von der Verwendung von organischem Dünger aus der Tierhaltung. Wie soll man als Verganer diesen Widerspruch auflösen?
c) Es werden Sportler genannt, die angeblich Vegetarier seien. Boris Becker ist sicher kein Vegetarier. Das ist lächerlich. Vielleicht hat er mal irgendwo einen Sojaburger gegessen, als er nicht mit seinem Privatflieger samt Familie zum mal eben schnell chic Krabbenessen einen Trip in eine Metropole gemacht hat.
d) Es wird geschrieben: Trinken, trinken, trinken sie! - Weiter hinten heißt es dann korrekterweise: Es mit dem Trinken nicht zu sehr übertreiben, schwemmt wertvolle Mineralien aus, zwei Liter reichen.
e) Auf S. 199 steht was vom Lab aus Kälbermägen und den Alternativen wie Zitronensaft oder pflanzliches Lab. Da sollte stehen, dass sehr viele Käse mit mikrobiellem Lab hergestellt werden. Ob das vegan ist?
f) S. 212: Spenden Sie Blut. Auf diese Weise können Sie gleichzeitig Leben retten und abnehmen. - Häh?
g) S. 207: Man solle sich nicht wundern, wenn man die Autorinnen mal bei Junkfood und Bier sehen würde. Schließlich seien sie nicht perfekt und wollen ihr Leben auch genießen. - Äh, hallo!? Vorher wird geschwärmt, wie beglückend so ein Leben als skinny bitch sei und wie lecker und genussreich die empfohlenen (alternativen) Lebensmittel - und dann läuft doch wieder alles auf >hier: Kasteiung - da: Genuß< hinaus? Ich meine, dass eine alternative Ernährung wirklich befriedigend und genußvoll sein kann. Die Autorinnen sind aber doch nicht so davon überzeugt? Verstehe ich nicht.
h) Gleich zu Beginn steht, dies sei kein Diätbuch. Auf S. 220 steht, wenn man nicht das entsprechende Bewusstsein habe, könne es mit Diäten ja gar nicht klappen und man bleibe eben fett. Also doch Langzeitdiät statt erfüllender neuer Lebensweise? Verstehe ich auch nicht.
i) Weiter geht es ab S. 221 mit esoterischem Gesülze über Chakren und aberwitzigen Geschichten aus irgendeinem Machwerk. Beispiel: Frau bekommt Brust- und Eierstockkrebs, weil ihr Mann sie ablehnt, nicht mit ihr schläft und ihr sagt, ihr Anblick stoße ihn ab. Wow. So einfach ist das. Und eine andere bekommt Brustkrebs, weil ihr Mann Affären hat. Welch schlichtes, mechanistisches Weltbild!
j) In den Listen erlaubter Zutaten tauchen sehr viele stark verarbeitete Lebensmittel auf, die ich nicht als Alternative zur konventionellen Ernährung sehen würde, nur weil sie vegan sind. Zwar steht da wiederum an anderer Stelle, man solle auch den Angaben in diesem Buch nicht trauen (hm), sondern selbst denken und alles prüfen, aber dann werden eben doch Dinge wie Sojasdesserts, Schoko- und Vanille-Sojadrinks, Crunchy, Pops, Weetabix empfohlen, die ja in der Regel vor Süßmitteln oder Zusätzen strotzen. Das sind keine natürlichen Lebensmittel. Das sind zusammengepanschte Industriekonserven. Vegan oder bio hin oder her.
k) Die Autorinnen sagen, man müsse nicht hungern, wenn man sich nur an die erlaubten Lebensmittel halte, alles sei ganz einfach - an anderer Stelle sagen sie aber, man dürfe halt von diesem und jenem nicht zu viel essen und müsse aufpassen ... Was nun? Außerdem gibt es einen Speiseplan für die ersten drei Wochen, wie sie die Diätlinge alle kennen. Das widerspricht sich.
l) Manche Empfehlungen bleiben sehr amerikanisch an den Nahrungsergänzungen hängen (siehe Spirulina-Fresserei) - zwar heißt es, man solle erst einen Arzt fragen, wenn man Nahrungsergänzung nehmen möchte, aber sie tauchen immer wieder mal auf als Lösung (evtl. Zusätze in Lebensmitteln). Das hat mit einer natürlichen Ernährung nichts zu tun.
m) Ein Kapitel behandelt das Thema Fasten, wie toll das sei. Äh, es hieß doch, man müsse nicht hungern? Nun also doch, um sich "zu reingen"?
Das Fasten ist sehr umstritten, nicht nur was das Abnehmen anbelangt. Durch das Hungern stellt der Körper auf Notsituation um - Alarmstufe rot, ich verhungere! Und das soll gesund sein? Das ist Stress. Zum anderen nehmen Fastlinge schnell ab, aber auch sehr schnell wieder (noch mehr) zu, wenn nicht super penibel vorgegangen wird beim Wiedereinstieg ins Essen. Das alles haben Millionen Dicklinge durchexerziert - wirklich nichts Neues und auch nichts Erfolgversprechendes.
Ja, es tut mir echt leid, dass die Autorinnen den Themen wie Tierschutz und Vorsicht vor Industrienahrungsmitteln mit solchem Kontext eher einen Bärendienst erweisen.
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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
bitch goes vegan, 24. Juni 2007
Dieses Buch proklamiert eine vegane Ernährung. Die Gründe dafür werden gut recherchiert dargelegt, die Autorinnen sind ein früheres Model und eine Mitarbeiterin einer Modelagentur. Ihre Sprache ist frech, ihre Darlegungen einleuchtend und sogar über den Titel des Buches wird man am Ende aufgeklärt. Wer sich mit dem Gedanken trägt, seine Ernährung umzustellen, sich aber nicht mit Ökos identifizieren kann, die nur Handgestricktes tragen, wird dieses Buch lieben. Ich fand es klasse!
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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Michael Moore im Rock, 30. August 2006
Dieses Buch ist unter verschiedenen Gesichtspunkten zu betrachten, als Diätratgeber, der zum Veganismus aufruft und als Blossstellung der amerikanischen Lebensmittelindustrie. Ausserdem ist erstaunlich, dass es nicht mit einem "parental Guidance"-Kleber daherkommt, denn die Sprache ist wirklich gewagt.
Bezüglich Lebensmittelindustrie, wenn da nur die Hälfte stimmt, und die Quellenangaben sind beträchtlich, dann ist das wirklich ganz erbärmlich, auch wenn man nicht vergessen darf, dass Europa mit biologischen Lebensmitteln, darunter auch Fleisch, wohl besser dasteht, als das überkünstelte Amerika. Dennoch wird einem das Steak wohl im Halse stecken bleiben.
Bezüglich Diätratgeber rufen die Autorinnen zum gesunden Menschenverstand auf, kuck was drin ist und ob du dir das einverleiben willst. Im Schlusskapitel sagen sie dann, dass es nicht auf die äussere Schönheit ankommt, sondern dass die innere nach aussen strahlen wird. Etwas allgemein gehalten, aber durchaus nachvollziehbar.
Ich habe dieses Buch mit grossem Erstaunen gelesen, denn es scheint alles sehr plausibel, auf der anderen Seite war ich dann aber doch etwas zögerlich. Deshalb nur 4 Punkte. Man kann es halten wie man will, es ist sicher lesenswert auch wenn man keine Diät plant. Und es eröffnet die Diskussion um unsere Nahrunsmittel erneut.
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