Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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47 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Nix wie weg, 27. März 2007
Ariadne von Schirach hat im Leben unverschämtes Glück. Sie ist jung, hübsch, kann nicht schreiben und begegnet Matthias Matussek, der 2005 ihren Essay Der Tanz um die Lust im SPIEGEL veröffentlichte, den sie nun zu einem ganzen Buch aufblies.
Auf 382 großzügig gefüllten Seiten entfaltet sie in 4 Kapiteln (Die pornographischen Strategien, Die erotischen Strategien, Die Jagd, Liebe) immer dasselbe und ist auch noch auf Seite 373 stolz darauf, vögeln oder ficken zu schreiben.
Worum geht es?
Darum, dass eine ganze Generation in Berlin die Nächte in den angesagten Kneipen durchsäuft (einen Vodka nach dem anderen) und dann allein oder zu zweit oder zu dritt nach Hause geht und am nächsten Morgen mit Kopfweh und Katzenjammer wieder aufwacht und am Abend aufs Neue loslegt. Irgendwo kommt das Geld her. Man leiht es sich, man jobbt in einer Galerie, dreht Filmchen, ist gut drauf, ist nicht gut drauf, fährt nach Hamburg, um dort zu vögeln, kommt zurück nach Berlin, um dort zu ficken, wird langsam älter, sehnt sich nach der Liebe und wird doch immer wieder enttäuscht, weil offensichtlich niemand da ist, der sagt: So Kinder, nett, aber nun ist Schluss mit lustig, ab sofort wird gelebt, das Geld selbst verdient und die Beziehung mal wirklich in Angriff genommen.
Eine Generation, die sich mit Belanglosigkeiten zulabert, sich präsentiert, wichtig nimmt (in Ordnung), ihren Körper zelebriert, an die Seele keinen ranlässt und schwätzt und schwätzt und schwätzt und Zusammengelesenes aus dem Zettelkasten zitiert, dem man auch nicht traut, wenn z. B. ein Kapitel mit einem langweiligen Statement eingeleitet wird, unter dem dann steht: Mann, Mitte dreißig. Oha!
Dazwischen wird die ältere und neuere Literatur zum Thema zitiert, auf Seite 333 auch einmal das schöne Gedicht von Brecht: Entdeckung an einer jungen Frau - die Autorin ist auf der Höhe der Zeit.
Irgendwann wacht sie hoffentlich auf, schmeißt den 26. One-night-Stand aus dem Bett, schüttelt den Kopf, duscht kalt nach, zieht eine frische Jeans an und nimmt ihr Leben in die Hand. Als Spätgebärende oder Single oder ernstzunehmende Partnerin. Zu wünschen wäre es ihr ebenso wie der ganzen Clique: SusiPop, Tim, die Eisprinzessin, Flexter, Linda, König Gunter und alle anderen.
War was?
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Erotik-Potpourri nach dem Vorbild von "Sex and the City", 25. März 2007
Ein kolumnistischer Forsetzungsroman, der als Sachbuch daherkommt: auf diese Idee muss die 28jährige Autorin durch "Sex and the City" gekommen sein. "Was Carry kann, kann ich schon lang", hat sie sich da wohl gesagt und ein paar Lebensweisheiten aus ihrem Philosophiestudium als Zutaten genommen, in fiktive Dialoge mit ihrer Ausgeh-Clique montiert und Manhattan mit Berlin-Mitte ausgetauscht. Rausgekommen ist ein schnell zusammengestückeltes Erotik-Potpourri, das für jeden irgendein Stichwort bereithält. Übrigens ist das Werk auf den ersten Seiten mit gesellschaftskritischem Anspruch geradezu überladen. Die nicht ganz neuen Thesen: Es gibt zu viel Porno, zu wenig Liebe! Wir sind oversexed und underfucked! Überreizt! Überfordert! In unserer geschlechtlichen Identität verwirrt! Und so weiter. Das eine oder andere Argument hört sich zunächst nicht unbedingt nach Klischee an. Leider zerfasern die wenigen inspirierenden Gedanken dann doch in banales Gymnasialschülerinnengeplapper ("Die Franzosen habens einfach drauf"; "süüüüß"; "Yeah, ich habe gepoppt"). Ganz sicher nicht nach jedermanns Geschmack.
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35 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
So zäh und langweilig!, 12. April 2007
Grundsätzlich mag ich junge Autoren (impliziert den Feminus) wie auch Erstlingswerke. Die Kombination schafft nicht selten wirklich gelungener Lesestoff.
Mit "Tanz um die Lust" werde ich aber nun wirklich nicht warm, die Seiten sind zäh abzulesen. Ständig werden Theorien, Geschichten, Gedankenfetzen und altkluge Kommentare durchmixt, was jeden Lesefluss stoppt. Sogar der "Sex Sells Ansatz" ist nach rund 10 Seiten tot; die gekünstelten Anspielungen auf einschlägige Erfahrungen der Autorin lassen zu viel Spielraum für Zweifel am Realitätsbezug offen (konkret gelogen oder nicht).
Irgendwie beschleicht einem das Gefühl, dass hier eine äusserlich aufgemotzte, neureichem, überstudierte aber eigentlich sehr langweilige Person versucht einmal ganz laut zu sein.
Wer das Buch will, kann es bei mir abholen.
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