Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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35 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Langatmig und langweilig, 24. Mai 2009
Ich oute mich mal gleich als großer Fan der Commisario Brunetti Romane von Donna Leon, deren tiefsinnige und meist auch spannenden Plots ich sehr schätze. Dementsprechend habe ich mich sehr auf den nun schon 17. Fall ihres venezianischen Commissarios gefreut... und bin schwer enttäuscht.
"Das Mädchen seiner Träume" steht im Einband ausschließlich im Vordergrund der Handlung, wohingegen es im Roman über 100 Seiten - extrem langweilige Seiten - braucht, bis dieser Handlungsstrang beginnt. Zuvor beschäftigt Brunetti das Anliegen eines mit seinem Bruder befreundeten Priesters, der ihn bittet, einen in seinen Augen unter dem Deckmantel des Glaubens agierenden Scharlatan zu überprüfen. Brunetti bringt allerdings dem anfragenden Padre Antonin ebenso viel Mißtrauen entgegen, wie dem selbsternannten Bruder Leonardo. Doch all die philosophischen Gedankengänge und Diskussionen zu Religion und Glauben, die Donna Leon ihren Protagonisten Brunetti erleben lässt, sind ziemlich langweilig, wirr und daher auch langatmig und vollkommen überflüssig.
Der zweite Fall, der Commissario Brunettis 17. Fall seinen Namen gab, beschäftigt sich mit dem Fund einer Mädchenleiche, die zunächst niemand zu vermissen scheint. Als sich herausstellt, dass das 11-jährige Mädchen zu einer Gruppe auf dem Festland lebender Roma gehört und dass es wohl im Hause einer angesehenen venezianischen Familie mit ihren Geschwistern eingebrochen und Schmuck gestohlen hat, hat Brunetti den Verdacht, dass das Mädchen aus dem Haus in den Cnale Grande gestürzt ist oder wurde. Seine Untersuchungen bringen ihn mal wieder in Konflikt mit der Politik und seinem Chef, Vice-Questore Patta. Und als er dann zum Schluß das Verbrechen aufklären kann, hat Brunetti doch letztendlich wieder eine Niederlage einstecken müssen - wie schon in einigen Vorgängerromanen auch.
Leider ist auch dieser zweite Teil nicht wesentlich spannender, wie die ersten 100 Seiten. Zwar beschäftigt sich Leon wieder mit einem durchaus brisanten Thema, nämlich der Rolle der "Zigeuner" in der italienischen Gesellschaft, aber irgendwie ist das Thema zu aufgesetzt. Und das Ende und die für Brunetti frustrierende Auflösung kommt so vollkommen uninspiriert und konstruiert daher, dass man als leser vollkommen enttäuscht ist. Zwar lässt sich "Das Mädchen seiner Träume" wie auch die Vorgängerromane leicht und locker lesen, verstecken sich viele liebevolle Details über die Mentalität der Venezianer darin und verfeinert sie ständig das Familienbild ihres Commisarios, aber all das tröstet nicht über die in weiten Strecken langweilige und kaum spannende Handlung hinweg.
Ich hoffe sehr, dass dieser 17. Fall erstens ein Ausrutscher von Donna Leon war und zweitens es einen 18. spannenden und kurzweiligen Fall geben wird.
Für "Das Mädchen meiner Träume" sind 2 Sterne vollkommen gerechtfertig....leider!
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42 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Brunetti denkt nach über den Tod und folgt wieder einmal seinem Gewissen, weil in Italien das normale Recht ausfällt, 1. Juni 2009
Der neue Roman von Donna Leon um den venezianischen Commissario Guido Brunetti, seiner klugen, als Professorin für Literatur mit dem Spezialgebiet Henry James arbeitenden Frau Paola und den beiden fast erwachsenen, noch in der großen elterlichen Wohnung lebenden Sprößlingen Chiara und Raffi reiht sich ein in die Bücher der letzten Jahre. Er ist leicht und locker zu lesen, hat eine gewisse Spannung, ist voller nüchterner Beschreibungen italienischer Alltags- und Polizeirealität zwischen Mafia, Korruption und Ämterpatronage und besticht doch auch hier wieder durch das Anreißen von neuen Themen.
So beginnt das Buch mit der Beerdigung von Brunettis Mutter, die, wohl im hohen Alter, nach jahrelanger geistiger Umnachtung gestorben ist. Während der Schilderung der Trauerfeierlichkeiten begegnen wir aber nicht nur (erstmals ?) Guidos Bruder Sergio und seiner Familie, sondern erleben auch interessante theologische und philosophische Reflexionen Brunettis über den Tod und was evtl. danach kommt.
In einer Nebenhandlung, in der ein strafversetzter Priester und der Chef einer obskuren Sekte vorkommen, nutzt Donna Leon die Gelegenheit zu Überlegungen zur Religion als Lebensstütze von Menschen (z.B. von Brunettis Schwiegermutter, die ihm in diesem Fall sehr weiter helfen kann), und zur beißenden Kritik am Klerus und der römischen Amtskirche.
In der Haupthandlung jedoch geht es um ein 11-jähriges Zigeunermädchen, das ertrunken aufgefunden wird.
Die Suche nach der Ursache des Todes des Mädchens bringt Brunetti und seinen Kollegen Vianello direkt in die Dichotomie der italienischen Gesellschaft zwischen den Auffanglagern, wo die Roma wohnen, zu denen das Mädchen gehörte und den Wohnzimmern der Oberklasse.
Doch das Buch ist alles andere als politisch korrekt, wenn etwa eine Sozialarbeiterin sehr kritisch darin geschildert wird, die alle kriminellen Handlungen der Romasippe und ihrer Kinder immer wieder mit den Verhältnissen entschuldigt. Es wird klar, dass hier in Italien ein Problem immer weiter wächst, das man ähnlich schlecht in den Griff bekommt wie die Mafia.
Wieder einmal hat Brunetti neben der computergestützten Hilfe von Signorina Elettra wenig mehr zur Verfügung als sein eigenes Gewissen, denn der normale rechtliche Weg ist wieder einmal versperrt durch Klientilismus und die Macht der politischen Apparate.
Beim Lesen italienischer Krimis umschleicht mich bisweilen der Gedanke, ob dieses schöne Land überhaut noch zu retten ist, oder - Berlusconi hin oder her - schon längst vollständig im Mafiasumpf der Korruption versunken ist.
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21 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Preisverdächtig, 31. Mai 2009
Wenn es einen Preis für das mit Abstand langweiligste Buch der Saison gäbe, hätte "Das Mädchen seiner Träume" wohl beste Chancen. Es ist unfassbar lahm geschrieben, man muss sich mühsamst vorankämpfen. Ewigkeiten dauert's, bevor die Handlung um den eigentlichen Fall überhaupt beginnt...bis dahin mittelschlaue Exkurse in alle möglichen Welten, saft- und kraftlos geschrieben, ohne Schmackes und Tempo.
Wer sich mal richtig gepflegt - immerhin auf sprachlich hohem Niveau - langweilen möchte, wäre hier richtig. Aber wer will das schon?
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