Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Nicht Nolls bester Roman und trotzdem typisch Noll!, 14. Januar 2009
Das schöne an Ingrid Nolls Romanen ist, dass sie so herrlich normal sind. Ich meine, es sind so völlig alltägliche Handlungen. Ich lese entspannt so vor mich hin (und nichts zu suchen, das ist mein Sinn), knabbere etwas dazu und habe nie das Gefühl, es könne irgendwas Ungewöhnliches geschehen.
Und dann kommt's wie es kommen muss, irgendwie schleicht sich in die Alltäglichkeit wieder einmal die Schlechtigkeit des Menschen und das Kuriose daran ist, man nimmt das als Leser hin, als sei dies das selbstverständlichste der Welt. Und das ist des Pudels Kern: es i s t das selbstverständlichste der Welt. Deshalb kann man diesen Figuren auch nicht böse sein, man hätte vielleicht selbst so gedacht, gehandelt, entschieden.
Wer in KUCKUCKSKIND einen spannenden Krimi sucht, wird enttäuscht werden, es ist eher eine Geschichte, in der Neid und Eifersucht eine Rolle spielen ebenso wie eine Freundschaft, die keine ist.
Schade war, dass ich schon ziemlich früh der Lösung auf die Spur gekommen bin. Vielleicht habe ich doch schon zu viele Nolls gelesen?
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30 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Missgunst als Motor, 26. Juli 2008
"Kuckuckskind" ist kein herkömmlicher Krimi. Viel eher handelt es sich bei Ingrid Nolls neuem Roman um eine unterhaltsame Lektüre, die den Blick auf aktuelle Befindlichkeiten in der Gesellschaft lenkt.
Da geht es um trostlose Ehen, die dann doch zerbrechen, Lästereien im Lehrerzimmer und skandalöse Zustände, die erst zum Schluss aufgedeckt werden. Es gibt zwar Tote und freilich auch Schuldige, aber zum Schluss wird doch alles gut, oder zumindest fast, denn die Erzählfigur zitiert schließlich Ricarda Huch: "Aber in meinem Herzen ist eine Stelle,/ Da blüht nichts mehr."
Anja Reinold, Deutsch- und Französischlehrerin am Weinheimer Heinrich-Hübsch-Gymnasium, ist "glücklich" verheiratet. Es kommt wie es kommen muss: Eines Tage fällt die wöchentliche Chorprobe aus, die Studienrätin kehrt verfrüht nachhaus und ertappt ihren Gatten gemeinsam mit einer Unbekannten auf dem heimischen Sofa. Sie verlässt ihren Gernot und zieht in ein "Rattenloch", in dem sie zusehends verlottert. Die Mutter möchte sie noch rasch unter die Haube bringen, denn mit ihren fast 40 Jahren steht Anja schon kurz vor ihrem "Verfallsdatum". Anjas beste Freundin Birgit ist ein gauloisesrauchendes Lästermaul, das irgendwie immer besser als Anja zu sein scheint. Missgünstig verfolgt die gehörnte Lehrerin die Entwicklungen im Liebesleben der Freundin und muss bald feststellen, dass Birgit ein ziemliches Miststück zu sein scheint. Als sie auch noch schwanger aus dem Frankreichurlaub zurückkehrt, lässt sich Anja nur noch von Neid und Hass leiten und schränkt den Kontakt zur Freundin erheblich ein. Sie beginnt damit, sich ihr Nestchen beim Vater eines Schülers zu bauen und kommt so wenigstens wieder auf die Beine. Das Schicksal nimmt allerdings seinen Lauf und Anjas Missgunst spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Ein dramatisches Ereignis folgt dem nächsten. Die Tragödie ist perfekt, als fast eine ganze Familie ausgelöscht wird...
Ich fand die Geschichte vor allem wegen der treffenden Beschreibungen aktueller gesellschaflicher Befindlichkeiten so interessant. Krimielemente rücken in den Hintergrund, was für meinen Geschmack völlig in Ordnung ist. Für einen verregneten Nachmittag oder einige Urlaubsstunden auf alle Fälle eine nette Lektüre!
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Gepflegte Langeweile, 6. August 2008
In der Hoffnung, von Ingrids Nolls Buch endlich mal wieder wie bei ihren ersten Geschichten aufs Feinste unterhalten zu werden, habe ich mich an die Lektüre gemacht. Doch irgendwie scheint die Luft raus zu sein. Die Handlung wirkt zusammengeschustert und konstruiert, schon der Einstieg mit der zu früh nachhause gekommenen und den Gatten beim Seitensprung erwischenden Protagonistin ist - furchtbar abgedroschen. Wenn es danach originell und geistreich weiterginge - okay; leider ist das nicht der Fall. Wie auch einem anderen Rezensenten drängt sich mir der Vergleich mit den platten Werken von Susanne Fröhlich auf. Dabei kann Ingrid Noll viel mehr! Ich hoffe auf das nächste Buch, als treuer Fan werde ich so schnell nicht aufgeben!
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